Kreislauftool: Zeichne und animiere, wie Dinge miteinander zusammen hängen

Veröffentlicht am 30.3.2019

Schon lange nutze ich das Tool Loopy, das Nicky Case programmiert und veröffentlicht hat. Nach viel positivem Feedback dazu auf Fortbildungen zu digital-unterstützer Bildung habe ich mich nun eine deutschsprachige und für den Schulgebrauch angepasste Version online gestellt. Der Einsatz im Unterricht ist denkbar einfach: Website kreislauftool.de aufrufen und direkt mit dem Zeichnen des gewünschten Modells beginnen.

Das besondere an dem Tool ist, dass Modelle nicht nur statisch aufgezeichnet, sondern als Prozesse animiert visualisiert werden können.

Was kann ich mit dem Kreislauftool zeichnen?

Mit dem Kreislauftool können beliebig viele Elemente als Kreise ‘aufgezeichnet’ und beschriftet werden. Anschließend können Beziehungen zwischen den einzelnen Elementen festgelegt werden: eine positive Beziehung (+) bedeutet: ‘Wenn das eine Element zunimmt, nimmt auch das andere Element zu. Wenn das eine abnimmt, dann macht das analog auch das andere-’. Eine negative Beziehung läuft dagegen über Kreuz: ‘Wenn das eine Element zunimmt, nimmt das andere ab. Und anders herum.’

Mit dem Animations-Menü kann das fertige Modell schließlich ‘gestartet’ und auf diese Weise visualisiert werden.

Wenn man die Website aufruft, sind beide Beziehungsarten in dem einfachen Modell der Füchse und der Kaninchen dargestellt: Je mehr Kaninchen es gibt, desto mehr Füchse gibt es (positive Beziehung). Je mehr Füchse es gibt, desto mehr Kaninchen werden gefressen (negative Beziehung). Mit Klick auf Starten lässt sich die Animationsmöglichkeit erkunden. Wer mag, kann direkt an diesem Modell weiter zeichnen und z.B. weitere Tiere ergänzen - oder alles weg radieren und ein neues Modell aufzeichnen.

Wie setze ich das Kreislauftool im Unterricht ein?

Erfahrungsgemäß benötigen Schülerinnen und Schüler kaum Hilfestellungen, um die technische Funktionsweise des Tools zu verstehen. Falls dennoch Fragen auftreten, kann auf das kurze Anleitungsvideo auf der Website verwiesen oder eine kurze Demonstration via Beamer vorgenommen werden.

Spannend ist die inhaltliche Beschäftigung damit - und hier sind den Einsatzmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Denkbar ist es - wie im Beispiel - Prozesse der Natur oder auch abstrakter aus den Naturwissenschaften visualisieren zu lassen. Ebenso bieten sich Themen aus der Literatur (Wie reagieren welche fiktiven Figuren auf welche Gegebeneiten?), aus der Psychologie (Wie reagieren Menschen auf was?) oder aus Politik- und Sozialwissenschaften (Welche Auswirkungen hat eine politische Entscheidung auf gesellschaftliche Prozesse) an. Das Konzipieren und Gestalten der Kreisläufe und ihre Animation als Modell ist voraussetzungsreich, aber zugleich sehr lohnend zum Verständnis des jeweiligen Themas. Sehr gut ist das Kreislauftool geeignet, um ein Modell im Rahmen einer Kleingruppenarbeit zu entwickeln und anschließend zu präsentieren.

Kann ich Beispiele sehen?

Da das Kreislauftool bisher insbesondere im englischsprachigen Raum verbreitet ist, folgen hier einige Beispiele auf Englisch. Ich freue mich über die Zusendung deutschsprachiger Beispiele - sehr gerne aus der Unterrichtspraxis - um sie hier zu ergänzen.

Wie kann ich ein fertiges Modell teilen/ weiterentwickeln?

Bereits bei den Beispielen oben hast Du vielleicht bemerkt, dass Modelle einfach über ihre URL geteilt werden können. Diese wird angezeigt, wenn man in der rechten Seitenspalte auf ‘Link anzeigen’ klickt. Auf diese Weise können Modelle einfach weitergegeben, jederzeit im Browser geöffnet und auch nahtlos weiter bearbeitet werden.

Die Alternative ist das Teilen via iframe. Dabei wird ein Einbettungscode generiert, der dann beliebig auf einer Webseite eingefügt werden kann. Eine Sammlung von erstellten Modellen kann auf diese Weise einfach via Glitch erstellt werden. Dazu lässt sich dieses Beispiel-Projekt nutzen.

Viel Spaß beim Ausprobieren. Hier geht es direkt zum Kreislauftool!

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