Die letzten drei Tage habe ich in Erkner beim OERcamp verbracht. Über meine Session zum Hinterfragen von KI-Sprachmodellen habe ich bereits gebloggt. Daneben habe ich noch eine weitere Session zum Social Presencing Theatre gemacht, mich bei der Moderation der Community-Beratschlagung beteiligt und einen Workshop angeboten. Bei alledem war auch noch viel Raum für den Besuch anderer Sessions und Gespräche zwischendurch.
Hier kommen ein paar Notizen, die ich festhalten möchte:
- Bei der Community-Beratschlagung haben wir darüber gesprochen, wie OER besser verbreitet und mehr Wirkung entfalten können. Als These stand die Forderung im Raum, dass man kein Geld mehr für Projekte geben solle, die ohnehin niemand nutzen wird. Wir haben das diskutiert und festgestellt, dass dann sehr wahrscheinlich vor allem OER für sehr klassischen Unterricht die sicherste Bank wären – was aus Offenheitsperspektive und pädagogischem Anspruch nicht sinnvoll erscheint.

- An meiner Station haben wir viel über konviviale Technik gesprochen, und ob ‚konviviale KI-Sprachmodelle‘ ein Widerspruch in sich sind. Wir haben insbesondere darüber reflektiert, ob die OER-Community geradezu eine Gegenbewegung zur vorherrschenden Form der Digitalisierung und der Ausgestaltung von KI sein sollte/ könnte.
- In meinem Workshop und meiner Session haben wir Social Prescencing Theatre erkundet. Und mit ‚Fragen an die Fragen‘ eine schöne und hilfreiche Methode genutzt, um gute Fragen zu finden:
- Die Teilnehmenden des Workshops fanden sich (bei mir zum Abschluss des Workshops, um aufbauend auf dem Austausch Fragen für das Barcamp zu entwickeln) in Kleingruppen zusammen. Sie überlegten und formulierten eine Frage, die ihnen wichtig erschien und schrieben sie auf ein Flipchart oder eine Pinnwand.
- Alle strömten aus und gingen an eine andere Pinnwand, lasen die Frage und notierten in 4 Minuten so viele Fragen an die ursprüngliche Frage, wie möglich.
- Die ursprüngliche Kleingruppen kamen an ‚ihre‘ Pinnwand zurück, lasen und reflektierten die Fragen an ihre Frage – und versuchten darauf aufbauend eine bessere Frage zu formulieren.

- Aus den anderen Sessions nehme ich vor allem den Gedanken der Urheberrschaft mit: Inhalte (und damit auch OER) sind nicht beliebig bzw. sollten nicht nur vor allem stimmig/ objektiv/ ausgewogen sein, sondern vor allem eine Intention in sich tragen, um gut angeeignet werden zu können. Wenn das bei OER berücksichtigt würde, würde das zu einer anderen Herangehensweise insbesondere beim Remix führen, die vielleicht gerade jetzt im KI-Kontext wichtiger wird.
- In einer anderen Session haben diskutiert, wie und warum es im Bildungskontext so häufig zu einer schnell erlernten Bequemlichkeit kommt, anstatt radikal Verantwortung wahrzunehmen für diese Welt. Eine Antwort haben wir nicht gefunden :-)
- Kritisch reflektiert haben wir KI-Dokumentation, vor allem unter der Perspektive, was vielleicht verloren geht, wenn sich alle darauf verlassen.
- Und ein Highlight war Impro-Theater Spielen am Samstagabend. Das sollten wir viel häufiger tun. Es machte so viel Freude! :-)
Vielen Dank für die gute gemeinsame Zeit und das viele Lernen!
Beitrag weiternutzen und teilen
Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY 4.0 und kann somit gerne offen weitergenutzt und geteilt werden. Hier kannst du dir den Beitragslink und/oder den Lizenzhinweis kopieren. Wenn du den Beitragslink in das Suchfeld im Fediverse (z.B. bei Mastodon) eingibst, wird er dir dort angezeigt und du kannst ihn kommentieren.
