Ich war heute für einen interaktiven Impuls über Lernkulturveränderung im Kontext von KI bei der Volkshochschule in Erlangen. Anlass war das jährliche Treffen der Dozent*innen.
Die Volkshochschule in Erlangen ist ein richtig schöner Lern- und Begegnungsort, sehr professionell organisiert und ich habe sehr viel freundliche, reflektierte und aufgeschlossene Menschen getroffen. Meine Konzeption und Durchführung ordne ich trotzdem als Fail ein, weil das gar nicht so aufging, wie ich dachte. Ich hatte erstens nicht bedacht, was es unter den Kolleg*innen für einen riesigen Austauschbedarf geben würde und zweitens dass die Einschätzungen und Vorkenntnisse zu KI sehr, sehr unterschiedlich sind. Zudem hatte ich die Zeit zu knapp bemessen.
Meine grundsätzliche Idee finde ich ansonsten immer noch gut: Mit der Future Backwards Methode konkrete erste Schritte für Lernkulturveränderung gemeinsam entwickeln und dabei mit Timeboxing und vielfältigen Mini-Impulsen arbeiten.
Schon gleich nach dem Start stellte ich fest, dass das nicht funktionieren würde. Da war es mir aber auch nicht mehr möglich, komplett anders zu gestalten. So habe ich dann eben nur die Hälfte des geplanten Programms gemacht, bin viel mit in den Austausch gegangen und habe alles viel offener gestaltet. Insgesamt war es dann also (hoffentlich) doch ganz okay.
Als Learnings nehme ich mit:
- So schwer es mir fällt und so ungeduldig ich langsam werde, muss ich trotzdem Zeit einräumen, dass direkt mit KI erkundet wird, bevor sich die Perspektive öffnet, ernsthaft über Lernkulturveränderung nachzudenken.
- Bei Austauschtreffen weniger ergebnisorientiert mit Timeboxing konzipieren, sondern lieber überlegen, wie man ‚Plauder-Räume‘ für alle gut gestaltet.
- Ganz zu Beginn mehr Raum für Fragen geben. Dann hätten wir nämlich vielleicht einfach auch eine Q&A zu KI in der Bildung anstelle meiner Idee machen können.
- Und in jedem Fall möchte ich sehr gerne bald mal wieder nach Erlangen. Das scheint eine richtig schöne Stadt zu sein!
Vielen Dank für die Einladung!

Nachtrag, 20. September: Im Fediverse hatte ich vorab das obige Bild gepostet und wurde nun gefragt, wie es denn funktioniert habe. Darum nun noch etwas ausführlicher mein ursprüngliches Konzept:
Gewünscht war ein interaktiver Impuls. Die Teilnehmenden sollten also nicht nur zuhören, sondern auch selbst ins Tun kommen. Ich gestalte so etwas normalerweise als Murmelrundenvortrag: Immer kurze Impulse und dann Austausch dazu mit Nebensitzer*innen. Dieses Konzept wollte ich nun etwas aufbrechen: erst Impuls, dann ein darauf aufbauender Workshop.
Den Impuls überlegte ich mir deshalb so, dass ich nicht Informationen zu KI weitergab, sondern meine Lernreise zu KI in den letzten Jahren reflektierte. Die Leitfrage war also: Wie habe ich mir selbst dieses Thema erschlossen und es geschafft, damit produktiv umzugehen?
An diesen Impuls schloss sich dann die Frage an: Welche Kompetenzen müssen in Lernangeboten entwickelt werden, damit so etwas gelingt – nicht nur konkret zu KI, sondern genau so auch zu all den Herausforderungen, vor denen wir in den nächsten Jahren stehen werden und zu denen wir noch gar nicht wissen, welche genau das sein werden?
Meine Ausgangsthese war dann: Mit dem klassischen Konzept von Unterricht als Wissensvermittlung wird das nicht gelingen. Trotzdem sieht Lernen weiterhin oft genau so aus. Damit blendete ich dann die obige Folie ein und startete die Future Backwards Methode mit der Frage: Wo ist Eure Lerngestaltung klassischer Unterricht und wo auch bereits ganz anders?
Nach dieser Beantwortung zogen wir dann in den Workshopraum um, um genau dieses benötigte Lernen auch mit dem Setting deutlich zu machen. Geplant war dann, zurückzuschauen, wie es zur jetzigen Situation gekommen ist, dann Nordsterne zu entwickeln, zu überlegen, was völlig verkehrt wäre und aus all dem dann konkrete erste Schritte abzuleiten.
Wie oben beschrieben: Die Idee finde ich weiterhin gut, werde daran noch weiterdenken und sie dann vielleicht bei der Edunautika Süd als Session gestalten. Mal schauen!
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Eine Antwort
@nele
#Erlangen ist eine richtige schöne heimelige Stadt. Hab ich studiert.
Auch Stadtgeschichtlich interessant, da man eindeutig am Stadtplan Altstadt und Hugenottenstadt erkennen kann.
Es heißt nicht umsonst in der Bibel: Sucht das Himmelreich zu Erlangen (Dauerwitz des damaligen Oberbürgermeisters)
Dürfte die einzige Stadt sein, bei der Wissenswertes in Liedform vertont wurde und sogar groß rauskam:
https://youtu.be/dgxLnRG0FP8
(Foyer des Artes: Wissenswertes über Erlangen)