Lasst uns mehr Raum für Ehrfurcht und Staunen in der Bildung ermöglichen!

Ein Panel in einem großen Saal.

Ich war heute bei der Fachtagung ‚Mit Zuversicht in die Zukunft – Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Kita‘ an der Alice Salomon Hochschule in Berlin. Mein Part war ein Workshop zu Künstlicher Intelligenz im Bildungskontext. Ich freue mich vor allem deshalb, dass ich vor Ort war, weil ich das Panel zu Beginn sehr spannend fand.

Thesen, die ich mitgeschrieben habe:

  • Nur, weil etwas gut messbar ist, ist es nicht automatisch gute Bildung. Ganzheitliche Entwicklung ist z.B. nur schwer messbar und höchst relevant. Und Menschen sind natürlich immer mehr als die Summe ihrer Kompetenzen.
  • Gute Bildung ist nicht vollständig planbar; wir sollten nicht der Illusion einer Pseudo-Steuerbarkeit aufsitzen.
  • Eine kompensatorische Bildung läuft schnell Gefahr zu einer defizitorientierten Bildung zu werden und Entwicklung zu blockieren. Stattdessen sollten wir Bildung darauf aufbauen, dass wir als Menschen alle Bindungsfähigkeit und Neugierde mitbringen und das unbedingte Bedürfnis dazu haben, was es zu kultivieren und zu stärken gilt.
  • Gute Bildung ermöglicht Spielen im Sinne von freiem Umgang mit erfüllter Zeit, was die wichtigste Form der Weltaneignung für Kinder ist. 
  • Die Antwort auf die bisherige Überbetonung der Kognition ist nicht überwältigende Emotion, sondern mehr Zusammenspiel und damit ganzheitliches Lernen
  • Bildung braucht mehr Raum für Staunen und Ehrfurcht. Das öffnet Denken, statt es zu verschließen und lässt Verbundenheit mit der Welt und damit Demut entwickeln. Auf diese Weise gestalten wir gute und soziale Zukünfte.

Ich finde es lohnenswert, wenn sich im formalen Bildungssystem ab der Schule mehr von solchen Ansätzen im frühkindlichen Bereich durchsetzen.


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