Vorbereitung eines KI-Workshops im Kontext der Sprachanimation, zu Gast bei der Edunautika-Orga und kurze Videoclips

Heute war wieder ein guter und produktiver Tag mit einem sehr freudvollen Blick auf anstehende Herausforderungen. Ich habe vor allem meinen morgigen KI-Workshop vorbereitet und war zu Gast beim Orga-Team der Edunautika. Außerdem habe ich drei kurze Videos für das Forum BD aufgenommen, die sie zur Vorbereitung ihrer Konferenz im April nutzen wollen.

KI-Workshop im Kontext der Sprachanimation

Morgen gestalte ich einen Workshop für Sprachanimateur*innen des deutsch-französischen Jugendwerks. Bei Sprachanimateur*innen handelt es sich um Kolleg*innen, die beim Fremdsprachenlernen den Fokus vor allem auf das freie Sprechen und eine offene Konversation legen und Lernende genau dabei unterstützen. Im Deutsch-Französischen Jugendwerk treffen sie sich einmal jährlich zu einem gemeinsamen Weiterbildungs- und Austauschtreffen. Dieses Jahr wurde hierfür das Thema KI gewünscht, wozu ich einen Workshop gestalten werde.

Die einfachste Variante wäre gewesen, den Workshop so zu gestalten, dass ich eine Handvoll nützliche und spaßige KI-Tools vorab kuratiere, diese vorstelle, wir sie dann gemeinsam ausprobieren und eine Übertragung auf den Kontext der Sprachanimation überlegen. Das war mir aber zu wenig. Denn erstens ist das kein nachhaltiges Lernen, weil die Tools schon in ein paar Monaten ganz andere sein können. Zweitens hilft es aus meiner Sucht nicht, einfach so KI einzusetzen, ohne für sich selbst klar zu haben (und das dann auch mit Lernenden reflektieren zu können), um was es dabei eigentlich geht, wie die Technologie funktioniert und welche Interessen dahinter stehen.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich nun für die folgende Gestaltung entschieden (und bin gerade dabei, die noch fehlenden Materialien dafür vorzubereiten)

  • Einstieg und Einfinden mit einem Kennenlern-Kartenaustausch: Jede Person notiert für sich einen Satz, wie sie zu KI steht. In Paaren werden die Sätze gegenseitig vorgestellt. Dann tauscht man Karten und bildet neue Paare. Nun kann erläutert werden, wie man zu dem neuen Zitat steht und inwieweit das auch auf einen selbst zutrifft. Auf diese Weise können mehrere Runden gestaltet werden. Das Ziel ist, dass alle möglichst vielfältig untereinander in Austausch kommen und die allgemeine Gruppenstimmung zu KI mitbekommen.
  • Input mit Bilder-Präsentation: Ich nutze meine schon lange generierten Midjourney-Bilder zur Erklärung der grundsätzlichen Funktionsweise von KI.
  • Gruppenbildung: Alle zeigen eine Zahl zwischen 1-3 mit der Hand (1= noch keine bis wenig Erfahrung mit KI-Sprachmodellen, 3= schon einiges an Erfahrung). Es sollen dann Gruppen gebildet werden, in denen möglichst alle Zahlen vertreten sind.
  • Digital Sandbox Time: In den Gruppen wird die Interaktion mit ChatGPT ausprobiert. Dazu gibt es Impulse zur Inspiration. Insbesondere auch den Hinweis, dass mit gesprochener Sprache experimentiert werden kann.
  • Wow und Ach nö: Zum Abschluss der Digital Sandbox Time hält jede Person für sich eine Sache fest, die sie besonders cool und vielversprechend fand und eine Sache, die sie eher enttäuscht hat. Dazu tauschen sich alle in neu zusammen gemischten Gruppen kurz aus.
  • Gruppenpuzzle-Stille Post zum Weiterdenken: Es werden vier Gruppen gebildet. Jede Gruppe tauscht sich mithilfe von ‚What? So what? Now what?‘ zu einem kritischen Aspekt von KI aus und überlegt einen pädagogischen Umgang damit im Kontext der Sprachanimation. Immer eine Person läuft mit dem bisherigen Aspekt zur nächsten Gruppe weiter. So geht es weiter, bis alle zu allen Aspekten reflektiert haben.
  • Kopfstand mit 1-2-4: Auf Basis der bisherigen Reflexionen schreibt jede Person zunächst für sich auf, was die dümmstmögliche Variante wäre, wie KI im Kontext der Sprachanimation eingesetzt werden könnte. Mit einer Partner-Person wird die Idee noch dümmer gemacht. Aus den Paaren werden dann Vierer-Gruppen gebildet und die Ideen noch einmal weiter dümmer gemacht.
  • Kopfstand zurück mit Inspirationsdusche: Die Kolleg*innen finden sich erneut in Gruppen zusammen. Jede Gruppe erhält einen Stapel mit 10 Karten mit möglichen Inspirationen, was mit KI in der Sprachanimation gemacht werden könnte. Sie können die Anregungen für sich ausprobieren, weiter denken oder auch verwerfen …
  • Mini-Barcamp zu offenen Fragen: Zum Abschluss machen wir ein Mini-Barcamp, um noch offene Fragen zu klären bzw. bestimmte Themen zu vertiefen. Je nachdem, wie viel Zeit noch ist, können wir 2-3 Session-Slots à ca. 8 Minuten machen.
  • Blitzlichtrunde: Zum Abschluss gibt es eine schnelle Blitzlichtrunde, auf die ich in diesem Fall sehr neugierig bin. Mich interessiert, ob sich die Kolleg*innen auf solch eine grundsätzliche Herangehensweise auf das Thema einlassen werden.

Zu Gast beim Orga Team der Edunautika

Heute Nachmittag war dann Orga-Team Treffen der Edunautika 2024. Ich war als Gast dabei. Inhaltlich ging es um die Gestaltung des Freitagnachmittags. Ich mag die Edunautika und die sie veranstaltenden Menschen sehr gerne. Vor diesem Hintergrund habe ich mich über die Einladung gefreut und finde, dass wir zu guten ersten Ideen gekommen sind. Spoiler vorab: Angedacht ist nun, ein kollaboratives Gruppenspiel mit flexibler Beteiligung, für das immer wieder neue Kleingruppen gebildet und gemeinsam unterschiedliche Herausforderungen bewältigt werden können. Ich freue mich auf die weitere Ausarbeitung!

Mini-Videos für die KonfBD

Vom ForumBD war ich angefragt, kurze Videos aufzuzeichnen, die sie im Vorfeld der Konferenz in der Kommunikation verwenden können. Es gab drei Fragen, für die jeweils nur ca. 20 Sekunden Antwortzeit vorgegeben waren. Ich habe festgestellt, dass das wirklich ganz schön kurz ist. Nun bin ich gespannt, was für Videos daraus gestaltet werden.

(Insgesamt merke ich, dass es bei Organisationen immer mehr die Tendenz gibt, Menschen Videos selbst aufnehmen zu lassen – und dazu nur möglichst praktische Anleitungen mitzusenden. Das scheint ja auch durchaus sinnvoll, weil Videoaufzeichnung ja tatsächlich auch immer einfacher wird – und die eigentliche Arbeit, um ein Video professionell zu gestalten, dann eher im Nachhinein anfällt.)

Was war sonst noch los?

Ich hatte noch ein weiteres Treffen mit einem Kollegen des Franklin-Instituts. Das Anliegen aus dem Institut an mich war, die eigenen Lernangebote methodisch weiter zu entwickeln. Wir hatten dazu ein sehr gutes, erstes Gespräch. Lustig war dabei, dass wir uns eigentlich in einem Videokonferenzraum trafen. Allerdings funktionierte das Audio (warum auch immer) nicht. So telefonierten wir parallel … Sehr skurril ;-)

Mein Fazit

  • Wenn alles doof scheint, so wie gestern, dann hilft es sehr, mit motivierten Menschen Kontakt aufzunehmen und gemeinsam an etwas zu gestalten.
  • Ich habe sehr viele Möglichkeiten, wie ich Lernangebote im KI-Kontext gestalte. Und eine kritische Reflexion auf der einen und ein pädagogischer Gestaltungsanspruch auf der anderen Seite, schließen sich nicht aus.
  • Es ist fast schon beruhigend, dass es solche ‚Uneigentlichkeiten‘ von Technik wie heute beim Audio-Ausfall wohl immer geben wird :-)