Fünf WordPress-Plugins, mit denen eine Website im Bildungskontext besser wird

Ich bin mit meiner eBildungslabor-Website vor kurzem von der Software Hugo zu WordPress umgezogen. Schon davor habe ich mehrere Websites mit Tools, Lernangeboten und Spielereien auf Basis von WordPress erstellt. Neben der Nutzung von Drupal oder statischen Websites (sowie natürlich Moodle, wovon ich aber keine eigene Installation habe), ist WordPress damit das System, was ich am häufigsten für meine Online-Bildungsarbeit verwende. Das liegt vor allem daran, dass es nur wenige, zusätzliche Plugins braucht, um sehr nützliche oder auch spaßige Angebote zu realisieren.

(Wichtig: Es gibt WordPress als proprietäres Online-Angebot auf der Website wordpress.com. Alternativ lässt sich WordPress auf einem eigenen Server via wordpress.org als Open Source Angebot nutzen. Wer WordPress um Zusatz-Plugins wie hier vorgestellt erweitern will, muss die Open Source Variante wählen und WordPress selbst installieren. Wie das geht, habe ich hier beschrieben.)

Hier kommen fünf empfehlenswerte Plugins – plus ein Bonus-Plugin.

1. H5P: interaktive Inhalte

H5P ist das Must-Have Plugin auf jeder WordPress-Website. Es ist mit wenigen Klicks installiert – und sofort stehen einem jede Menge Interaktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Das ist super, wenn man direkt Lernangebote auf seiner Website veröffentlicht und für Lernende beispielsweise eine Selbstüberprüfung anbieten möchte. Ganz genau so lassen sich aber auch ‚Auflockerungen‘ in Blogbeiträge einbauen – beispielsweise so:

Ich nutze auch gerne das H5P-Akkordion, um unter einem Video die wichtigsten Inhalte zum Aufklappen zur Verfügung zu stellen. Als Beispiel kannst Du Dir dazu meinen DaF und BNE-Kurs ansehen.

Ausklappbares Element unter einem Video

Und hier ist solch ein Akkordion zum Ausprobieren:

Die Installation und Nutzung von H5P ist wirklich super einfach: Plugin im Verzeichnis suchen, aktivieren, H5P im Admin-Menü auswählen, Zugriff auf die H5P-Bibliotheken erlauben – und direkt einen ersten H5P-Inhalt erstellen. Die erstellten H5P-Inhalte können dann mittels Shortcode in Seiten oder Beiträge eingefügt werden.

2. Randomize: Zufällig angezeigter Text

Relativ neu entdeckt habe ich das Randomize-Plugin. Es ermöglicht eine Zufalls-Anzeige von Text, was im Bildungskontext auf unterschiedliche Art und Weise genutzt werden kann. Unter anderem kann man Anstöße zum Brainstorming geben oder auch ‚Aufwachfragen‘ für einen Energizer. wie ich es hier gemacht habe.

Toll an dem Plugin ist die einfache Nutzung: Ich kann so viele Zufalls-Auswahl-Sammlungen anlegen, wie ich möchte. Dazu muss ich nur jeweils eine neue Kategorie anlegen. Und alle Einzel-Texte in der jeweiligen Kategorie kann ich einfach als lange Liste reinkopieren. Dort wo ich meine Zufallsauswahl dann in einer Website oder in einem Beitrag verwenden will, füge ich einen Shortcode ein, bei dem ich festlege auf welche Kategorie zugegriffen werden kann.

Genau so wie ich auf dieser Website also z.B. die oben genannten ‚Aufwachfragen‘ veröffentlicht habe, kann ich hier auch eine Zufalls-Anzeige von Tipps zum schöneren Arbeiten integrieren.

Hier ist ein zufällig ausgewählter Tipp für Dich:

Zu lange To Do Liste? Fange mit drei Punkten an - und belohne Dich dann mit etwas Schönem.

Wenn Du Dir einen anderen Tipp anzeigen lassen willst, musst Du die Seite neu laden.

3. Redirect URL to Post: Weiterleitung zu zufälligen Beiträgen

Ebenso mit dem Zufall spielt das Plugin ‚Redirect URL to Post‚. Hierbei wird aber nicht spezifisch angelegter Text angezeigt, sondern ein zufällig ausgewählter Beitrag auf der Website. Ich habe diese Option bei mir sogar als Menüpunkt, weil ich es toll zum Stöbern finde.

Ebenso nutze ich das Plugin gerne in Lernangeboten, um es Lernenden in Kleingruppen z.B. zu ermöglichen, sich zu einem Zufalls-Beitrag leiten zu lassen, an dem sie dann gemeinsam arbeiten bzw. den sie kommentieren können. Hilfreich ist hierfür, dass ich den Link zum Zufallsbeitrag dahingehend konfigurieren kann, ob alle Beiträge angezeigt werden sollen – oder nur Beiträge einer bestimmten Kategorie.

4. Privacy Embed: Datenschutzfreundliche Einbettungen

Gerade bei Seiten, auf die ich Lernende dazu einlade, aktiv zu werden, möchte ich diese nicht in eine Situation bringen, in der ihre Daten ohne ihr Wissen bzw. Einverständnis getrackt und verkauft werden. Bei WordPress mag ich aber auf der anderen Seite gerade die Möglichkeit sehr gerne, Tweets und Videos einfach einbetten zu können. Dabei würde normalerweise immer eine Verbindung zu den Servern von Twitter oder Youtube hergestellt. Abhilfe schafft hier das Plugin Privacy Embed. Einmal installiert und aktiviert spielt es Youtube-Videos erst bei entsprechender Autorisierung ab. Tweets werden auf die Website gezogen und dort lokal gespeichert.

Diese Lösung ermöglicht somit sowohl die gewünschten Einbettungen, als auch für Nutzende die Situation selbst zu entscheiden, ob sie die Angebote für sich anklicken wollen.

5. Gravity Forms: Mitmachmöglichkeiten ohne Registrierung

Gravity Forms ist das einzige der hier vorgestellten Plugins für das ich Geld bezahle. Das lohnt sich für mich aber sehr, weil es auf sehr vielen meiner Websites zum Einsatz kommt. Gedacht ist es hauptsächlich als Formular-Plugin. Das bedeutet, dass ich damit Kontakt- oder auch Rückmeldeformulare anlegen kann. Noch viel häufiger nutze ich aber die Möglichkeit, aus eingegeben Formulardaten einen Beitrag zu generieren. Je nach Einstellung kann dieser entweder als Entwurf erstellt oder auch direkt veröffentlicht werden.

Mit dieser Möglichkeit gestalte ich z.B. eine sehr niederschwellige ‚Sessionplanung‘ bei offenen Lernformaten: Jede Person trägt ins Formular ein, was sie diskutieren will. Alle Diskussionswünsche erscheinen als Beitrag auf der Übersichtseite. Der Mitschrieb kann direkt über die Kommentarfunktion erfolgen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, Nutzende dazu zu motivieren, sich an einer Sammlung auf einer Website zu beteiligen. Sie müssen sich dazu dann nicht registrieren, sondern einfach nur ein Formular ausfüllen. Ich kann dann über den Beitrag im Entwurf drüber gehen – und ihn anschließend veröffentlichen. Diese Möglichkeit nutze ich unter anderem auf der Website Internetquatsch bei ‚Quatsch ergänzen‘

Bonus – Confetti: Kunterbunte gute Laune

Zum Abschluss und als Bonus noch ein eigentlich völlig nutzloses Plugin, was eine Website und insbesondere Lernangebote aber wunderbar auflockern kann: Confetti!

Das Plugin ermöglicht, was der Name verspricht. Nach der Installation und Aktivierung steht einem ein ‚Konfetti-Shortcode‘ zur Verfügung. Überall dort, wo man diesen einfügt, regnet es Konfetti.

Auf meiner Website hier nutze ich das Plugin auf meiner ‚Danke‘ Seite. Im Rahmen von Lernangeboten ist es super zum Abschluss im Sinne von ‚Danke fürs Mitmachen. Toll gelernt.‘

Hier kannst Du das Konfetti-Plugin direkt ausprobieren:

Und Du?

Was sind Deine Lieblings-Plugins bei WordPress im Bildungskontext? Ich freue mich darüber von Dir zu lesen. Gerne kannst Du auch unter diesem Tweet mit diskutieren.

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