Strukturiertes Blitzlicht mit Raumaufstellung

Die Methode ‚Blitzlicht‘ kommt häufig in Lernveranstaltungen zum Einsatz. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich dabei um eine sehr schnelle Einschätzungsrunde, bei der jede Person kurz zu einer Feedback-Frage Stellung nimmt. Sehr gut funktioniert solch ein Blitzlicht beispielsweise für eine ‚Wie geht es uns?‘-Abfrage während eines Lernangebots. Oder auch für eine ‚Wie fandest Du es heute?‘-Runde zum Abschluss. Der Reiz der Methode liegt darin, dass die Beteiligten aufgefordert sind, ganz kurz (= mit maximal einem Satz) Auskunft zu geben. Die Gruppe und auch man selbst als lehrende Person hat so schnell einen Überblick, wo man gemeinsam gerade steht.

Normalerweise wird das Blitzlicht als Runde durchgeführt, d.h. die Beteiligten Personen reden nacheinander. Oft geht es auch ganz wörtlich ‚im Kreis herum‘ – oder eben auch die Reihen entlang. So kommt jede Person einmal zu Wort.

Trotz der Kürze der einzelnen Statements bei dieser Methode, kann das Blitzlicht insgesamt bei größeren Gruppen schnell ermüdend werden. Oft passiert es dann doch, dass Menschen länger reden – oder es wird ganz viel wiederholt, was schon von anderen gesagt wurde.

Vor diesem Hintergrund verändere ich die Blitzlicht-Methode gerne, indem ich sie mit einer ‚Raumaufstellung‚ kombiniere. Das funktioniert dann so.

  1. Ich strukturiere das Blitzlicht in mehrere Unterfragen, die ich je mit zwei Polen notiere. Statt nur zu fragen ‚Gebt doch mal alle ein kurzes Blitzlicht, wie es Euch gerade geht?‘, bereite ich beispielsweise die folgenden Aufstellmöglichkeiten vor:
    • Ich bin rundum zufrieden – Ich bin ziemlich unzufrieden.
    • Mir geht es hier zu schnell – Mir geht es hier zu langsam.
    • Ich finde es zu schwer – Ich fühle mich unterfordert.
    • Ich möchte Lob loswerden – Ich möchte Verbesserungsvorschläge loswerden.
  2. Bei der Veranstaltung bewegen sich alle Beteiligten durch den Raum. Ich bitte dann zur ersten Aufstellmöglichkeit darum, sich im Raum zu platzieren. Das bedeutet: Wer rundum zufrieden ist, kommt auf die eine Seite des Raums. Wer ziemlich unzufrieden ist, kommt auf die andere. Und zwischen diesen beiden Polen können sich alle einsortieren, für die irgendein Zwischending gilt. Mit dieser Aufstellung hat die Gruppe und auch ich bereits ein erstes Stimmungsbild – ganz ohne, dass etwas gesagt werden muss.
  3. Nun wird die Grupenaufstellung mit dem Blitzlicht kombiniert. Der Unterschied zum klassischen Blitzlicht ist aber, dass nicht jede Person etwas sagen muss. Stattdessen holt man 2-3 Statements von den beiden Extremen und auch aus der Mitte ein. Je nach Gruppe kann man mit Meldungen arbeiten – oder aber auch einfach durch die Reihe laufen und Menschen ansprechen, ob sie etwas sagen wollen.
  4. Nach diesen Statements folgt wieder Bewegung im Raum. Bis das nächste Statement vorgelesen wird – und um Aufstellung im Raum dazu gebeten wird. Dann schließt sich wieder eine kurze verbale Abfrage an.
  5. Diese Runden können nun beliebig wiederholt werden. Ich finde 3-5 Aufstellungen eine ganz gute Anzahl. Und es ist hilfreich, wenn man darauf achtet, dass bei der verbalen Abfrage nicht immer die gleichen Menschen reden.

Mein Fazit

Bei mir hat diese Kombinations-Methode bisher immer gut funktioniert. Ich mag es dabei vor allem gerne, dass sich Fragen passend zum jeweiligen Lernangebot vorbereiten lassen, dass es sehr aufgelockert ist, dass sich nichts oder nur wenig wiederholt und dass sich auch stille Menschen durch die Aufstellung beteiligen können. Ich kann die Methode somit zum Nachmachen empfehlen!


Beitrag merken & teilen

Hier kannst Du dir den Link zum Beitrag kopieren - beispielsweise um ihn für Dich zu speichern oder mit anderen zu teilen.