Ein ‚umgedrehter‘ Vortrag im Sinne von Modellierung

Du hattest noch mehr notiert? Kamera an und teilen!

Meinen heutigen Impuls bei der Universität Würzburg habe ich methodisch als ‚umgedrehten‘ Vortrag angelegt. Ich fand das eine gute Idee und will das Vorgehen deshalb kurz festhalten und teilen:

Angelehnt ist das Vorgehen an die Methode der Modellierung. Das bedeutet: Es wird gelernt, indem erst gesammelt/ reflektiert wird, was zu einem Thema bereits im eigenen Erfahrungsschatz vorhanden ist. Dann wird daran weiter gearbeitet.

Vor diesem Hintergrund habe ich das Vorgehen ‚umgedrehter Vortrag‘ genannt, denn es startet nicht mit dem Impuls der referierenden Person, sondern zunächst mit der Rekapitulation bestehender Erfahrungsschätze der Teilnehmenden.

Wir sind dazu heute in zwei Schritten vorgegangen:

  1. In BreakOut Räumen haben die Teilnehmenden blitzlichtartig geteilt, was sie zu dem Thema wichtig finden. (Bei uns war das: Wozu denkst du, dass KI in der Bildung genutzt und wozu auf keinen Fall genutzt werden sollte?)
  2. Nach Rückkehr ins Plenum haben alle in einem Silent Writing für sich die drei wichtigsten Aspekte zu der Frage festgehalten.

Daran anschließend folgte dann der eigentliche Impuls von mir. (Auch diesen haben wir heute mit einer kleinen Zwischenreflexion in BreakOuts unterbrochen, aber das ist für die Methode nicht unbedingt erforderlich).

Die letzte Folie war dann die (sinngemäße) Frage: Steht noch etwas auf deinem ursprünglichen Zettel aus dem Silent Writing vom Beginn, was im Impuls nicht vor kam? Wenn ja, dann sollte die Kamera eingeschaltet werden. Alle mit eingeschalteter Kamera haben dann noch bestehende Lücken geteilt.

Dieser letzte Schritt hat heute nur suboptimal geklappt. Die Kolleg*innen waren offensichtlich sehr darauf konditioniert, nicht zu sagen, was sie noch ergänzen wollen, sondern an mich als Referentin zu richten, was sie ansonsten noch interessiert hätte. Hier ist also eine klarere Erläuterung notwendig. Mit dieser Optimierung kann das Vorgehen dann aus meiner Sicht aber ein lernförderlicher, weil sehr aktiv zuhörender, interaktiver und kollaborativer Ansatz für Vorträge sein.


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