Im Kontext von KI-Sprachmodellen gibt es auf der einen Seite den Trend, dass immer mehr Menschen Websites im Internet nicht direkt besuchen, sondern sich deren Inhalte in Interaktion mit KI-Sprachmodellen erschließen. Auf der anderen Seite beobachte ich auch einen Gegentrend dazu: Dieser zeigt sich darin, dass Menschen zugleich ganz bewusst auf Erkundungsreise ins Internet gehen und sich von vielfältigen Websites inspirieren lassen. Ich finde das eine sehr schöne Kombination, die ich auch in meiner eigenen Praxis so versuche.
Mit dem offenen Web-Tool Linkheftchen.de möchte ich vor diesem Hintergrund den – aus meiner Sicht zurzeit noch weniger starken – Gegentrend der bewussten Erkundung des Internets weiter befördern.
Was ist Linkheftchen.de?
Das Tool Linkheftchen.de ist erreichbar über die gleichnamige Website und bietet dort eine sehr niederschwellige Möglichkeit, kuratierte Links zu Websites mit einer kurzen Beschreibung in ein Formular einzutragen und sich daraus ein ‚Linkheftchen‘ als PDF generieren zu lassen, das dann gedruckt, gefaltet und verteilt werden kann. Zu den Links werden QR-Codes generiert, so dass diese dann beim Lesen des Linkheftchens direkt gescannt werden können, um die Websites zu besuchen.
All das geschieht lokal im Browser und ist somit sehr datenschutzfreundlich und niederschwellig in der Nutzung.
Sind solche gedruckten Heftchen nicht eine sehr veraltete Idee?
Der Kern von Linkheftchen.de ist wie beschrieben die Gestaltung eines kleinen, gefalteten, analogen Heftchens. Solche Heftchen werden auch als ‚Zines‘ bezeichnet. Zines haben eine lange Tradition in einer kreativen oder auch subversiven und widerständigen Praxis. Vielfach wurden und werden sie nur in kleiner Auflage produziert und dann analog und direkt – als eine Art ‚Geheimtipp‘ weitergegeben.
Diese Tradition passt ganz wunderbar zur Idee eines Linkheftchens. Auch hier geht es darum, ganz bewusst individuell für einen selbst oder für einen bestimmten Kontext bedeutsame Links zusammenzustellen und diese ‚von Hand zu Hand‘, also in einer direkten, sozialen Interaktion, zu verteilen.
Zugleich nutzt Linkheftchen.de aber auch die Möglichkeiten des Online-Raums: Neben einem Download als PDF zum Ausdrucken kann von einem gestaltetenm Linkheftchen jeweils auch eine Online-Version heruntergeladen werden. Diese hat ein HTML-Format und kann somit in jedem Browser geöffnet, praktisch überall im Internet veröffentlicht oder auch über Messenger versendet werden.
Mit der Online-Version ist zudem ein Remix eines Heftchens möglich. So kann eine Online-Version auf der Website hochgeladen und dort geändert, korrigiert oder anderweitig weiter bearbeitet werden.
Wie nutze ich Linkheftchen.de?
Die Nutzung ist selbsterklärend:
- Website aufrufen und ein neues Linkheftchen erstellen
- Im Formular dem Linkheftchen zunächst einen Titel geben und auf Wunsch eine Beschreibung eingeben.
- Sechs Links und optional Beschreibungen dazu eintragen.
- Eine Lizenz auswählen und das Aussehen der Rückseite festlegen
- Erstellen und fertig!
Eine Faltanleitung findest du bei Bedarf auf der Website.
Probiere es am besten direkt aus: Wie wäre es z.B. mit einem Linkheftchen zu deinen Lieblingsblogs oder -podcast, den besten Ressourcen für offene Online-Materialien oder einer mit viel Freude kuratierte Sammlung von Internetquatsch?
Ich wünsche dir viel Freude beim Erstellen und Verteilen!







PS. Linkheftchen habe ich unter Nutzung eines KI-Terminal-Tools erstellt. Hinter den Kulissen habe ich mein Vorgehen beschrieben.
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2 Kommentare
@nele Was mir gerade auffiel: ich kann nur http/https-Links angeben. Eine URL ist viel mehr und alles, was z.B. das Gemini-Protocol, gopher-Links oder IRC angeht, funktioniert nicht, weil das Script auf Deiner Seite nur „http“ oder „https“ zulässt.
Ja, das ist sicher richtig. Allerdings hatte ich bei der Zielgruppe von Menschen, die sich mit solch einem offenen Webtool Linkheftchen erstellen, eher Menschen im Blick, die https oder http-Links dort eintragen wollen. Aber danke für den Hinweis. Ich überlege mal, ob ich das dann noch anpasse.