Online-Selbstlernkurse im Kontext von KI

Ein Prompt im Terminal zur Gestaltung eines Online-Kurses

Es gibt sehr viele unterschiedliche Online-Kurse. Im Kontext von KI fand ich in den letzten Monaten aus pädagogischer Perspektive vor allem die Gestaltung solcher Online-Kurse herausfordernd, die als Selbstlernangebot gedacht sind, d.h. mit denen bestimmte Wissensinhalte dargestellt werden sollen, so dass Lernende sich diese dann durch den Kurs erschließen können.

Mein Hadern bei der Gestaltung solcher Kurse kam vor allem daher, dass hier schon bei der Erstellung der Griff zu KI-Tools sehr naheliegend ist. Das gilt mit dem Aufkommen so genannter KI-Agenten umso mehr: Hier bin ich nicht einmal mehr zu Copy & Paste einer KI-Generierung herausgefordert, sondern kann einen Kurs über das Terminal prompten und direkt online stellen lassen.

Diese KI-Generierungsmöglichkeit provoziert dann direkt die Folgefrage:

Wenn ich bei der Erstellung diese Möglichkeit habe, warum überlasse ich das dann nicht besser direkt den Lernenden, die das dann genau in der Form machen können, wie es für sie passend ist?

Eine erste Antwort könnte hier sein, dass es sowohl aus Gründen von Nachhaltigkeit als auch aufgrund von Qualitätskontrolle sinnvoll ist, solch einen Kurs mit einem menschlich-fachlichen Blick zu erstellen und dann zur Verfügung zu stellen. Noch wichtiger erscheint es mir, die Struktur solcher Online-Selbstlernkursen dahingehend anzupassen, dass sie gerade in einem zunehmend KI-geprägten Kontext zum Lernen hilfreich sind.

Mein (vorläufiger) Ansatz ist hier eine Zweiteilung:

  1. Ich stelle prägnant und übersichtlich die grundlegenden Inhalte vor. Gerne auch mit vertiefenden Materialien. Diesen Teil bereite ich so auf, dass Lernende ihn sich direkt im Kurs erschließen können, aber zugleich auch die Möglichkeit haben, diese Inhalte für eine KI-Interaktion zu nutzen. (Und ich merke bei der Gestaltung dieses Teils immer wieder, dass eine Generierung dieser Inhalte durch KI-Modelle zwar auf den ersten Blick meist super schlau erscheint. Je mehr ich aber selbst in einem Thema drinstecke, desto mehr fehlt es mir dann beim zweiten Lesen an Substanz)
  2. Ich stelle meine Aneignung der Inhalte vor: Was finde ich daran besonders wichtig? Wie gehe ich damit um? Was mache ich damit? In welche Verbindung bringe ich diese Inhalte? Woran denke und überlege ich dazu zurzeit?

Solch eine Darstellung lässt sich dann mit der Einladung an Lernende verbinden, sich erstens die Inhalte zu erschließen und zweitens und vor allem auch ihre eigene Aneignung der Inhalte vorzunehmen.

Diese Zweiteilung versteht Online-Kurse weniger als fertige und abschließende Wissenspakete, sondern mehr als Einladung zum Lernen. Es ermöglicht das kritische Durchdenken und das Verbinden mit dem eigenen Kontext. Meinen pädagogischen Beitrag bei der Erstellung solcher Online-Kurse im Kontext von KI sehe ich somit vor allem in der bewussten Kuratierung und Darstellung der Inhalte und in einer subjektiv, verorteten Auseinandersetzung damit als Orientierungspunkt für die Aneignung der Inhalte durch Lernende.

Ich bin gespannt, ob und wie sich dieser Ansatz bewährt!


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