OERcamp in Lübeck

Nach über einem Jahr Pause kommt das nächste OERcamp: Es findet statt am 13. und 14. Juni an der TH Lübeck. In diesem Blogbeitrag habe ich aufgeschrieben, warum ich eine Teilnahme empfehle und an welchen Projekten ich in Lübeck (vielleicht ja gemeinsam mit Dir?) weiter denken möchte.

Was ist ein OERcamp?

Als OERcamp bezeichnet man die Treffen der Praktikerinnen und Praktiker von freien Bildungsmaterialien (und von allen, die das werden wollen).

  • Das OER in OERcamp steht für Open Educational Resources. Das sind Bildungsmaterialien, die offen lizenziert sind. (Wenn Du in 5 Minuten einen Überblick zu OER bekommen willst, dann empfehle ich Dir meinen Blogbeitrag Einstieg OER)
  • Das ‘camp’ steht für Barcamp. Beim OERcamp in Lübeck handelt es sich allerdings nicht um ein reines Barcamp (d.h. nicht alle Sessions werden vor Ort von den Teilgebenden geplant), sondern es gibt auch einige feste Workshops.

Warum sollte ich am OERcamp in Lübeck teilnehmen?

Zusammengefasst finde ich OERcamps vor allem aus drei Gründen empfehlenswert:

  • OER sind spannend. ‘Offene Lizenzierung’ klingt zunächst wie eine eher langweilige, juristische Spitzfindigkeit. Doch dies hat enormes Potential für zeitgemäßes Lehren und Lernen. Denn eine offene Lizenzierung ermöglicht eine fast beliebige Weiternutzung der Inhalte. Deshalb sind es von OER hin zu kollaborativen, solidarischen und projektorientierten Lernformen meist nur ein kleiner Schritt. Es lohnt sich, darüber mehr zu lernen und sich dazu auszutauschen, wenn man insgesamt an gutem Lehren und Lernen in einer digitalisierten Welt Interesse hat.
  • Die OER-Community ist toll Insbesondere dank der vielen OERcamps in den zurückliegenden Jahren sowie dank finanzieller Förderungen für das Thema, haben sich nicht nur OER im Bildungsbereich immer weiter verbreitet. Zugleich ist auch eine ‘OER Community’ entstanden, in der Projekte gemeinsam geplant und gestaltet werden und es sehr viel Austausch gibt. Ich mag an den OERcamp insbesondere den bildungsbereichsübergreifenden Ansatz: Es ist erfahrungsgemäß so, dass das Zusammenkommen von Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen viele Inspirationen garantiert. Außerdem mag ich es gerne, dass immer wieder so viele Menschen ganz neu zum Thema OER dazu kommen und damit dann oft auch zu den OERcamps.
  • Das Veranstaltungsformat garaniert maximale Lern- und Austauschmöglichkeit: Ich mag den Mix aus Workshops, offenen Barcamp-Format und Stationen sehr gerne. Dadurch ist es unter anderem auch für Neulinge im Bereich der freien Bildungsmaterialien sehr gut möglich, sich zurechtzufinden und einzubringen. In Lübeck wird es zusätzlich auch ein Mentorenprogramm für ‘Newbies’ geben.

Meine Planungen für Lübeck

Ich freue mich in Lübeck auf viele interessante Sessions und Gespräche. Die folgenden drei Projekte/ Fragen bringe ich selbst mit bzw. bin daran beteiligt:

  • Im Vorfeld des OERcamp (offen für alle angemeldete Barcamps) gibt es das Angebot ‘Wie wir Barcamps gut dokumentieren – ein Praxis-Workshop’. Im Interview mit OERInfo haben Jöran und ich kurz skizziert, um was es uns bei diesem Workshop geht. Ich finde es sehr wichtig, dass wir das Thema aufgreifen. Denn gute Dokumentation ist für gute Barcamps sehr entscheidend. Und auch aus individueller Perspektive ist Dokumentation ein wichtiges Thema, da es immer auch eine Form von Lernen ist.
  • Zu Jahresbeginn haben André Spang und Thorsten Larbig den #EdChatDe (einen wöchentlichen Twitterchat für Lehrende, den sie über 5 Jahre begleitet haben) in die Hände der Community gelegt. André hat dazu hier gebloggt. Leider stockt das Projekt seitdem. Ich würde gerne darüber diskutieren, wie wir solch ein offenes Format wieder aufgreifen und geg. weiter führen können.
  • Im letzten Jahr haben wir auf einer Veranstaltung von Jointly einen ersten Prototyp einer ‘Bildungsmaterialspende’ entwickelt. Es handelt sich dabei um einen Online-Service, bei dem erstellte Bildungsmaterialien abgegeben und dann mit Metadaten versehen, juristisch geprüft und veröffentlicht werden. Ich möchte gerne diskutieren, ob und wie sich dieses Projekt aktiv in Gang bringen lässt und welche Strukturen es dazu braucht.

Deine Unterstützung vorab bzw. auch ohne Teilnahme

Um die Bildungsmaterialspende bereits vor Lübeck etwas bekannter zu machen und auf mögliche Fehler zu überprüfen, möchte ich ab der kommenden Woche gerne eine Mini-Twitter-Challenge starten. Für den Start suche ich dafür Menschen, die schon einmal ein offenes Bildungsmaterial erstellt haben und Twitter nutzen. Du kannst auch mitmachen, wenn Du in Lübeck nicht dabei bist. Schicke mir am besten eine Nachricht via Twitter oder per Mail, wenn Du Interesse hast. Ich melde mich dann mit weiteren Informationen bei Dir.

Jetzt anmelden!

Das wichtigste zum Schluss: Um Dich direkt für das OERcamp in Lübeck anzumelden, folgst Du am besten diesem Link zum Anmeldeformular. Die Teilnahme am OERcamp ist kostenfrei und in einigen Bundesländern als Bildungsurlaub anerkannt.


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