Design Thinking zum Ausprobieren, Reflektieren und Weiternutzen

Veröffentlicht am 18.11.2019

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In diesem Beitrag teile ich mein Konzept für einen Design Thinking Workshop im Bereich der Produktentwicklung für Bildungsmaterialien. Ziel des Workshops ist es erstens, durch praktische Anwendung von Design Thinking Ideen für innovative Produkte zu entwickeln. Zweitens sollen die Teilnehmenden die Methode des Design Thinking reflektieren und perspektivisch selbst nutzen können. Ich kann mir zahlreiche Übertragungen und Anpassungen dieses Workshopkonzepts im Bildungsbereich vorstellen. Zum Beispiel eine Nutzung für die Entwicklung von Projektideen, Lernkonzepten oder Unterrichtsideen. Darüber hinaus kann das Konzept auch für all jene hilfreich sein, die allgemein über die Methode des Design Thinking lernen wollen.

Folgende Materialien stehen Dir zur Weiternutzung unter Public Domain zur Verfügung. Du kannst sie ohne weitere Angaben weiter nutzen und beliebig für Deine Lernsituation anpassen:

Zusätzlich benötigst Du pro Kleingruppe ein Set ‘Trend Cards’. Diese sind kostenfrei erhältlich via Board Of Innovation.

Rahmen des Workshops

Der Workshop ist angelegt für einen Zeitraum von mindestens 4 Stunden zuzüglich Pausen. Wenn mehr Zeit zur Verfügung steht, lassen sich mehr Übungen integrieren oder mehr Zeit für die einzelnen Übungen zur Verfügung stellen. Durchgeführt wird der Workshop am besten in einem größeren Raum, der den Teilnehmenden die Möglichkeit bietet, an Tischen in Kleingruppen von 4-5 Personen zusammen zu arbeiten. Daneben wird eine Präsentationsmöglichkeit benötigt, um jeweils die nächsten Aufgaben vorstellen zu können. Insgesamt sollte die Teilnehmerzahl 20 Personen (entspricht 4 Gruppen mit 5 Personen) möglichst nicht überschreiten.

Benötigte Materialien

Je nachdem, welche Übungen im einzelnen ausgewählt werden, sind unterschiedliche Materialien erforderlich. Mindestens benötigt man Post-Its und einige ‘Bastelmaterialien’ wie Knete oder auch einfach Schere, Kleber buntes Papier zur Gestaltung der Prototypen. Mein Vorschlag beinhaltet außerdem eine Übung mit Lego und das praktische Gestalten einer Persona mit einer Holzfigur. Sollten diese Materialien nicht vorhanden sein, können hier aber Alternativen gefunden werden.

Hinzu kommen die oben verlinkten Print-Produkte (HandOut für die TN mit ‘Füllung’ und ein Set TrendCards pro Gruppe).

Inhalte und Schritte

Der Design Thinking Prozess wird allgemein in 5 Phasen unterteilt: Zunächst wird beobachtet und erkundet, um was es überhaupt geht. Darauf aufbauend kann zweitens die genaue Herausforderung definiert werden. Als dritte Phase schließt sich die Entwicklung von Ideen an, auf die die Gestaltung eines Prototypen folgt. Zum Abschluss wird der Prototyp vorgestellt und kann perspektivisch getestet werden. Für jede Phase gibt es mehrere Aktivitäten, die Teilnehmende in der Regel in ihrer Kleingruppe durchführen.

Da es im Workshop sowohl um das Ausprobieren als auch die Reflexion von Design Thinking geht, beinhaltet jede Aktivität einen Dreiklang:

  1. die Aktivität wird vorgestellt: Was ist zu tun? Wieviel Zeit steht zur Verfügung?
  2. die Aktivität wird gemacht, d.h. durch die Teilnehmenden gemacht/ ausprobiert.
  3. die Aktivität wird erklärt: Welchen methodischen Sinn hat sie? Mit welchem Ziel wurde sie ausgewählt?

Auf einer Meta-Ebene lassen sich im Design Thinking Prozess jeweils zwei gegensätzliche Denkbewegungen unterscheiden: Zum einen wird divergiert, das bedeutet möglichst breit, vielfältig und gerne auch verrückt gedacht. Zum anderen wird konvergiert, das bedeutet strukturiert, ausgewählt und weiter entwickelt. Teilnehmenden sollte klar sein, welche Denkbewegung in einer Übung jeweils gefragt ist.

Zeitlicher Ablauf

Der Workshop lässt sich gut in drei Zeitblöcken durchführen:

Dazwischen sollte ausreichend Zeit für Pausen eingeplant werden.

Vorstellung einzelner Aktivitäten

Der Ablauf des Workshop ergibt sich aus der Präsentation und dem Hand-Out. Für Deinen eigenen Workshop kannst Du hier einfach Aktivitäten ergänzen, streichen oder abwandeln.

Die Aktivitäten sind bewusst vielfältig gewählt, um den Teilnehmenden ein möglichst breites Methoden-Repertoire zur späteren eigenen Gestaltung von Design Thinking Workshops an die Hand zu geben. Unter anderem sind die folgenden Aktivitäten enthalten:

Es ist wichtig, für die vorgesehenen Aktivitäten der Teilnehmenden jeweils eine klare Zeitangabe vorzugeben. So entsteht ein spielerisches Element und durch die tendenzielle Knappheit der Zeit kommen Teilnehmende direkt zur Sache.

Fazit: Ausprobieren!

Ich freue mich über Feedback zu Erfahrungen und Modifikationen. Gerne auch als Reply auf diesen Tweet oder per Mail

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