Kollaborative Collagen

Ich bin gerade zufällig auf der Website strange.garden gelandet – und weil ich das Tool nach ein bisschen Erkunden sehr spaßig finde, will ich es kurz vorstellen. (Vielleicht hätte auch ein kurzer Tweet genügt, aber ich brauchte kurz, um mich auf der Website zu orientieren – deshalb also ein Mini-Blog-Beitrag)

Was ist strange.garden?

strange.garden ist ein offenes Webtool mit dem sich kollaborativ Collagen erstellen lassen. Offen bedeutet hier, dass sich niemand anmelden oder registrieren muss, um etwas zu erstellen. Mit Collage ist gemeint, dass man Bilder fotografieren kann, die dann in ‘ausgeschnittener’ Form auf der Website präsentiert werden. Zusätzlich kann man kurze Text-Schnipsel dazu schreiben. Kollaborativ ist das Tool, weil jede Person, die den Link hat, etwas auf die Collage posten kann. Man kann also gemeinsam Collagen erstellen.

Wie funktioniert strange.garden?

Du kannst entweder an einer bestehenden Collage mitarbeiten oder eine neue Collage anlegen.

  • Um das Mitarbeiten auszuprobieren, kannst Du meine Test-Collage ‘Teile ein Bild Deiner Kaffeetasse nutzen. Rechts unten findest Du ein Kamera-Symbol. Mit Klick darauf, wir Deine Kamera freigegeben und Du kannst ein Bild Deiner Kaffeetasse aufnehmen, welches dann in die Collage gepostet wird. Wenn Du einfach irgendwo auf die Collage klickst, kannst Du etwas schreiben.
  • Um selbst eine Collage anzulegen, gehst Du auf die Startseite des Tools, gibst den gewünschten Titel ein und legst die Einstellungen fest. Beachte dabei, dass ‘privat’ bedeutet, dass die Collage nicht in der Galerie auftaucht. Jede Person, die den Link kennt, kann sich aber beteiligen. Mit der Auswahl ‘sonic’ werden auf Deiner Collagen-Seite Hintergrundgeräusche gespielt. Ich finde das eher unübersichtlich und würde es eher deaktiviert lassen. Bei der Hintergrundfarbe kann man die Zufallsfarbe eingestellt lassen – oder einen eigenen Farbcode eingeben. Richtig nützlich – gerade für schnelle Warm-Ups – finde ich die Funktion des Timer. Damit wird die Collage nach einer bestimmten eingegeben Zeit automatisch gelöscht. Man kann es auch so einstellen, dass der Timer neu läuft, sobald etwas hochgeladen wurde. Mit Klick auf ‘Create’ ist die neue Collage dann fertig erstellt – und Du kannst den Link mit Lernenden zum Mitmachen teilen bzw. auch selbst ein erstes Bild hochladen.

Wie lässt sich strange.garden zum Lernen verwenden?

Ich finde das Tool sehr schön für soziale Präsenz beim (Online) Lernen. Einige spontane Einfälle zur Nutzung:

  • Für eine Daily/ Weekly-Challenge: Lernende können hier aufgefordert werden, zu einem bestimmten Thema etwas zu teilen. Am Ende des Tages/ der Woche macht die moderierende Person einen Screenshot der Collage und hält das Ergebnis in der gemeinsamen Lernumgebung fest und/ oder schickt es nochmals allen zu.
  • Als Warm-Up bei der Ankommenszeit in einer Videokonferenz: Alle Beteiligten können z.B. kurz den Blick aus ihrem Fenster teilen. So entsteht eine gemeinsame Collage mit allen Fensterblicken – und alle wissen ein bisschen mehr, mit wem sie es zu tun haben.
  • Als ‘Sammelstelle’ für Spaziergänge und Exkursionen: Für eine Lerngruppe könnten Collagen angelegt werden zu bestimmten Themen (Vögel, gelbe Autos, Birken etc.) – und alle können beitragen, wenn sie etwas Gesuchtes finden.
  • Als ‘Zeig mir etwas von Dir!-Aufgabe’: In längerfristigen Lerngruppen könnten auch Lernende selbst eine Collage anlegen – und von Mitlernenden damit etwas in Erfahrung bringen, was sie interessiert, also z.B. ‘Teile ein Bild Deines Haustiers’, ‘teile ein Bild Deiner Lieblings-Süßigkeit’, ‘teile Deinen Lieblings-Gegenstand auf Deinem Schreibtisch’ …
  • Für ‘echte’ Collagen: Verschiedene Bilder hochladen und dann daraus unterschiedliche Collagen zusammensetzen.
  • Für kollaborative Zuordnungen: Bilder posten und Beschriftungen dazu – und dann richtig zuordnen. Das funktioniert natürlich auch gut für Kennenlernspiele – jede Person postet die eigene Kaffeetasse und den Namen. Es wird versucht zuzuordnen, welche Kaffeetasse zu wem gehört. (Das lässt sich z.B. mit geteiltem Bildschirm in Videokonferenzen machen – eine Person versucht zuzuordnen, die anderen kommentieren.)
  • Für ganz offene Projekte: Natürlich muss man sich mit dem Tool nicht nur auf eine bestimmte Lerngruppe beschränken. Wenn die Collage nicht als ‘privat’ gestellt wird, dann taucht sie in der Gallerie auf – dort können alle sie finden und darin mitgestalten.

Was fehlt?

Das Tool ist sehr einfach und simpel. So ist es zum Beispiel nicht möglich, Bilder zu löschen oder Texte zu ändern. Auch sind die Bilder nicht weiter bearbeitbar. Bilder können zudem nur mit der Kamera aufgenommen, nicht hochgeladen werden. Aus meiner Sicht macht allerdings gerade diese Einfachheit den Reiz des Tools aus. Insbesondere die vermeintliche Einschränkung der fehlenden Upload-Funktion bestehender Bilder ermöglicht eine sehr wirkungsvolle Nutzung für soziale Präsenz.

Danke!

Entwickelt und online gestellt haben das Tool Luuk, Marta und Mani. Danke 🙂

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