Flinga: Offenes Brainstorming-Tool, kollaborative Mindmap & Whiteboard

Als Online-Kollaboration-Tool für Brainstorming Zwecke und Evaluationen nutze ich sehr gerne ONCOO. Die Funktionsweise dieser Tools habe ich in einem früheren Blogbeitrag vorgestellt. Neu ausprobiert habe ich nun das finnische Tool Flinga.

Was ist Flinga?

Flinga ist ein webbasiertes Tool, mit dem sich sehr einfach Online-Kollaborationsumgebungen gestalten lassen. Grundsätzlich steht eine Brainstorming-Umgebung (Flinga Wall) und ein kollaboratves Whiteboard (Flinga Whiteboard) zur Auswahl zur Verfügung. Die anbietende Person einer Online-Kollaborationsumgebung muss sich bei Flinga zur Nutzung kostenfrei registrieren und kann dann direkt die gewünschte Kollaborationsumgebung anlegen. Lernende können diese Umgebungen dann ohne Registrierung nutzen. Zum Teilen wird ein direkter Link, ein Code zum Eingeben und ein QR-Code zur Verfügung gestellt.

Die Einrichtung von Flinga-Umgebungen ist auf 5 Stück begrenzt. Wer das Maximum erreicht hat, muss eine frühere Umgebung löschen, um eine weitere anlegen zu können.

Was sind die Vorteile von Flinga?

Mir gefallen an Flinga mehrere Aspekte sehr gut:

  • Die Benutzeroberfläche ist intuitiv bedienbar und sehr übersichtlich. Auch die mobile Ansicht funktioniert einwandfrei. Zur Nutzung muss nichts installiert werden.
  • Bei der Pinnwand können Lernende sowohl Einträge vornehmen als auch die Einträge von anderen mit ‘Gefällt mir’ markieren. In den Text können Links integriert werden (mit https, www oder http am Anfang). Außerdem können auch Bilder gepostet werden.
  • Das Whiteboard bietet zusätzlich zum einfachen Zeichnen die Möglichkeit, aus vordefinierten Formen auszuwählen (Kreis, Viereck, Person, Text) und ist somit optimal zum Gestalten von Mindmaps.
  • Die Einstellungen lassen sich spezifisch gestalten: Sollen Lernende alle Einträge weiter bearbeiten können oder nur ihre eigenen oder gar keine? Soll die Ansicht chronologisch oder nach Bewertungen erfolgen? Sollen Einträge als Liste oder Pinnwand angezeigt werden?
  • Die eingereichten Einträge lassen sich anschließend gemeinsam reflektieren. In diesem Zusammenhang können sie weiter bearbeitet werden und farblich anders markiert werden. Außerdem lassen sich bei der Pinnwand alle Einträge als Slideshow anzeigen.
  • Alle erstellten Einträge lassen sich als einfache Tabelle exportieren und auf diese Weise längerfristig speichern und weiter bearbeiten.

Wie funktioniert Flinga praktisch?

Die Nutzung von Flinga habe ich in diesem kurzen Screencast-Tutorial gezeigt:

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Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Wie kann ich Flinga zum Lehren und Lernen nutzen?

Der Einsatz von Flinga ist sehr vielfältig möglich: Einstieg in ein Thema und Aktivierung von Vorwissen, Sammlung von gemeinsamen Fragen während eines Vortrags zur anschließenden Beantwortung, kollaboratives Brainstorming zur Ideenfindung zu einer bestimmten Herausforderung, abschließende Reflexion eines Lernprozesses, kollaborative Kuratierung von Online-Inhalten …

Durch die vordefinierten Struktursymbole beim Whiteboard eignet sich dieses auch für komplexe, kollaborative Mindmaps. Aus dem Bereich der zivilien Konfliktbearbeitung kenne ich den Einsatz von Flinga für ein Akteursmapping einer bestimmten Kofliktsituation. Das lässt sich sicherlich auch auf weitere Bereiche übertragen.

Neben der einfachen Einrichtung und Nutzung der beiden Tools Wall und Whiteboard lassen sich auch so genannte ‘Activities’ nutzen. Hierüber können mehrere Fragestellungen/ Probleme im Vorfeld in die Online-Kollaborationsumgebung eingetragen werden. Die Lernenden werden dann nacheinander mit diesen konfrontiert und können ihre Einträge dazu vornehmen. Auf diese Weise lassen sich auch ‘strukturierte’ Brainstorming/ Reflexions-Angebote gestalten.

Und was ist mit dem Datenschutz?

Die Nutzungsbedindungen des Tools finden sich auf englisch. Die Datenschutzerklärung lediglich auf finnisch. Ohne Gewähr ergibt meine Online-Übersetzung die folgenden wichtigen Punkte:

  • Anbieter ist das finnische Unternehmen Nordtouch.
  • Es werden technische Cookies zum Funktionieren des Tools eingesetzt. Diese können – wenn man mögliche Einschränkungen bei den Funktionalitäten in Kauf nimmt über Browsereinstellungen deaktiviert werden.
  • Kein individualisiertes Tracking. Eingesetzt wird lediglich Google Analytics – ohne direkte Nutzer-Identifizierung.
  • Persönliche Informationen (Mailadresse, Benutzername) werden – wie oben angegeben – nur von der einrichtenden Person erfragt und gespeichert. Lernende benötigen keine Registrierung.
  • Es werden keine Daten außerhalb die EU oder des europäischen Wirtschaftraums übertragen.

Auch vor dem Hintergrund des Datenschutzes kann Flinga somit grundsätzlich empfohlen werden.

Los geht es!

Hier kannst Du das Tool direkt ausprobieren. Und über den Twitter-Hashtag #flinga haben einige Personen Beispiele zur Nutzung geteilt, von denen man sich inspirieren lassen kann.

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