Feedback in der Kultur der Digitalität

Veröffentlicht am 8.12.2020

Die Heinrich Heine Realschule in Hagen hat mich für einen Input angefragt zum Thema Feedback in einer Kultur der Digitalität. Leider passte es zeitlich nicht. Über die Anfrage habe ich inhaltlich aber noch weiter nachgedacht. Dabei fiel mir auf, dass ‘Feedback in der Kultur der Digitalität’ ein wirklich großartiges Thema ist, um über ganz viele Aspekte einer zeitgemäßen Bildung zu reflektieren. Ein paar erste Gedanken dazu teile ich in diesem Blogbeitrag.

Was ist Feedback? Was ist Kultur der Digitalität?

Feedback lässt sich knapp als Rückmeldung zu einer Äußerung oder einer Aktivität definieren. Im Kontext von Bildung bezieht sich Feedback in diesem Sinne meist auf eine Rückmeldung zum Lernen (oder auch zum Lehren).

Mit Kultur der Digitalität ist gemeint, dass Digitalisierung ein Prozess ist, der unser aller gesellschaftlicher Leben in praktisch allen Bereichen prägt - und damit nicht nur originär digitale/ technische Entwicklungen betrifft. Für die Schule (oder auch für andere Bildungseinrichtungen) ergibt sich daraus die Schlussfolgerung, dass sich Lehren und Lernen in einer Kultur der Digitalität grundlegend ändern muss - und Digitalisierung an der Schule deshalb nicht bedeuten kann, die Bildung des Buchdruckzeitalters mit Tablets und interaktiven Whiteboards fortzusetzen. Als grundlegend für Bildung in einer Kultur der Digitalität gelten die Schlüsselkompetenzen Kollaboration, Kommunikation, Kreativität und Kritisches Denken, die oft als ‘4K’ abgekürzt werden.

Zum Verständnis der Kultur der Digitalität finde ich das ‘Denkmodell des Büffelns’ versus das ‘Denkmodell des Rauskriegens’ von Lisa Rosa sehr hilfreich, das wir - leicht angepasst - im Frühling hier bei den Edunauten verwendet haben

Welche Aspekte umfasst Feedback in einer Kultur der Digitalität?

Wenn sich Lehren und Lernen in der Kultur der Digitalität grundlegend verändert, verändert sich damit auch die Art und Weise von Feedback:

Feedback beim Online Lernen

Die oben genannten Aspekte gelten für zeitgemäße Pädagogik insgesamt - unabhängig davon ob sie analog, hybrid oder online stattfindet. Wenn man aber gezielt das Online-Lernen in den Blick nimmt, eröffnet das Nachdenken über Feedback noch einen weiteren spannenden Aspekt: Feedback ist Teil von Kommunikation - und wie diese gestaltet wird, ist im Online Kontext noch deutlich weniger selbstverständlich bzw. sozial eingeübt wie in Präsenz-Situationen. Im Online Lernen ist bei Feedback deshalb eine doppeldeutige Situation beobachtbar:

Im Distanzlernen wird / wurde diese Ambivalenz offensichtlich und für viele erlebbar. Meine These ist hier, dass bei klassisch (d.h. im Sinne des Buchdruckzeitalters) gestalteter Pädagogik oft die Grenzen deutlich wurden, während sich bei zeitgemäßen Lernformaten auch und gerade die Potentiale zeigten. Das kann aus meiner Sicht einen guten Ausgangspunkt darstellen, um auf dieser Grundlage darüber zu reflektieren, wie wir Lehren und Lernen und damit auch Feedback in einer Kultur der Digitalität gestalten wollen.

Zum Abschluss: ein paar Tools :-)

Im Blogbeitrag sollte deutlich geworden sein, dass zeitgemäßes Feedback nicht primär eine Frage von Tools ist. Weil Tools aber auch einfach Spaß machen können, teile ich hier abschließend ein paar offene Webtools für Feedback:

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