Gestern war ich online bei der ETOS (= Ergotherapieschule Osnabrück) zugeschaltet. Gemeinsam mit den Pädagog*innen und Beschäftigten in der Verwaltung der Schule ging es um einen Einstieg in das Thema Künstliche Intelligenz (KI).
Ich habe mein übliches Intro mit viel ‚unter die Haube der Technologie‘ blicken und einer Darstellung der pädagogischen Widersprüche gemacht. Außerdem habe ich auch die Sortierung von KI als Werkzeug, als Lernkulturveränderungsimpuls und als Lerngegenstand vorgestellt. Nach ein bisschen Ausprobieren sind wir dann sehr schnell in eine sehr fundierte Diskussion gelangt, die ich auch für mich sehr spannend fand.
Insbesondere nehme ich daraus die Verbindung zwischen KI als Lerngegenstand und beruflichem/ fachlichen Selbstverständnis als pädagogische Herausforderung mit. Bisher habe ich immer sehr grundsätzlich, weil gesamtgesellschaftlich in den Bereich KI als Lerngegenstand eingeführt. Also zum Beispiel dargestellt, dass KI menschengemacht und damit gestaltbar sei und dass es längst nicht nur darum geht, dass alle KI programmieren, sondern dass es auch und vor allem darum geht, gemeinsam als Gesellschaft zu verhandeln, welche KI wir mit welchen Regeln wie einsetzen und gestalten wollen.
In der Diskussion haben wir diese Fragen dann sehr direkt auch auf die Ergotherapie runtergebrochen. In diesem Sinne haben wir überlegt, wie sich der Beruf von Ergotherapeut*innen im Kontext von KI möglicherweise ändern sollte, was auch ganz bewusst bleiben sollte, welche Entwicklungen aus dieser Perspektive sinnvoll erscheinen, wo man sich eine andere Gestaltung wünscht, welche veränderten Inhalte wichtiger werden, was weg kann, welche Grenzen es gibt …
Ich finde diese Konkretisierung der Lerngegenstands-Perspektive von KI in der beruflichen Bildung sehr spannend und wichtig und werde dem zukünftig einen größeren Stellenwert einräumen. Gerade weil ich große Orientierungslosigkeit wahrnehme („Wir wissen ja gar nicht, welche Berufe es in 10 oder 15 Jahren geben wird“), finde ich es sinnvoll, auf diese Weise deutlich zu machen, dass auch diese Berufe der Zukunft ausgehend von den jetzigen Überlegungen, Gestaltungen und Handlungen entstehen und dass wir alle das gestalten können.
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