Mehr-als-Barcamp: Name-Casting für Lernformate

Screenshot von Mehr als Barcamp

Ich habe als kleine Spielerei die Website Mehr-als-Barcamp.de online gestellt.

Diese Website ist der Versuch einer nicht grummelnd-besserwisserischen, sondern (hoffentlich) hilfreichen Intervention bei der Bezeichnung von Lernformaten.

Worum geht es?

Wenn ich beobachte, was für Lernformate in der Bildungs-Bubble angeboten werden, dann taucht sehr häufig die Bezeichnung Barcamp auf. Wenn ich allerdings genauer hinschaue, dann hat das, was da gemacht wird, häufig mit einem Barcamp nur sehr entfernt etwas zu tun. Häufig sind solche ‚Barcamps‘ Veranstaltungen, bei denen vorab Workshops zusammengetragen und dann eben in einem zeitlichen Raster den Lernenden zur Auswahl zur Verfügung stehen.

Die grummelnd-besserwisserische Variante einer Intervention wäre in dieser Situation jetzt der empörte Ausruf:

Das geht so gar nicht. Hört auf, mit Barcamp zu bezeichnen, was kein Barcamp ist. Habt ihr euch überhaupt schon einmal ernsthaft mit diesem Format beschäftigt?

Sehr hilfreich wäre das wahrscheinlich nicht. Denn erstens ist es eigentlich immer schlauer, erst einmal zu fragen und zuzuhören, was Menschen da gerade eigentlich genau planen bzw. was ihnen wichtig ist. Und zweitens und damit zusammenhängend würde ich mit solch einem Ausruf das Format, das da entwickelt wurde, nur daraufhin abklopfe, was ihm zu einem Barcamp fehlt. Es wäre dann notwendigerweise immer ein schlechteres Format, weil es z.B. keine offene Sessionplanung hat, der Fokus in Sessions kaum auf Austausch liegt oder auch ganz viel externe und bezahlte Angebote dazu kommen …

Die konstruktivere Perspektive startet stattdessen mit einem ernsthaften Interesse an dem mit ‚Barcamp‘ bezeichneten Format und erkennt dessen Qualitäten an. Durch einen Mini-Fragebogen auf der Website wird gemeinsam darauf geschaut werden, was denn eigentlich mit dem Lernformat erreicht werden soll. Nicht als Kritik wegen einer wenig passenden Verwendung des Begriffs Barcamp, sondern als Ermöglichung von einer bewussten und gezielten Reflexion über das gewünschte Format. Am Ende gibt es dann hoffentlich auch einen passenden Namen dafür! (Und wenn man aus welchen Gründen auch immer, doch bei der Bezeichnung ‚Barcamp‘ bleiben will, dann besteht auch ohne veränderten Namen trotzdem hoffentlich mehr Klarheit über die Ausrichtung).

Ich ordne dieses Vorgehen in Anlehnung an Back-Casting – bei dem man ausgehend von einem zukünftigen Ereignis über die Schritte dorthin reflektiert – als Name-Casting ein. Das bedeutet also: Über die Namensfindung kommen wir in einen guten Reflexionsprozess über eine Veranstaltung!

Nebenbei ist die Website so angelegt, dass sie eine verbindende und gemeinschaftliche, anstelle einer isolierten KI-Nutzung anstrebt: Nicht alle sitzen vor ihren Bildschirmen, sondern Menschen sind miteinander in einem Brainstorming und holen sich dazu ein KI-Sprachmodell mit an den Tisch.

Wenn du Name-Casting für deine Veranstaltung ausprobieren willst, dann bitte hier entlang:

PS. Im Fediverse habe ich zu einer konkreten Format-Ausgestaltung bereits nach Namensideen gefragt und auch dort sind zahlreiche Ideen zusammen gekommen.


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