Bevor es morgen zum OERcamp nach Hannover geht, habe ich heute gemeinsam mit Hannah Uhlen von der Klassik Stiftung Weimar einen Online-Impuls zum Thema KI und offene Wissensspeicher gestaltet. Dieser Impuls war Auftakt zum morgigen Fachtag kulturelle Bildung.
Zum Einstieg habe ich 8 Thesen vorgestellt, die mir im Kontext von KI wichtig sind:
- KI ist Technik und keine Magie. Die Blackbox lässt sich erklären.
- Gute Pädagogik orientiert auf klügere Menschen, nicht auf klügere Maschinen
- Kluge Mensch-Machine-Interaktion ist eine kontra-intuitive KI-Nutzung.
- Wir brauchen in der Bildung weniger Zementmischer und mehr Komposterde
- Wir müssen grundlegender Denken: das Lernen lernen, nicht nur Bedienkompetenz
- Es braucht Räume für Resonanz und Zufälle – gerade, weil mit KI alles effizienter und passgenauer wird.
- Es braucht Anregung zu Neugierde durch Konfrontation mit radikaler Gegenwart.
- Algorithmen und Plattform-Logik sind eine Gefahr fürs Lernen und für die Demokratie
Visualisiert habe ich diese mit einer minimalistischen Emoji-Symbolik :-)
Anschließend war Raum, um diese Thesen im Gespräch zu vertiefen – und dabei immer auch wieder Fragen aus dem Chat einzubinden.
Mir ist beim Gespräch noch einmal deutlicher geworden, wie gut die außerschulische Bildung und der Kulturbereich den ‚Komposterde‘-Teil in der aktuellen Debatte stark machen kann, während es im schulischen Kontext ja leider doch oft für Freiräume dazu fehlt.
Am Ende haben wir im Chat gefragt, was die Teilnehmenden mitnehmen. Unter anderem wurde genannt:
- kritisch-konstruktive Nutzung
- Idee von kontra-intuitiver Nutzung
- Räume für gemeinsames Erkunden und Ausprobieren
- Nicht eine Plattform nutzen, sondern unterschiedliche Modelle erkunden
- …
Mich haben diese Nennungen sehr gefreut, denn es waren genau die Punkte, für die ich versucht habe, sehr stark zu argumentieren. Schön, dass das beim Zuhören angekommen ist.
Das Format mit kurzem Impuls und dann Gespräch finde ich sehr zielführend und kann mir gut vorstellen, klassische Vorträge häufiger in dieser Art umzugestalten. Voraussetzung ist für das Gelingen glaube ich, dass die zweite Person im Gespräch sehr gut im Thema drinsteckt und es vor allem gut schafft, sich in die Teilnehmenden hinein zu versetzen, weil sie ja immer auch ein bisschen stellvertretend für diese das Gespräch lenkt. Heute hat das aus meiner Sicht gut geklappt.
Wir haben Impuls und Gespräch aufgezeichnet, so dass ich das in Kürze auch hier zum nachträglichen Ansehen teilen kann.
Herzlichen Dank für die Einladung – und jetzt freue ich mich auf das OERcamp!
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