Not-To-Do-Liste: Fokus auf gutes Arbeiten

Ich bin zurück aus der Sommerpause – und solch eine Auszeit ist immer eine gute Möglichkeit, um die eigene Arbeit mit etwas Abstand zu betrachten und sich zu fragen: Wie möchte ich arbeiten?

Ich bin mit meiner Arbeit insgesamt sehr zufrieden. Darum gibt es bei mir gar nicht so viele Dinge, die ich ändern möchte. Trotzdem kann es lohnend sein, darüber nachzudenken, wie es besser gehen würde. Ein hilfreiches Instrument hierfür ist eine ‚Not-To-Do-Liste‘. Wie der Name bereits sagt, steht dort alles drauf, was ich nicht machen bzw. zukünftig möglichst vermeiden will. (Vielleicht kennst Du die Not-To-Do-Liste von Marc-Uwe Klings Känguru 🙂)

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten einer Not-To-Do-Liste.

  1. Eine kurzfristige Liste: Hier steht alles drauf, was ich in aktuellen Arbeitsprozessen (am heutigen Tag bzw. in dieser Woche) nicht machen möchte. Beispielsweise, dass ich nicht mit meinen administrativen Arbeiten starten will oder dass ich erst einmal nicht an einem bestimmten Projekt weiterarbeiten will. Solche Punkte kann ich nicht dauerhaft von meiner To Do Liste auf meine Not To Do Liste schieben, aber zumindest für eine gewisse Zeit eine andere Priorität setzen.
  2. Eine längerfristige Liste: Hier steht alles drauf, was ich grundsätzlich nicht machen bzw. wie ich nicht arbeiten möchte.

Während ich eine kurzfristige Not-To-Do-Liste recht einfach finde, da es sich im wesentlichen um Arbeitsplanung mit sinnvoller Prioritätensetzung handelt, ist eine längerfristige Liste schwieriger. Man läuft Gefahr, sie sehr oberflächlich zu gestalten und Allgemeinplätze zu notieren (zu wenig Schlaf, zu wenig trinken, nicht Nein sagen können …). In diesem Fall hilft eine Not-To-Do-Liste nicht viel – sondern wirkt eher nur wie ein permanentes schlechtes Gewissen.

Wertvoll wird eine Not-To-Do-Liste für mich dann, wenn ich versuche, möglichst wenig darauf zu notieren, aber dafür sehr spezifische Sachen – bei denen ich es dann auch wirklich ernst nehmen will, es zukünftig nicht zu tun.

Bei mir stehen unter anderen die folgenden Dinge auf meiner Not-To-Do-Liste:

  • zu ‚Vor Ort‘ Terminen zusagen, wenn Online mindestens ebenso gut gehen würde.
  • Termine in Familienzeit legen.
  • den Tag beenden, ohne dass ich länger draußen war.
  • Anfragen zusagen, bei denen ich die Bezahlung unfair finde (Ich meine damit nicht, viele Soli-Projekte, die ich gerne mache und auch weiterhin machen werde).
  • den Tag ohne Arbeitsplanung/ Prioritätensetzung beginnen.

Für Dich sind sehr wahrscheinlich andere Aspekte relevant. Nimm Dir doch ein bisschen Zeit und überlege Dir, welche 5 Punkte Du unbedingt auf Deine Not-To-Do-Liste schreiben möchtest. Ich wünsche Dir viel Freude dabei!

PS. Not-To-Do-Listen finde ich auch ein spannendes Instrument in kollaborativen Arbeitsprozessen. Hier kann man sich gemeinsam die Frage stellen: Wie wollen wir in jedem Fall nicht zusammen arbeiten? Was möchten wir im Rahmen gemeinsamer Aktivitäten vermeiden?


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