Heute habe ich einen Online-Impuls für ein Kooperationsnetzwerk der evangelischen Akademie Frankfurt gestaltet. Insgesamt ging es bei der Veranstaltung um die Ende des letzten Jahres veröffentlichte JIM-Studie, die dieses Mal einen Fokus auf KI legte. Im ersten Teil wurden die Ergebnisse vorgestellt. Im zweiten Teil sprach ich zum Thema: Nach dem Hype. KI als neue Lebensrealität.
Ich habe ohne Folien präsentiert. Das klappt auch im Online-Kontext aus meiner Sicht sehr gut. Hilfreich finde ich einen sehr klaren, prägnanten Aufbau, dem die Teilnehmenden gut folgen können. Ich habe das heute anhand von drei Begriffen realisiert: Radikale Gegenwart, Schieberegler und gemeinwohlorientierte Digitalpädagogik. Diese drei Begriffe habe ich direkt zu Beginn angekündigt und zum aktiven Zuhören (= gerne Mitkritzeln) eingeladen. Danach konnte ich die Begriffe Schritt für Schritt mit Gegenständen in der Kamera und Mini-Interaktionen im Chat und in BreakOuts vertiefen.
Neben diesem klaren und strukturierten Aufbau kann ich die folgenden Aspekte aus Vorbereitung und Durchführung weiter empfehlen:
- Wenn es mit einer Frage in BreakOut Räume geht, dann ist es – gerade wenn man keine Folien hat – hilfreich, diese Frage parallel auch nochmals in den Chat zu packen, so dass alle sie mitbekommen.
- Eine schöne Mini-Methode ist, eine ‚Wie können wir …?‘-Frage zu stellen. Wer dann in einen BreakOut Raum mit gerader Zahl per Zufall zugeordnet wird, sucht nach Lösungen. Wer in einen BreakOut Raum mit ungerader Zahl zugeteilt wird, sucht nach Anti-Lösungen (= Was wäre das Dümmste, was wir tun könnten?). Anschließend sammelt man im Chat erst die Anti-Lösungen und dann die Lösungen.
- Solch ein Vortrag lässt sich sehr gut in Interaktion mit einem KI-Sprachmodell vorbereiten. Ich bin heute so vorgegangen, dass ich mir meinen Vortrag überlegt habe, ihn dann einmal eingesprochen habe (wobei ich mich noch viel verhaspelt habe und nicht immer einen roten Faden hatte), das Transkript des Geplappers mit einem KI-Sprachmodell geteilt habe – verbunden mit dem Prompt, mir daraus bitte einen kurzen Spickzettel für den Vortrag zu erstellen. Den so generierten Spickzettel konnte ich dann neben mich leben. Dieses Vorgehen ist also doppelt sinnvoll: Erstens übe ich den Vortrag, zweitens erhalte ich einen Spickzettel, der mir dann bei der Durchführung hilft.
Inhaltlich fand ich es vor allem wichtig, einen Blick auf so genannten KI-SLOP zu werfen. Und sich zu vergegenwärtigen, was KI-SLOP ist (= für mich: Inhalte ohne Interesse für den Inhalt zu teilen) und was nicht (= für mich: wenn Menschen sich mit KI als Werkzeug auszudrücken versuchen und dabei Inhalte empfehlen, denen ich aus meiner Sicht schlechte Qualität zuspreche). In diesem Fall kann AI-SLOP auch etwas anderes sein. Nämlich nicht Sehr Langweiliger, Ordinärer Plödsinn, sondern Spielerische Lust an Offenen Prozessen.
Beim Vortrag hatte ich dazu ein Mini-Klappbild:

Mein Fazit: Das war nur ein kurzer Impuls, aber ich hatte den Eindruck, dass er für einige der Zuhörenden eine hilfreiche Perspektiven-Erweiterung war. Persönlich habe ich mich sehr über das Interesse und die vielen Nachfragen an der vorgestellten gemeinwohlorientierten Digitalpädagogik gefreut.
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