Meine Lektorin hat mir geschrieben, dass mein Buch ‚Lerngestaltung weiterdenken‚ im Druck ist und wir sehr bald mit den gedruckten Exemplaren rechnen können. Angekündigt ist die Veröffentlichung bisher noch für Mitte September. Selbst wenn es dabei bleibt, dauert es jetzt nicht mehr lang.
Ich bin vor diesem Hintergrund in einer merkwürdigen Stimmung: Auf der einen Seite freue ich mich sehr, dass das gedruckte Buch bald vorliegt, nachdem ich in den letzten Monaten eine ganze Menge Arbeit reingesteckt habe. Auf der anderen Seite bin ich aber auch sehr ängstlich, was für Reaktionen mich zu dem Buch erwarten werden. Buchveröffentlichung fühlt sich irgendwie ein bisschen danach an, die direkte, engere Filter-Bubble zu verlassen – und somit kann ich die Zielgruppe nur schwer einschätzen. Zugleich war aber ja auch genau das meine hauptsächliche Motivation für das Schreiben des Buches.
Die Verbreitung des Buches bringt mich direkt zu einem weiteren Punkt, der mich im Vorfeld des Erscheinungstermins am meisten beschäftigt: Ich bin sehr unsicher, wie ich damit umgehen soll, dass ich mit dem Erscheinen des Buches vor der Herausforderung stehe, ein Produkt zu vermarkten. Das kenne ich nicht, weil mein Ansatz ansonsten der eines Geschäftsmodell des Teilens ist. Bei diesem Prinzip muss ich Menschen nicht davon überzeugen, ein Produkt zu kaufen, sondern ich teile offene Inhalte und hoffe, dass sie weiter genutzt werden, so dass Menschen darüber dann auf mich aufmerksam werden und mich manches Mal dann auch für eine Zusammenarbeit anfragen.
In dieser Unsicherheits-Situation angesichts von anstehender Produkt-Vermarktung hilft es mir schon viel, dass das Buch OER ist. Es hat also eine offene Lizenz. Die Inhalte können frei weitergenutzt und geteilt werden. Da mein Anliegen aber auch ist, dem Beltz-Verlag zu zeigen, dass OER und Buchverkauf kein Widerspruch sein müssen, möchte ich nicht selbst gleich zu Beginn das ganze Buch zum Download online stellen. Es soll ja schon auch verkauft werden.
Mein Nachdenken über all diese Fragen hat mich zum vorläufigen Schluss gebracht, dass es am wichtigsten ist, dass ich mir für mich selbst klar werde, was mir bei dem Buch wichtig ist. Meine Antwort darauf ist, dass ich auch hier – Produkt hin oder her – vor allem möchte, dass mit den Inhalten gearbeitet wird. Vor diesem Hintergrund ist es dann vielleicht auch gar nicht nötig, die üblichen Marketing-Spielchen mit Buch-Selfies auf LinkedIn und Co mitzumachen, sondern ich kann versuchen, Menschen über meine eigenen Kanäle und vor allem über die Inhalte des Buches zu erreichen, indem ich insbesondere darüber schreibe und auch ganz praktisch Materialien zur Weiternutzung anbiete.
Um das zu realisieren, habe ich heute die Website zum Buch umgestaltet, auf der bisher nur der Blog zum Schreibprozess zu finden war. Zum einen habe ich jede Menge Einblicke in das Buch zum direkten Download online gestellt. Zum anderen habe ich auch ein Konzept für einen Learning Circle zum Buch entwickelt. Das hat viel Freude gemacht – und zugleich auch meine Unsicherheit ein bisschen zurückgedrängt. Jetzt fehlt nur noch ein Micro-Content zur Reflexion der Nordstern-Fragen, den ich mir überlegt habe, und der auch unabhängig vom Buch nutzbar sein soll. Dann ist die Website fertig!
Bei Veröffentlichung des Buches werde ich dann eine Sonderausgabe der Edumail verfassen. Und danach einfach neugierig auf mich zukommen lassen, was passiert. Das Ganze ist ja vor allem auch ein Lernprozess für mich! 🙂
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