Passend zu einem Kaffee in der Sonne ☀
☀ Edumail #71 ☀
Edumail im Mai 2023 Online lesen

Herzlich willkommen zur Edumail im Mai. Wenn sie bei Dir ankommt, ist aber wahrscheinlich schon (fast) Juni ...

 

Ich genieße das wunderschöne sonnige Wetter gerade sehr und bin froh, dass ich viele Dinge meiner Arbeit wie z.B. die Entwicklung von Konzepten oder die BeschĂ€ftigung mit neuen Inhalten spazierengehend oder in der Sonne sitzend erledigen kann. Wenn Du auch die Möglichkeit dazu hast, dann empfehle ich das unbedingt zum Nachmachen. Auch diese Edumail wurde draußen geschrieben und sie lĂ€sst sich sicher auch irgendwo draußen lesen. Aber egal wo und wie du liest, ich hoffe, dass du viele Inspirationen mitnehmen kannst 🙂

 

Herzliche GrĂŒĂŸe

Nele Hirsch | eBildungslabor

🎯 Konzepte fĂŒr Design Sprints zum Weiternutzen

Ich mag Lernangebote, bei denen etwas praktisch erarbeitet wird. Bei der Konzeption nutze ich viele Elemente aus dem Design Thinking. Zwei Veranstaltungen in der letzten Zeit haben besonders gut funktioniert - und ich habe die Konzeption so aufbereitet, dass Du sie bei Interesse direkt weiternutzen kannst:

 

1. Hybrider Workshop zur Entwicklung einer Talentraumidee: Bei der eigentlich online stattfindenden Tagung 'Raum fĂŒr Talent' von Bildung und Begabung haben wir damit experimentiert, dass Teilnehmer*innen sich wĂ€hrend eines Workshops auch direkt bei sich vor Ort in einer Kleingruppe treffen konnten. Über die Website Talentraumideen.de wurden sie Schritt fĂŒr Schritt durch einen Ideenentwicklungsprozess begleitet, bei dem sie fĂŒr ihre Institution eine 'Raumidee' entwickelten, in der Lernende ihr Talent entfalten können. Ich kann erstens diese Form von HybriditĂ€t sehr zum Nachmachen empfehlen. Zweitens kannst Du die Materialien auch einfach so weiternutzen, um mit Kolleg*innen ebenfalls eine Talentraumidee zu entwickeln.

Website Talentraumideen

2. Hackathon zur Methodenentwicklung: Mit dem DGB TrĂ€gernetzwerk Politische Bildung habe ich einen Hackathon konzipiert, der zum Ziel hatte, niederschwellige, methodische Ideen fĂŒr die Bildungsarbeit angesichts von Transformationsprozessen zu entwickeln. Das Konzept hat wunderbar geklappt. Insbesondere habe ich bei der Veranstaltung wieder einmal gemerkt, wie gut Brainstorming mithilfe von GegenstĂ€nden funktioniert (= jede Person erhĂ€lt einen zufĂ€lligen Gegenstand z.B. einen Kamm, eine Kassette, einen Luftballon ... Gemeinsam wird ĂŒberlegt, welche Ideen zur Lösung einer zuvor definierten Herausforderung daraus entwickelt werden könnten.)

In meinem Blog habe ich das gesamte Konzept und unsere Learnings daraus detailliert beschrieben.

Zum Blogbeitrag

Und wenn Du Lust hast, Dich bei der nÀchsten von mir konzipierten Sprint-Challenge zu beteiligen und kommende Woche auf der re:publica bist, dann bist Du sehr herzlich zu diesem Workshop von mir eingeladen (= 10 Lernformate mit VerÀnderungskompetenz als Lernziel!)

📃 Zupfzettel: Abreißzettel online erstellen & ausdrucken

Die Website Zupfzettel ist eine kleine Wochenend-Spielerei. Ich habe nach einer sehr simplen Möglichkeit gesucht, Abreißzettel online zu erstellen - und dann mit 'Schnipseln' am unteren Rand zum Abreißen auszudrucken und aufzuhĂ€ngen. (Die Lösung war, spezifische Regeln fĂŒr den Druck festzulegen.)

Wenn Du also einen Abreißzettel brauchst (oder die von anderen erstellten Abreißzettel weiternutzen willst), gibt es hier ein offenes und trackingfreies Angebot dafĂŒr.

Ein Abreißzettel liegt vor einem Laptop.
Zupfzettel-Website
đŸ–Œïž KI-generierte Bilder mit Midjourney - und ein Praxiseinblick in die Erstellung von PrĂ€sentationen

Nachdem ich mich Anfang des Jahres sehr viel mit KI-Sprachmodellen wie ChatGPT beschĂ€ftigt habe, habe ich mir nun die Möglichkeiten von Bildgenerierungen genauer angesehen - und finde sie ziemlich cool! Ich nutze dafĂŒr aktuell das Tool Midjourney. Es macht sehr viel Freude, damit zu experimentieren und auch ganz praktisch Visualisierungen z.B. fĂŒr Websites oder VortrĂ€ge zu erstellen. Ich mag den kollaborativen Ansatz des Promptings und ich finde, dass sich anhand von Bildern fast noch viel besser als anhand von Texten ĂŒber ethische Implikationen von KI reflektieren lĂ€sst.

Über meine ersten Erkundungen habe ich gebloggt. Dieser Blogbeitrag kann Dir helfen, wenn Du ebenfalls einen Einstieg suchst.

Blogbeitrag Midjourney

Ganz praktisch habe ich sowohl ChatGPT als auch Midjourney dann verwendet, um eine Keynote zu erstellen - und habe auch darĂŒber gebloggt, Mein Ziel war eine Reflexion, wie sich meine Arbeitsroutinen angesichts dieser Tools im Vergleich zu frĂŒher verĂ€ndern.

Praxisbeispiel Keynote-Erstellung mit KI

Pro-Tipp: Midjourney ist auch sehr großartig, um sich Videokonferenz-HintergrĂŒnde zu gestalten. Ich habe heute z.B. diesen hier verwendet (= ein gemĂŒtlicher und schöner Raum mit vielen Pflanzen, der sich weit nach hinten öffnet)

Ein Wasserfarben-Bild eines offen Raums mit vielen Pflanzen
đŸŽ™ïž Keynotes nachhaltig gestalten: Zum Weiternutzen oder dezentral

Wie lassen sich Keynotes nachhaltig gestalten? Das ist eine Frage, die mich viel umtreibt. Denn eigentlich mag ich interaktive und austauschorientierte Lernformate sehr viel lieber als frontalen Input. Wie lÀsst sich aber auch ein Vortrag so gestalten, dass daraus viel entstehen kann? Hier kommen zwei VorschlÀge, die ich in den letzten Wochen ausprobiert habe:

1. Weiternutzbare Inhalte: Mit weiternutzbaren Inhalten bei VortrĂ€gen meine ich nicht nur die Veröffentlichung der genutzten PrĂ€sentation. (Meine Erfahrung dazu ist, dass ich das in der Regel ohnehin selbst fĂŒr mich erstellen muss, weil ich dabei gleichzeitig entwickle, was und wie ich dazu rede - und Zuhörer*innen fangen mit den Folien, gerade wenn sie eher illustrierend zum Vortrag gestaltet sind, auch nicht viel an). Stattdessen habe ich meine Keynote beim eBazar an der PH Wien Mitte Mai zugleich als Website ins Netz gestellt - und dort auch Kommentierungen/ ErgĂ€nzungen ermöglicht. Letzteres wird zwar wenig genutzt, aber in jedem Fall bietet die Website sowol denjenigen, die vor Ort waren, als auch denjenigen, die nicht dabei waren, ein inhaltliches Mikrolearning-Angebot. Ich nehme mir das auch fĂŒr zukĂŒnftige VortrĂ€ge vor.

Zur Keynote-Website

2. Dezentrale PrĂ€sentationen: Bei einer 'dezentralen PrĂ€sentation' wird der klassische Fokus auf die referierende Person aufgehoben. Stattdessen werden die Impulse in die zuhörende Gruppe zur eigenen Erarbeitung gegeben. Ich habe ĂŒber drei Möglichkeiten dazu gebloggt. Sie eignen sich alle allerdings eher fĂŒr kleinere Gruppen.

Blogbeitrag dezentrale PrÀsentationen
đŸ—šïž BetaIdee: Unfertige Ideen teilen und kollaborativ weiter entwickeln!

In Ideenentwicklungs-Workshops arbeite ich gerne mit einem kollaborativen Brainwriting: Jede Person schreibt fĂŒr sich x Ideen auf und gibt den Zettel dann weiter. Die nĂ€chste Person kommentiert und ergĂ€nzt. Am Ende erhalten alle ihren ursprĂŒnglichen Zettel zurĂŒck. Weil diese Methode immer sehr gut funktioniert, habe ich mir ĂŒberlegt, ob sich so etwas auch asynchron und online gestalten lĂ€sst. Das Ergebnis ist die Website BetaIdee. Du kannst darauf noch unfertige Ideen teilen - und andere zur Kommentierung und ErgĂ€nzung einladen. So lassen sich Ideen kollaborativ weiter entwickeln.

Ich plane, diese Website auch in Workshops einzusetzen. Dann kann an entwickelten Ideen auch nachtrĂ€glich noch gut weiter ĂŒberlegt werden. Gerne kannst Du BetaIdee auch fĂŒr Dich bzw. Deine Lernangebote nutzen.

Zur Website BetaIdee
💡 Ideen aus meinem Ideentagebuch

Schon 5 Monate schreibe ich Ideentagebuch, d.h. ich notiere jeden Tag mindestens eine Idee zu meinen beruflichen AktivitĂ€ten und meinem eigenen Lernen. Über 180 Ideen sind schon zusammengekommen. Hier sind drei Lieblings-Ideen aus den letzten Wochen.

  1. Konferenz-Scrabble: Ein Zwischendurch-Spiel fĂŒr grĂ¶ĂŸere Veranstaltungen könnte so aussehen, dass alle Teilnehmer*innen bei der Registrierung ein paar Buchstaben erhalten. Das Ziel ist es, sich im Laufe der Veranstaltung mit anderen zusammenzuschließen und aus den dann gemeinsam verfĂŒgbaren Buchstaben ein möglichst gut passendes Wort zum Thema der Veranstaltung auf eine dafĂŒr bereitgestellte Pinnwand anzubringen.
  2. Mitnehm-Frage: Zum Abschluss eines Vortrags oder einer Lernveranstaltung sind alle eingeladen, eine Frage zu formulieren, an der man nun weiterdenken und -lernen möchte. Diese lassen sich auch teilen - und z.B. einige Zeit danach noch einmal als Erinnerung versenden oder auch kollaborativ bearbeiten. (Mir gefĂ€llt die Idee, weil der Fokus von dem ĂŒblichen 'Jetzt stellen wir Fragen an die referierende Person' weggelenkt wird zu 'Jetzt stellen wir Fragen, die wir dann selbst bearbeiten werden.')
  3. Kopfstand + 1-2-4-all: Eine Kombinationsidee - nĂ€mlich die 1-2-4-all Methode der Liberating Structures mit der Kopfstand-Methode aus dem Design Thinking zu verbinden. Das funktioniert so: ZunĂ€chst schreibt jede Person fĂŒr sich die dĂŒmmste Idee auf, die ihr zu einer Herausforderung einfĂ€llt, d.h. eine Idee mit der genau das Gegenteil erreicht wĂŒrde. Danach geht man in Zweier-Gruppen zusammen, erzĂ€hlt sich die Ideen und ĂŒberlegt, ob man gemeinsam eine noch dĂŒmmere Idee hinbekommen wĂŒrde. Aus den Zweiter-Gruppen werden Vierer-Gruppen - und diese stellen ihre, entwickelte dĂŒmmste Idee dann im Plenum vor. Diese Methode öffnet perfekt das Denken und macht außerdem noch richtig viel Spaß!

Viele weitere Ideen findest Du im Ideentagebuch.

Zum Ideentagebuch

Keine Idee von mir, aber zufÀllig gesehen und gedacht 'Das könnte ich auch mal wieder machen!': Pixelbilder aus Post-Its!

Pixelbilder aus Post-Its an einer Fensterscheibe
📝 Hacking H5P: Konfigurator und KI-Quiz

An der Open Source Software H5P zur Erstellung von interaktiven Online-Bildungsinhalten mag ich sehr gerne, dass man die Inhaltstypen immer wieder auch fĂŒr Sachen nutzen kann, fĂŒr die sie ursprĂŒnglich (wahrscheinlich) nicht entwickelt wurden. Hier sind zwei Beispiele, die Du vielleicht auch nutzen kannst:

 

  1. Der Inhaltstyp 'Essay' ist eigentlich dazu gedacht, bestimmte Schlagwörter zu definieren, die in einem Text zu einem bestimmten Thema in jedem Fall vorkommen sollten. Diese Eigenschaft kann man fĂŒr ein KI-Quiz nutzen, das ein wunderbarer Einstieg zur Reflexion in kĂŒnstliche Intelligenz ist. In diesem Fall wird ein KI-generierter Output angegeben - und Nutzer*innen sind aufgefordert, zu raten, was der Input war. Da der Input im H5P Essay angegeben wurde, kann dargestellt werden, wie nah man der Lösung gekommen ist. Hier ist ein Beispiel mit einem KI-generierten Bild.
  2. Das H5P-Quiz lĂ€sst sich als 'Konfigurator' nutzen, d.h. Nutzende ĂŒberlegen nicht, was jeweils die richtige Antwort wĂ€re, sondern sie können sich fĂŒr eine von mehreren angegebenen Konfigurationen entscheiden. Auch dazu habe ich ein Beispiel erstellt.
🙃 Darf nicht fehlen: Internetquatsch!

Hier kommen die drei allerallerallerwichtigsten Links dieser Edumail.

Platz 1 belegt ganz klar DeppGPT - die KI, die echt menschliche Antworten auf alle erdenklichen Fragen liefert - einfach weil es so viel Blödsinn produziert.

Hier ausprobieren!

Beispiel-Chat aus DeppGPT

Platz 2 belegt Collide, weil es unscheinbar und zugleich sehr spaßig ist. Das Prinzip ist einfach: Du zeichnest eine Spur. Wenn Du absetzt, fĂ€hrt sie sich selbst nach und Du kannst eine zweite Spur zeichnen, die sich auch nachfĂ€hrt usw. Sobald sich die Spitzen von zwei Spuren treffen, kommt es zu einem Farbwechsel.

Hier ausprobieren!

Platz 3 belegt die Suche nach der unsichtbaren Kuh, weil ich mir eine unnĂŒtzere Website kaum vorstellen kann. Wie der Name vermuten lĂ€sst, ist auf der Website eine unsichtbare Kuh versteckt. Sie wird lauter, je nĂ€her du ihr mit dem Mauszeiger (oder mit Touch) kommst, so dass Du sie entdecken kannst. Wenn Du 5mal eine Kuh gefunden hast, kannst Du ein weiteres Tier freischalten - und nach 50 gefunden Tieren hast Du das letzte Level erreicht (So weit bin ich bisher allerdings nicht gekommen; irgendwann ist ja auch mal gut mit Prokrastination 😉)

 

Hier ausprobieren!

👋 Und zum Abschluss: Wann ist Zeit fĂŒr eine Pause?

Zum Abschluss empfehle ich Dir diesen Link. Er beantwortet Dir sehr zuverlĂ€ssig die Frage, wann Zeit fĂŒr eine Pause ist 🙂

Wann ist Zeit fĂŒr eine Pause?

Damit sage ich TschĂŒĂŸ bis zur nĂ€chsten Edumail und wĂŒnsche Dir einen schönen und sonnigen Juni.

Nele

PS. Das diesjĂ€hrige Herbst-Educamp - ein sehr empfehlenswertes Barcamp fĂŒr alle Bildungsbereiche und alle Generationen - wird vom 22.-24. September 2023 in meinem Wohnort Halle (Saale) im wunderbaren Bildungshaus Riesenklein stattfinden. Wenn Du Lust hast, zu kommen, dann blockiere Dir am besten den Termin im Kalender. Die Anmeldung startet in KĂŒrze. Aktuelle Infos gibt es immer auf der Website der Educamps.

Nele Hirsch | eBildungslabor

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