Teilnehmenden-Infos vor Online-Veranstaltungen

Eine genervte Person im Pixar Style vor einer Videokonferenz

In einer Veranstaltungsankündigung in der Erwachsenenbildung, die ich gestalten darf, sehe ich gerade, dass von Veranstalterseite, die dann ja auch später die Teilnahmebescheinigung ausstellen werden, standardmäßig diese Vorgabe an Teilnehmende gemailt wird:

Nötig ist:

  1. pro Teilnehmer*in ein Gerät
  2. aktivierte Kamera und funktionierendes Mikrofon
  3. vollständige Anwesenheit und keine Ablenkung mit Mails/ Telefonaten o.ä.

Ich merkte beim Lesen, dass ich diese Vorgaben und die Art und Weise der Formulierung aus pädagogischer Perspektive nicht hilfreich und meine eigene Rolle als Referentin vor diesem Hintergrund schwierig finde. Natürlich verstehe ich, dass Veranstalter irgendwie dokumentieren wollen oder müssen, dass Teilnehmende tatsächlich bei dem Lernangebot mit dabei waren. Allerdings ist es aus meiner Sicht kaum lernförderlich, wenn Lernende gezwungenermaßen mit aktivierter Kamera vor einem Bildschirm sitzen. Und auf diese Weise will ich anderen Menschen auch ungern gegenüber treten. Ich würde deshalb anders vorgehen und sinngemäß etwas in diese Richtung formulieren:

Das Lernangebot ist so gestaltet, dass das Lernen insbesondere durch Ausprobieren und Austausch mit anderen Beteiligten gestaltet wird. Für eine gute Beteiligung empfiehlt es sich deshalb, möglichst keine anderen Aktivitäten parallel zu legen. Insbesondere in den BreakOut-Räumen gibt es vielfältige Gelegenheit zum Austausch. Wenn Sie davon profitieren wollen, brauchen Sie ein funktionierendes und aktiviertes Mikrofon und möglichst auch eine Kamera.

Auf der anderen Seite kann es durchaus auch Lernangebote geben, bei denen ich sinngemäß schreiben würde:

Es erwartet Sie ein Impuls. Es ist eine auch nur lurkende (= beobachtende/ punktuelle / passive)) Teilnahme möglich. Sie können anstelle einer synchronen Beteiligung die spätere Aufzeichnung nutzen.

Meistens ist so etwas bei mir standardmäßig in der Veranstaltungsbeschreibung enthalten, aber das hilft ja dann nicht, wenn die Kommunikation über die Veranstaltung nicht in meinen Händen liegt und dann – wie in diesem Fall – ganz andere Formulierungen vermailt werden.

Was ich deshalb für mich mitnehme: Ich versuche zukünftig bei der Vereinbarung von Veranstaltung immer nachzufragen, ob es irgendwelche Standard-Informationen für die Teilnehmenden gibt und wenn ja welche. Dann kann ich bei Bedarf eine andere Formulierung vorschlagen.

Vielleicht kannst du das als Anregung auch für dich mitnehmen. Wenn du fest in einer Organisation beschäftigt bist, dann lohnt es sich sicher noch einmal mehr, die Art und Weise der Kommunikation bei Online-Veranstaltungen bewusst gemeinsam zu reflektieren.


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