Die letzten Tagen war ich in Oldenburg und habe die Zukunftstage mehrerer Träger der Deutschen Rentenversicherung gestaltet. Es ging um KI. Das Konzept sah vor, dass es am ersten Tag einen interaktiven Impuls mit anschließendem Ausprobieren gab. Das Ziel war hier, dass sich die Teilnehmenden selbst als Lernende im Kontext von KI erleben sollten. Am zweiten Tag ging es dann um Ideenentwicklung zur Gestaltung von Lernformaten für die weiteren Kolleg*innen. Zur Vorstellung waren dann heute Nachmittag die Geschäftsführungen angereist und es wurde entschieden, welche der Idee in welches Haus als Prototyp mitgenommen und umgesetzt wird. Im November treffen wir uns dann noch einmal zu einem nachbereitenden Online-Treffen, in dem wir gemeinsam reflektieren werden, wie gut die Umsetzung geklappt hat.
Ich habe dieses Konzept als sinnvoll erlebt und kann es zur Weiternutzung empfehlen. Das gilt zunächst einmal sehr grundsätzlich. Daneben fand ich auch ein paar der genutzten Methodiken hilfreich, weshalb ich sie hier kurz notiere. Vielleicht können sie auch anderen helfen:
- Bestuhlt war in einem langen Raum mit Tischinseln. Das ermöglicht viel Austausch und gemeinsames Lernen und auch ein niederschwelliges Zurücktragen von entwickelten Ideen. Besonders hilfreich fand ich als Zwischenfazit am ersten Tag die Aufgabe, sich eine Satzvervollständigung zu „KI …“ im eigenen Kontext an jedem Tisch zu überlegen. Von vorne konnte ich dann einmal das Mikro durchgeben und jeder Tisch stellte seinen entwickelten Satz vor. (Ich empfand das als hilfreich, weil die meiste Zeit alle aktiv waren durch die Beteiligung an den Tischen. Zugleich gab es mit der Vorstellung ein verbindendes Plenums-Element, was aber durch die Vorstellung von nur einzelnen Sätzen sehr prägnant war.)
- Zur heutigen Ideenentwicklung habe ich Pop-Up Arbeitsgruppen nach dem Barcamp-Prinzip gestaltet. Anstatt aber einfach eine Sessionplanung zu machen, notierte zuvor jede Person eine Idee für sich. In Form eines Crowdvotings wurden dann die höchst bewerteten Ideen für die weitere Ausarbeitung ausgewählt.
- Damit die Arbeit in den Gruppen gut funktionierte, gab es eine Schritt-für-Schritt Anleitung, die man unterstützend nutzen konnte. Auch die anschließende Vorstellung der Ergebnisse im Plenum konnte mit einer Elevator Pitch Vorlage angegangen werden.
- Für die KI-Erkundungen am Vortag hatte ich zwei Zugänge vorbereitet: einmal das Lernen mit einer Lernkontext-Datei auf Basis von einer zuvor identifizierten Wissenslücke. Zum anderen eine offene Erkundung mithilfe eines Bingo-Zettels. Das funktionierte sehr gut.
- Merken werde ich mir außerdem die Möglichkeit, eine statische Website zur Begleitung einzurichten, die Schritt für Schritt erweitert wird: Vor dem Treffen gab es dort nur die Vorbereitungsaufgabe, gestern kamen dann die Erkundungsmaterialien dazu. Heute ergänzte ich die Infos zur Ideenentwicklung.
Alle Materialien sind offen lizenziert und stehen nun auch nachträglich zur Weiternutzung zur Verfügung.
PS. Sehr beeindruckt hat mich, was eine Teilnehmerin in kürzester Zeit aus der verteilten Blanko-Persona-Vorlage gestaltet hat.


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