Heute hatte ich gleich zwei Vorträge zu KI in der Bildung. Am Vormittag war ich im LIBRA (dem Fortbildungsinstitut in Brandenburg) zugeschaltet. Hier war heute die offizielle Einführung des KI-Chatbots telli. Mein Part war eine „pädagogische Orientierung im KI-Hype“.
Eine Nachfrage bezog sich auf meine Darstellung von Zementmischer versus Komposterde bei der KI-Nutzung in der Bildung. Die Kollegin wollte sinngemäß wissen, ob es denn nicht auch weiter Basiskompetenzen und ihre Vermittlung braucht. Ich habe das bejaht und darauf orientiert, dass ja sehr häufig ‚Sowohl-als-auch‘ sinnvoller ist, als ‚Entweder-Oder‘.
Mit etwas Nachdenken danach würde ich jetzt anders antworten:
- Ja, natürlich braucht es weiter Basiskompetenzen. Insgesamt wird es zugleich sehr viel offener, was hier genau gelernt wird, weil es niemals möglich sein wird, alles Wissen zu berücksichtigen.
- Wir könnten überlegen, Basiskompetenzen bewusst nach dem Kriterium auszuwählen, dass sie anschließend die weitere Erschließung von Inhalten ermöglichen. Und außerdem in der Art der Vermittlung direkt Wert darauf legen, dass in diesem Prozess direkt das Lernen selbst gelernt wird.
Insgesamt mag ich die bodenständige und zugleich sehr reflektierte Bildungsarbeit des LIBRA sehr gerne!

Danach ging es nach Hannover zu einer Sitzung des Fachbeirats von EREV, dem Bundesverband für evangelische Einrichtungen und Dienste e.V.

Ich habe zum ersten Mal mit den Kolleg*innen zusammen gearbeitet und fand es deshalb schön, vor Ort dabei zu sein. Bestuhlt war in einem riesigen U, was eine schöne Gesprächsatmosphäre herstellte.

Ich hatte mich dazu entschieden, einen sehr ruhigen Vortrag ganz ohne Murmelrunden oder anderen SchnickSchnack zu machen. Das fand ich zur Abwechslung mal ganz angenehm, einfach eine dreiviertel Stunde zu reden und dann auf Fragen zu antworten. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Kolleg*innen froh über die damit verbundene grundlegende Orientierung zu dem Thema waren. Sehr viele nehmen jetzt – den Wortmeldungen und Rückmeldungen zufolge – den Ansatz eines eigenen KI-Servers mit und meinen Appell, sich von KI nicht treiben zu lassen, sondern Zeit für bewusste Erkundungen und gemeinsames Lernen einzufordern.
Ein Kollege kam auf mich zu und äußerte das Feedback, dass ihm besonders gefallen hätte, dass ich nicht angeregt habe, Komplexität zu vereinfachen, sondern – ganz im Gegenteil – unbedingt innerhalb dieser und mit dieser Komplexität zu gestalten. Das hat mich gefreut, dass dieser Ansatz rübergekommen ist! 🙂
Jetzt bin ich auf der Rückfahrt. Morgen geht es dann nach Potsdam zur Hoffbauer-Stiftung, worauf ich mich sehr freue.
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