Was ich 2023 weiter oder neu voranbringen will …

Anstatt zum Jahresende 2022 eine Prognose zu wagen, was uns in der Bildung im neuen Jahr erwartet, schreibe ich lieber auf, was ich weiter oder neu voranbringen möchte. Es sind Themen, die meiner Einschätzung nach zurzeit relevante ‚Knackpunkte‘ sind und mit denen es gelingen kann, Veränderungen hin zu besserer Bildung für alle zu erreichen.

1. Kritischer Blick auf die Digitalisierung in der Bildung

Noch vor einigen Jahren sammelten sich progressive Pädagog*innen relativ zuverlässig um Fragen der Digitalisierung in der Bildung. Wer zu diesem Thema aktiv war, fand sehr einfach Mitstreiter*innen, die gleiche oder ähnliche Ziele im Blick hatten. Inzwischen nehme ich auch sehr viel mehr ’schlechte‘ Digitalisierung in der Bildung wahr. Dazu gehört beispielsweise, dass das Lernen mit digitalen Tools nur oberflächlich aufgemotzt wird, ohne die dahinter liegende Lernkultur zu verändern. Hinzu kommt gesamtgesellschaftlich ein generelles und wachsendes Unbehagen wie Digitalisierung (in allen Bereichen, nicht nur in der Bildung) gestaltet ist. Nicht zuletzt der Twitter-Kauf von Elon Musk hat hier den Blick darauf gerichtet, dass ein ‚gesundes Internet‘ mehr Dezentralität und Offenheit anstelle proprietärer Plattformen braucht.

Ich finde deshalb, dass es Zeit ist für einen mehr kritischen und hinterfragenden Blick. Das bedeutet, dass es mehr Raum dafür braucht, sich darüber zu streiten, wo es hingehen soll mit der Digitalisierung in der Bildung. Und welchen Einfluss dies auch auf die weitere Entwicklung der Digitalisierung in unserer Gesellschaft haben kann. Das kann über Veranstaltungen passieren oder auch über ein längerfristig angelegtes (Online)-Debattenformat. Sehr gerne möchte ich so etwas (mit)konzipieren und auf den Weg bringen.

2. Mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Unsere Welt ist immer krisenhafter. Insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels prägen schon jetzt unseren Alltag. In den nächsten Jahren werden sie noch deutlich spürbarer sein. Lernen für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist deshalb quer durch alle Bildungsbereiche zentral. Ich habe bereits in den Vorjahren Kurse und Projekte zu diesem Thema angestoßen, konzipiert und durchgeführt und möchte daran gerne weiter arbeiten.

3. Lernziel: Weltverbessern!

Aus der oben beschriebenen Krisenhaftigkeit unserer Welt folgt, dass das Ziel von Bildung nicht mehr darin bestehen kann, dass Lernende in bestehende Strukturen eingepasst werden. Stattdessen müssen sie ermächtigt werden, Bestehendes zu hinterfragen und zu verändern. Reformpädagogische Ansätze verfolgen dieses Ziel schon immer, denn sie hatten und haben bei der Gestaltung von Lernen immer auch das gesellschaftsverändernde Potential von Bildung im Blick. Vor diesem Hintergrund möchte ich gerne mithelfen, reformpädagogische Bildungsansätze bekannter zu machen und zu verbreiten. Ganz konkret nehme ich mir vor, selbst mehr zum Thema zu lernen, zu erkunden und darüber zu bloggen. Wichtig finde ich das übrigens nicht nur für den schulischen Bereich, sondern insbesondere auch für Hochschule und Erwachsenenbildung.

4. Hoheit über die eigenen Tools und Daten

Neben kritischer Digitalität, BNE und Reformpädagogik wirkt das vierte Thema – Hoheit über die eigenen Tools und Daten – fast schon zu pragmatisch. Ich sehe darin aber einen zentralen Schlüssel für gute Bildungsentwicklung in einer digitalisierten Gesellschaft. Denn ohne Hoheit über die eigenen Tools und Daten ist Digitalisierung für Pädagog*innen eine nicht sinnvoll leistbare Herausforderung. Sie werden dann aufgerieben zwischen kommerziellen Werbe-Versprechen vermeintlich pädagogisch wertvoller Apps, nicht erfüllbaren Datenschutzanforderungen und Selbstzweifeln, wenn eigene Lernangebote oder auch Ergebnisse von Lernenden zu wenig ‚Instagram‘-tauglich sind … Der Grundsatz ‚Own your own stuff‘ kann in dieser Situation für so viele Herausforderungen eine wunderbare Lösung sein.

Vor diesem Hintergrund möchte ich gerne Lernangebote gestalten, bei denen Pädagog*innen genau dieses ‚Handwerkzeug‘ entwickeln können. Dazu gehört z.B. die Einrichtung einer eigenen Website mit integriertem H5P, die Installation einer Cloud oder auch die Gestaltung einfacher, browserbasierter Tools zum Lernen. Sehr gerne möchte ich außerdem mit Menschen und Organisationen, die Verantwortung für Aus- und Weiterbildung von Pädagog*innen tragen, in den Dialog kommen, wie dieses Ziel grundlegend in Lernangeboten für Pädagog*innen verankert werden kann.

5. Selbstermächtigende Lernformate

Ich bin schon lange eine große Freundin von offenen Lernformaten wie beispielsweise Barcamps, die ausgehend von den Fragen der Lernenden gestaltet sind. Wenn ich zur Konzeption und Durchführung z.B. von Pädagogischen Tagen oder anderen Veranstaltungen beauftragt werde, dann bemühe ich mich deshalb immer sehr darum, Elemente solcher offenen Lernformate vorzuschlagen und zu integrieren. Das möchte ich gerne auch zukünftig machen. Hilfreich fände ich außerdem mehr Meta-Lernangebote. Also Lernangebote, die die Frage beantworten: „Wie konzipieren wir unseren nächsten pädagogischen Tag (oder eine andere Veranstaltung)?“

Fazit: Bitte melde Dich 🙂

Wenn Du an ähnlichen Ideen überlegst und/ oder bei dem einen oder anderen Thema Interesse an einer Zusammenarbeit hast, dann nimm Kontakt zu mir auf. Als Freiberuflerin kann ich vieles auch ‚einfach so‘ anstoßen – beispielsweise durch meine ehrenamtlichen Aktivitäten als Impulsgeberin für gute Bildung mit meinem Blog oder der Edumail. Für größere Projekte benötige ich aber Verbündete und Auftraggeber*innen. In diesem Sinne freue ich mich, wenn Du diese Themen vielleicht in der Planung Deiner Organisation unterbringen kannst und/ oder gemeinsam mit mir an möglichen Umsetzungen weiter denken willst. Und natürlich bin ich auch neugierig darüber zu lesen, welche Themen und Aktivitäten Du Dir für das Neue Jahr vornimmst.

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