Edumail #67

(Bis Ende 2022 habe ich die Edumail über das niederländische Start-Up Revue versandt, das sich von Twitter hat aufkaufen lassen und dann eingestampft wurde. Ich habe meine über dieses Tool versandten Ausgaben auf meine Website kopiert und so gesichert. Das Layout konnte ich allerdings nicht gut anpassen. Ab 2023 versende ich die Edumail direkt über meine Website. Hier kannst Du sie abonnieren.)

Hallo und willkommen zur Edumail im Dezember. Ich sende Dir darin meine Einschätzung zu KI-Tools in der Bildung, teile ein Raster für Workshops, das auf den Transfer des Gelernten zielt, werbe für mehr Kreativität im Internet und lade zu ein bisschen Internetquatsch ein. Vor allem aber möchte ich Dir einen entspannten und schönen Jahreswechsel wünschen und Danke sagen für konstruktiven Austausch, gemeinsames Lernen und gute Kooperationen in 2022.Herzliche GrüßeNele Hirsch | eBildungslaborPS. Ich habe in den letzten Wochen meine Online-Aktivitäten umstrukturiert und bin insbesondere von Twitter ins dezentrale, soziale Netzwerk Fediverse umgezogen. Eine neuer Ort für diese Edumail steht allerdings noch aus. Das habe ich mir für die Weihnachtsferien vorgenommen. Die nächste Edumail erhältst Du dann also im Neuen Jahr und neu gestaltet 🙂
💡 Finde einen guten pädagogischen Umgang mit KI-Tools wie ChatGPT
In den letzten Tagen war das Internet voll von Screenshots der Software ChatGPT. Falls Du das Tool noch nicht kennst: Es handelt sich um eine Chat-Anwendungen, die auf einen großen Datensatz aller erdenklichen Inhalte zugreifen kann, darauf trainiert ist, darin Muster zu erkennen und so auf die an sie gestellten Anfragen zum Teil sehr faszinierende Ergebnisse liefert. Wenn Du sie ausprobieren willst, musst Du Dich zunächst kostenfrei registrieren – und kannst dann direkt Deine Frage eingeben. Hier gelangst Du zur Software.Spannend finde ich, wie mit diesem und ähnlichen Tools pädagogisch umgegangen werden kann. Was muss noch gelernt werden, wenn ChatGPT immer besser Fragen zu allen möglichen Themen beantworten kann? Meine erste Antwort darauf lautet: ChatGPT kann und sollte in der Bildung wie eine sehr ausgefeilte Suchmaschine verwendet werden!Solch eine Einordnung wirkt erstens Mystifizierung von ‘künstlicher Intelligenz’ entgegen. Zweitens gibt es zum Umgang mit Suchmaschinen schon pädagogische Ansätze, auf die aufgebaut werden kann.Hier habe ich mehr dazu aufgeschrieben:
Einordnung und Nutzung von KI in der BildungOder: CHatGPT ist eine weiterentwickelte Suchmaschine.ebildungslabor.de
📝 Passe ein Workshop-Raster für Dich an und ermögliche Kollaboration und Transfer des Gelernten!
Bei der Gestaltung von Workshops bin ich eine große Freundin von Asynchronität. Das bedeutet: Es müssen nicht alle zur gleichen Zeit das Gleiche lernen. Stattdessen kann Input z.B. geflipped, d.h. vorgeschaltet werden und so individuelles Lernen ermöglicht werden. In sehr vielen Fällen gibt es von Seiten der Veranstalter*innen aber nicht den Rahmen für solch eine Gestaltung. Deshalb habe ich ein Raster entwickelt, was auch in einem ‘klassischen’ Rahmen eines Workshops, gutes Lernen unterstützt. Dazu gehört für mich vor allem, dass Gelerntes direkt ausprobiert und offene Fragen geklärt werden und dass mit dem Transfer auf den eigenen Kontext begonnen wird.Hier habe ich mein Vorgehen erklärt:
Workshop-Raster mit Perspektive Kollaboration und selbstgesteuertes LernenZum Weiternutzen und anhand eines Beispiels zu OER erklärt.ebildungslabor.de
👉 Lerne, wie Du Verantwortung verteilst und kollaborative Strukturen aufbaust.
Viele, mit denen ich in der letzten Zeit gesprochen habe, haben mir geschildert, dass sie oft das Gefühl haben, mit all den Herausforderungen vor denen sie stehen, nicht mehr hinterherzukommen. Vielleicht fülhst auch Du Dich zum Ende des Jahres ausgelaugt und überarbeitet. Besonders oft geht es Menschen so, die sehr viel Verantwortung übernehmen und Dinge voranbringen wollen.Wie genau diese Menschen es schaffen können, Verantwortung abzugeben und mehr Peer-to-Peer Strukturen zu etablieren, dazu habe ich einen kleinen Online-Selbstlernkurs gestaltet. Er kann individuell oder in Gruppen bearbeitet werden und ist offen zugänglich.
Mini-Kurs: Peer-to-Peer Lernen für die ‚Bleistiftspitze‘Ein Reflexionskurs, wie Du als ‘Profi’ in einem Team mehr gemeinsames Lernen unterstützen kannst.ebildungslabor.de
✨ Komm ins Fediverse z.B. zu Mastodon und profitiere von einem konstruktiven Rahmen für Austausch!
Ich habe es oben bereits erwähnt: Ich habe das Fediverse und hier vor allem Mastodon als eine sehr angenehme ‘Online-Heimat’ für Austausch, Vernetzung und Lernen für mich entdeckt. Seit einigen Wochen bin ich überwiegend dort aktiv – und möchte Dich herzlich einladen, Dich mir und vielen anderen anzuschließen.Das Fediverse funktioniert dezentral und offen und bietet vor diesem Hintergrund einen sehr konstruktiven Rahmen für ein persönliches Lernnetzwerk. Ich habe über meine Erfahrungen sehr viel gebloggt. Wenn Du in den (hoffentlich auch für Dich) anstehenden Ferien eine Sache angehen möchtest, von der Du noch lange profitierst, dann wäre meine Empfehlung, erste Schritte ins Fediverse zu gehen. (Du kannst dann auch auf vielleicht ansonsten geplantes ‘Digital Detox’ über die Weihnachtstage verzichten, denn dieser Online-Raum ist nicht so gestaltet, dass man sich davon erholen müsste.)Wenn Du starten möchtest, dann empfehle ich Dir diese Schritte: Lies diesen Erfahrungsbericht über meinen Weg ins Fediverse. Du wirst dann verstehen, was das Fediverse überhaupt ist und wie Du am besten starten kannst. Wenn Du Dich dann bei Mastodon registrieren willst, dann suche Dir eine Instanz via instances.social (Aus meiner Sicht empfehlenswerte Instanzen sind z.B. bildung.social, colearn.social, openbiblio.social oder digitalcourage.social – aber es gibt auch viele andere). Registriere Dich bei der ausgewählten Instanz und bestätige Deine Mailadresse. Um Dich dann bei Mastodon zurechtzufinden, findest Du hier eine schnelle ‘Klickschulung’ Mich findest Du im Fediverse unter anderem unter @ebildungslabor@digitalcourage.social. Gib diese Adresse in den Suchschlitz bei Mastodon ein – und schon können wir uns vernetzen. Weitere Fragen beantworte ich Dir gerne!Wenn Du noch nicht überzeugt bist, dass der Schritt ins Fediverse eine gute Idee und eine hilfreiche Sache – nicht nur für Dich persönlich, sondern auch für ein demokratisches Internet und damit eine demokratische Gesellschaft ist, dann empfehle ich Dir diesen Blogbeitrag:
Digitale Vernetzung ist politisch!Oder: Warum ich mein digitales Ich neu sortiere und mich bewusster vernetzen willebildungslabor.de
🎨 Setze Dich ein für mehr Raum für kreative Online-Inhalte!
Ich habe in dieser Woche mein Abonnement bei Canva gekündigt. Wie ich dazu kam, kannst Du in diesem Blogbeitrag nachlesen. Kurz gefasst: Ich empfinde Online-Inhalte zunehmend als standardisiert und schablonenhaft. Wie es auch anders gehen und ‘billiger Abklatsch’ vermieden werden kann, dazu habe ich 5 Vorschläge aufgeschrieben. (Nur damit es nicht zu Missverständnissen kommt: Ich will damit natürlich nicht behaupten, dass alle, die Canva nutzen, billigen Abklatsch produzieren).
Für kreative Online-Inhalte statt billiger AbklatschPlädoyer für mehr Dezentralität und Vielfalt im Internet – und was man dazu selbst tun kann.ebildungslabor.de
😎 Probiere empfehlenswerte Eduhacks aus!
Manchmal braucht es gar nicht viel Aufwand, um mit einfachen Ideen viel erreichen zu können. Ich möchte in diesem Sinne drei Eduhacks mit Dir teilen, die bei mir eigentlich immer gut funktionieren: Start mit Etherpad: Ich richte für jedes meiner Lernangebote eine kollaborative Schreibumgebung (meist in Form eines Etherpads) ein. Darin kommt eine grobe Gliederung zum Vorhaben und Raum für weiterführende Links und Sonstiges. Bei Gruppen, für die ein Etherpad neu ist, kommt oben auch ein ‘Sandkasten’ hin. Den Link zu diesem Pad teile ich gleich zu Beginn mit allen Lernenden. Manchmal wird viel mitgeschrieben, manchmal auch fast gar nicht, aber in jedem Fall gibt es das Angebot, dass ein kollaborativer Mitschrieb erstellt werden kann. Murmelrunde statt Q&A: Nach einer Inputphase starte ich nicht direkt mit einer Frage und Antwort Runde, sondern lade dazu ein, sich zunächst in BreakOutRunden (oder vor Ort in Murmelrunden) über etwaige offene Fragen zu verständigen. Vielles kann dann schon Peer-to-Peer geklärt werden. Nur Fragen, die dann noch offen bleiben, werden für alle im Plenum geklärt. Was könnte schiefgehen? Bei Planungen oder Konzeptentwicklung ist es aus meiner Sicht immer eine gute Idee, Raum zum Überlegen zu nehmen, was dabei schiefgehen könnte, was das dann für Konsequenzen hätte und was man für diesen Fall vielleicht schon von Anfang an mitbedenken will. Und wenn Brainstorming im Online-Kontext unterstützt werden soll, hilft diese Methode: Jede Person schreibt einen Gegenstand in den Chat. Das kann gerne etwas Ausgefallenes sein. Bei meinem Einsatz beim letzten Mal gab es z.B. Gewürzgurken. Danach sucht jede Person den Begriff, der über (oder unter ihr, wenn sie erste war) gepostet wurde – und überlegt, auf welche Idee für das Brainstorming sie dieser Begriff bringt (Auch wenn erstmal keine direkt nutzbare Idee dabei rauskommt, haben alle ganz bestimmt viel rumgeblödelt – und das bringt dann indirekt weiter!)
🌱 Nutze Einstiegsmaterialien zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) weiter.
Ich habe ein Einstiegs- und Vertiefungsmaterial zum Thema Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) erstellt. Es ist mit H5P mit dem Inhaltstyp Branching Scenario gestaltet, so dass Du es einfach weiternutzen und auch anpassen kannst.
Interaktive Erkundung zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)Inhalte zum Einstieg und zur Vertiefungebildungslabor.de
🙃 Und zum Abschluss …
Ich habe eine sehr schöne Sammlung von Mini-Spielen und Rätseleien gefunden, die direkt online gespielt werden können. Jeden Tag im Dezember wird ein neues frei geschaltet. Hier geht es zum Rätseln!
Außerdem: Mit Seifenblasen spielen, macht gute Laune. Versprochen. Probiere es aus!
BubblesSpielerei mit Seifenblasen – direkt im Browsroimo.io
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