Wenn Themen eher zufällig aufploppen und zu neuen Erkenntnissen führen – Beispiel: KI-Eduhacking

Der heutige Tag ist ein gutes Beispiel dazu, wie manches Mal eher zufällig Themen ‚aufploppen‘ und dann zu einem sehr produktiven Weiterdenken führen können. Bei mir war es heute eine Erwähnung auf LinkedIn von Kay, der in einem Beitrag auf aktuelle Entwicklungen im EmuKI-Projekt hier in Sachsen-Anhalt hinwies. Dabei wurde mir wieder einmal das Dilemma bewusst, in dem wir in der KI-Debatte stecken:

  • Die aktuelle KI-Debatte aufgreifen heißt oft, dass ein im Kern veraltetes Bildungssystem optimiert und damit verfestigt wird.
  • Die aktuelle KI-Debatte nicht aufgreifen, wäre auch keine Lösung, weil es ja ein gesellschaftlich relevantes Thema ist, das als solches auch Rückwirkungen auf die Bildung hat bzw. haben sollte.

Ich habe kurz kommentiert, dass ich es wichtig fände, die durch KI-Tools gewonnene Zeit in grundlegende Schulentwicklung zu stecken. Allerdings erschien mir das noch zu wenig konkret und ich merkte, dass ich dazu noch weiter nachdenken muss – vor allem auch vor dem Hintergrund, dass in den nächsten Wochen zahlreiche Veranstaltungen zu KI anstehen, bei denen ich gerne mehr weitergeben will, als dass es sich um ein Dilemma handelt ;-)

Ich bin deshalb spazieren gegangen und habe nachgedacht. Dabei habe ich erstens den Begriff der VV-Reflexion entwickelt: VV kann entweder heißen ‚Veraltetes verfestigen‘ oder ‚Veränderung voranbringen‘. Beides scheint in der KI-Debatte möglich. Die Frage ist deshalb, wie wir ganz konkret zu einem VV im Sinne von ‚Veränderung voranbringen‘ kommen. Dazu habe ich mir zweitens die Idee von KI-Eduhacking überlegt. Damit meine ich, dass man die Nutzung von KI-Tools auch direkt schon mit solch einer Perspektive erlernen kann, dass man damit eine andere Bildung macht.

Konkretes Beispiel: Eine Lehrerin kann ein KI-Tool nutzen, um schnell ein Arbeitsblatt für eine fachfremde Vertretungsstunde vorzubereiten. Sie kann KI-Tools aber auch so nutzen, dass sie in die fachfremde Klasse geht und transparent macht, dass sie das Thema nicht kennt, aber dass es in diesem Falle möglich wäre, sich ein Thema mithilfe von KI-Tools zu erschließen. Und sie würde mit der Klasse nun gemeinsam versuchen, ob/ wie es funktioniert an einem Thema in diesem Sinne weiterzulernen …

Im ersten Fall wird so weitergelernt wie bisher und es funktioniert dank KI-Tools. Im zweiten Fall ermöglichen KI-Tools eine Brücke zu einer veränderten Lernkultur (hier z.B. eine andere Rolle von Lehrkräften und mehr selbstverantwortliches Lernen).

Mein nächster Schritt wird nun sein, diese Perspektive konkreter auszuformulieren und vor allem noch zahlreiche weitere und möglichst konkrete Beispiele dafür zu finden.

Meine Learnings und Gedanken dazu …

  • Ich freue mich sehr darüber, dass ich bei meinen Aktivitäten sehr oft den nötigen Freiraum habe, um aktuelle Themen, die oft auch eher zufällig aufploppen, zu bearbeiten.
  • Ich finde die Perspektive des KI-Edu-Hacking für mich eine gute Herangehensweise in der KI-Debatte und glaube, dass och auf dieser Basis gut und konstruktiv in die pädagogische Debatte einwirken kann und auch ganz konkret meine anstehenden Veranstaltungen auf dieser Basis gestalten kann.
  • Ich freue mich auf die genau Ausformulierung und Weiterbearbeitung als Blogbeitrag.