Willkommen zur Sommer-Edumail, die ich wenige Tage vor meinem Urlaub schreibe. Ich freue mich sehr darauf, den Kopf frei zu bekommen, ganz viel draußen zu sein und Neues zu erkunden – und ich wünsche Dir, dass auch Du dazu in den nächsten Wochen Zeit findest 🙂 Wenn Du dann (hoffentlich gut erholt und motiviert) neue Inspirationen für gute Bildung suchst, dann kann Dir diese Edumail helfen. Unter anderem geht es um die Konzeption von Lernangeboten, bei denen gemeinsam etwas erarbeitet wird, um einen Methodenbaukasten zu Kollaboration und Kultur des Teilens, um vorherrschende Bilder von Künstlicher Intelligenz (KI) und was daran problematisch ist und um ein neues Tool für die Gestaltung kollaborativer Zufallsanzeigen.
PS. Wenn Du Dich jetzt schon auf den Herbst vorfreuen willst, dann melde Dich zum Educamp an – ein offenes Barcamp zu Bildung an meinem Wohnort Halle (Saale) vom 22-24. September 2023. Ich würde mich sehr freuen, Dich dort persönlich zu treffen!
🎲 Neues Online-Tool: Kollaborative Sammlungen mit Zufallsanzeige
Ich nutze in meinen Lernangeboten sehr gerne Zufallsanzeigen. Was mir dazu bisher noch fehlte, war ein Tool, mit dem sich die Einträge solcher Zufallsanzeigen kollaborativ sammeln lassen. Deshalb habe ich genau dafür ein offenes Online-Tool entwickelt. Du kannst damit eine Sammlung zu einem von Dir gewünschten Thema anlegen und den Link dann mit allen teilen, die sich beteiligen sollen. Diese Personen können dann sowohl Beiträge ergänzen, als auch sich per Zufall einen Beitrag anzeigen lassen. Wie wäre es z.B. eine kollaborative Sammlung mit Buchempfehlungen im Kollegium anzulegen oder mit Sommerferientipps in der Lerngruppe? Hier kannst Du Kosazu (= kollaborative Sammlungen mit Zufallsanzeige) ausprobieren.
🤖 Wie illustrieren wir ‚KI‘ (und warum ist das oft problematisch)?
Wenn Du im Internet nach Bildern zu ‚Künstlicher Intelligenz‘ suchst, dann findest Du viel in blau, viele (oft weiße) Roboter oder auch Nachbildungen des menschlichen Gehirns.
Solche Bilder prägen dann unsere Vorstellungen von KI: als etwas das außerhalb unserer Gestaltungsfähigkeit liegt und das vermeintlich immer menschenähnlicher wird. Gegen diese Orientierung will die Initiative ‚Better Images Of AI‚ aktiv werden. Auf der Website der englischsprachigen Initiative wird ausführlich dargestellt, was an solchen Darstellungen problematisch ist. Als Alternative gibt es eine Datenbank mit offen nutzbaren KI-Bildern, die eine andere Perspektive ermöglichen. Ich habe über die wichtigsten Aspekte gebloggt – und in diesem Rahmen einen offen weiternutzbaren H5P-Inhalt erstellt, der die 8 typischen Fehler bei der KI-Visualisierung zusammenfasst.
Vom 22.-24 September findet das diesjährige Educamp an meinem Wohnort in Halle (Salle) statt. Es ist ein offenes Barcamp zu allen Facetten von Bildung und für alle Bildungsbereichen. Die Anmeldung ist kostenfrei. Du bist herzlich dazu eingeladen! Vor allem aus drei Gründen möchte ich Dir eine Teilnahme empfehlen: 1. Das Educamp gibt es bereits seit 2008 und ist damit eine wichtige Institution in der deutschsprachigen Bildungslandschaft. Bei einem Educamp mitzumachen, gehört also irgendwie dazu, wenn man im Bereich Bildung aktiv ist. 2. Veranstaltungsort ist das Bildungshaus Riesenklein – ein inklusiver Lernort für Kinder und Jugendliche ab dem ersten Lebensjahr bis zu ihrem Schulabschluss. Das pädagogische Konzept ist von der Freinet-Pädagogik geprägt und umfasst unter anderem selbstbestimmtes Lernen, demokratische Gestaltung, Nachhaltigkeit und Ganzheitlichkeit. Wenn Du einen spannenden Lernort kennen lernen und Dich davon inspirieren lassen willst, dann hast Du beim Educamp dazu quasi ’nebenher‘ die Gelegenheit. 3. Das Educamp ist ein Barcamp für alle Generationen. Auch Kinder und Jugendliche sind Teil des Barcamps und bieten eigene Sessions an. Falls Du selbst Kinder hast, kannst Du sie deshalb sehr gerne mitbringen. Schon jetzt sind fast 20 Kinder angemeldet. Und auch wer selbst keine Kinder hat, kann von generationenübergreifendem Lernen profitieren.
🤝 Eine Kultur des Teilens entwickeln und verankern
Im Juni hatte ich eine spannende Veranstaltung mit Schulleitungen der Progenius/ Poligenius Schulen. Gemeinsam haben wir Ideen entwickelt für Fortbildungstage im Herbst an ihren jeweiligen Schulen zum Thema Kollaboration und Kultur des Teilens. Im Ergebnis ist ein ‚methodischer Baukasten‘ mit über 20 Vorschlägen entstanden, die Du direkt weiternutzen kannst.
Das Projekt ist für mich zugleich ein wunderbares Beispiel dafür, wieviel entstehen kann, wenn man sich Zeit und Raum nimmt, um gemeinsam Ideen zu entwickeln. Wenn Du also noch dabei bist, zu überlegen, wie Euer nächster Team-Fortbildungstag aussehen könnte, dann ist es vielleicht eine gute Idee, mal nicht vorrangig auf Input zu setzen, sondern gemeinsam einen Ideenentwicklungsprozess zu gestalten. In meinem Blog habe ich das mit den Schulleitungen genutzte Konzept hierfür ausführlich aufgeschrieben.
🌱 Workshopkonzept: Ideen für ‚Veränderungskompetenz‘
Kollaborative Ideenentwicklungsprozesse klappen auch schon mit wenig Zeit. Bei der diesjährigen re:publica habe ich in einem nur einstündigen Woirkshop gemeinsam mit den Teilnehmer*innen Ideen für Veränderungskompetenz als Lernziel entwickelt. Auch über dieses Konzept habe ich gebloggt – und im Rahmen dieses Beitrags zugleich unsere entwickelten Ideen dokumentiert.
Seit Anfang des Jahres schreibe ich ein Ideentagebuch, d.h. ich notiere jeden Tag mindestens eine Idee und teile sie öffentlich. Drei Ideen aus den letzten Wochen möchte ich gerne auch hier weitergeben. weil ich denke, dass sie für Dich hilfreich sein könnten: 1. Mindestens so wichtig, wie etwas neu und anders zu gestalten, ist es, überholte Sachen aufzugeben und bewusst zurückzulassen. Dazu lässt sich (vielleicht im neuen Schuljahr) eine ‚Loslassen-Challenge‚ starten: Jeden Monat bzw. jede Woche überlegen sich alle Beteiligten eine Routine / eine Regel/ eine Struktur …, die sie zurücklassen/ beenden/ verlernen wollen. 2. Wer Bewegungs-Internetquatsch als Energizer zwischendrin sucht, findet jetzt ein Tool dazu. In 60 Sekunden werden nacheinander 6 Bewegungen angezeigt, die allerdings nicht nacheinander, sondern aufbauend aufeinander durchgeführt werden müssen. Weil ich die Idee spaßig fand, habe ich sie mit der Website Zufallsverrenkung direkt umgesetzt. 3. Eine Praxisübung in Wertschätzung ist diese Idee, die in wahrscheinlich jeden Workshop passt: Bevor es in einem Workshop in die Pause geht, überlegen sich die Teilnehmer*innen, wessen Beiträge für sie bislang besonders hilfreich waren und warum. Während der Pause können sie das dann als Feedback an die betreffende Person weitergeben.
Ich wünsche Dir einen wunderbaren Sommer, gute Erholung, spannende Erlebnisse und ganz viel neue Energie! Wenn Du Lust hast, mit mir gemeinsam ein Projekt für gute Bildung auf den Weg zu bringen, dann melde Dich gerne bei mir. Ab Oktober habe ich noch freie Kapazitäten und freue mich über spannende Anfragen!
Herzliche Grüße Nele
PS. Ganz neu online ist ein offener Online-Kurs zum Thema Beratung in einer zunehmend digital geprägten Gesellschaft, an dem ich mit beteiligt war. Du kannst ihn nach kostenfreier Registrierung auf der Plattform oncampus offen nutzen. Hier findest Du weitere Informationen.
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