Ich bin heute auf diesen Text im Guardian gestoßen, den ich als Denkanstoß in der KI-Debatte weiter empfehlen kann.
Worum geht es?
Der Autor (Clemens J. Setz) greift das Märchen vom Fischer und seiner Frau auf und bringt es in den Kontext von KI.
In diesem Märchen fängt ein Fischer einen Butt, der ein verzauberter Prinz ist und der ihm – für seine Freilassung – die Erfüllung eines Wunsches verspricht. Der Fischer hat eine Frau, die Ilsebill, die sofort mit dem Wünschen anfängt. Zunächst geht es um ein schöneres Haus. Als dieser Wunsch erfüllt ist, schickt sie ihren Mann wieder aufs Meer für den nächsten Wunsch. So geht es immer weiter.
Die Übertragung auf KI im Sinne einer sehr einfachen Wunscherfüllungsmaschine finde ich sehr passend. denn in der Tat kann man sich mit KI erstmal sehr viel wünschen und auch auf Knopfdruck umsetzen lassen: einen Text, eine ganze App, ein Video, eine Website …
Spannend ist dann die Frage, was das mit uns als Menschen macht. Clemens J. Setz sieht drei mögliche Entwicklungen:
- Dekadenz: Nur Reiche können sich zukünftig echte Menschen leisten; alle anderen bekommen die KI-Version
- Abkapselung: Kleine Gruppen erfinden künstliche Hürden (z. B. wertloses Anstehen), um wieder Herausforderungen zu spüren
- Märtyer-Haltung: Jede KI-Wunscherfüllung wird zu einer Ressourcensünde; Menschen bestrafen sich dafür selber, bis sie als Märtyrer sterben
Das ist natürlich ein ziemlich düsteres Zukunftsbild, aber vielleicht gerade in dieser deutlichen Darstellung ein guter Impuls, um die Frage zu stellen: Wie könnte es auch anders sein?
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