Beiratssitzung von Tab_Mint

Ein Namensschild und ein Stift mit Tab_Mint Logo auf einer Tagesordnung.

Ich war heute eingeladen, bei der Beiratssitzung von Tab_Mint einen Impuls zum Thema ‚KI als Chance zum Lernen nach Corona‚ zu geben. Tab_Mint ist Teil des beruflichen Bildungswerks in Halle und im Saalekreis und unterstützt vor allem bei Ausbildungen im Bereich der Mechatronik und verwandten Fachrichtungen. Hintergrund hierfür ist, dass es sich bei Halle und dem Saalekreis um eine ehemalige Braunkohlegegend handelt. Im Prozess der Transformation braucht es neue Kompetenzen und Wege unter anderem in den Bereichen einer CO2-neutralen Energieversorgung oder hin zu einer zukunftsfähigen Mobilität. Tab_Mint setzt hier bei der Ausbildung an. Ich finde: ein spannender Bereich!

Um diese Herausforderungen gut angehen zu können, hat die Initiative sich einen Beirat eingerichtet, in dem Menschen aus der Ausbildungspraxis, der Berufsberatung, den Hochschulen und dem gewerkschaftlichen Bereich unterstützen und beraten. Mit der heutigen Beiratssitzung sollte wie dargestellt reflektiert werden, ob und wenn ja wie unter Nutzung von KI Ausbildungsqualität erhöht und Abbruch verhindert werden kann.

Mein Impuls war dazu eine komprimierte Darstellung zu den folgenden drei Fragen:

  • Wo stehen wir? = Herausfordernde Situation, vor allem durch ‚erlernte Hilflosigkeit‘ vieler Jugendlicher, die in einer BANI/VUCA oder auch ‚wilden‘ Welt zu Orientierungslosigkeit und Zukunftsangst führt. Nötig wäre demgegenüber, Future Skills nicht nur als Kompetenzen zu verstehen, die wahrscheinlich in der Zukunft mehr gebraucht werden, sondern vor allem als Kompetenzen, die zur Gestaltung guter Zukünfte ermächtigen.
  • Was ist KI? = Realistischer Blick auf eine Technologie, deren Funktionsweise unter der Haube im Kern eine Wahrscheinlichkeitsberechnung auf Basis riesiger Datenmengen ist. Zugleich Verständnis, dass es nicht nur ein Tool, sondern ein System mit dahinter liegenden Interessen, digitaler Infrastruktur und leider auch zunehmender Monopolisierung und Machtkonzentration ist.
  • Wie lässt sich KI lernförderlich nutzen? = im Kern, wenn wir von Abkürzung zu Lernverstärkung gelangen, was vor allem durch eine Umorientierung weg von Antwort- hin zu Resonanzmaschine möglich ist und zum Beispiel mit Techniken wie der Modellierung oder Lernkontext-Dateien unterstützt werden kann.

In der Diskussion haben wir aus meiner Sicht sehr gut zwei Herausforderungen herausgearbeitet, auf die wir pädagogisch zielen können:

  1. „Ich werde gebraucht und kann mich mit meinen Erfahrungen einbringen und gestalten!“
  2. „Ich kann es schaffen, mir die nötigen Kompetenzen zu erarbeiten und bekomme dazu Unterstützung.“

Die erste Herausforderung ist sehr viel weniger eine Sache, die durch direkte KI-Interaktion erreicht werden kann, sondern erfordert eine verbindende, potenzialorientierte Bildung, für die Beziehungsarbeit grundlegend ist. Bei der zweiten Herausforderung lässt sich dann mehr mit KI-Unterstützung ansetzen, z.B. mit einer, wie wir es überlegt haben, Lernplattform, die sowohl adaptive Lernmöglichkeiten im Sinne einer direkten Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung bietet, als auch mit kreativem Lernen, bei dem in Interaktion mit KI in sozialen Lernräumen gemeinsam an neuen Ideen gearbeitet wird.

Zum ersten Bereich gab es die Idee, mehr Experimentier- und Erkundungsräume zu ermöglichen, in denen Lernende sich gemeinsam mit anderen ausprobieren und erkunden können.

Meine Folien, weiterführende Inhalte und Erkundungsmaterialien stehen hier online.

Herzlichen Dank für die Einladung und die gute Diskussion. Ich habe es als sehr wertvoll erlebt, wie wir ausgehend vom Nordstern einer guten Bildung mit zugleich viel bodenständigem Pragmatismus nach ersten Schritten in einem sehr herausfordernden System gesucht haben und dabei immer wieder feststellten, dass sich gemeinsam besser vorankommen lässt, als allein.


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