Bei der Hoffbauer Stiftung

Ein Laptop im Zug auf dem die Website der Hoffbauer Stiftung geöffnet ist.

Ich war heute auf der Insel Hermannswerder in Potsdam bei der Hoffbauer Stiftung. Anlass war ein Treffen der erweiterten Schulleitungen der Grundschulen der Stiftung, um unter anderem einen gemeinsamen Primarfachtag im November vorzubereiten. Dieser Tag wird ziemlich groß, weil alle Kolleg*innen daran teilnehmen werden. Ziel ist es, das neue Schulgesetz mit Leben zu füllen, das die Stiftung verabschiedet hat und in dem sie auf veränderte Lerngestaltung in einer zunehmend digitalisierten, vernetzten und komplexen Gesellschaft referenziert. Ich darf den Tag mit begleiten und fand es heute sehr spannend, genauere Einblicke in die einzelnen Schulen zu bekommen. Ziemlich viel, was ich zum Teil auch nur nebenbei aufgeschnappt habe, lohnt sich aus meiner Sicht sehr, festzuhalten:

  • In einem entwickelten Wochenplan in einer Grundschule gibt es eine Unterteilung in ‚Wurzel‘-Angebote und ‚Flügel‘-Angebote. Ich kenne das Bild ansonsten aus der familiären Erziehung, aber finde die Übertragung auf die Pädagogik sehr gelungen.
  • An einer Schule gibt es das Format einer ‚pädagogischen Plauderei‘ – eine sehr schöne Bezeichnung für eine Art Meet-Up oder Stammtisch.
  • Sehr cool fand ich, wie die einzelnen Grundschulen ihre aktuellen konzeptionellen Überlegungen sich gegenseitig vorgestellt haben. Eine Schulleitung hat das zum Beispiel in einem Gespräch gemacht. So wurde sehr gut transparent, worüber warum und mit welchen möglichen Ergebnissen nachgedacht wird. Das werde ich mir als Format unbedingt merken.
  • In der Diskussion fiel ein sehr schönes Bild: In Veränderungsprozessen immer versuchen, den Kristallisationspunkt zu finden, aus dem sich dann sehr schnell sehr viel weitere Bewegung ergibt. Ähnlich wie bei einem Handwärmer, der man an einer Stelle aktiviert und dann verbreitet sich der Anstoß ganz schnell weiter.

Zur Konzeption des Primarfachtags haben wir dann länger über die eigentliche Frage reflektiert. Auf den Punkt gebracht: Wollen wir Lernende auf eine ungewisse Zukunft vorbereiten oder sie ermächtigen, sich gute Zukünfte für sich selbst und für andere zu gestalten? Die Tendenz ging in die zweite Richtung, wozu dann vor allem der Bedarf nach Nachhaltigkeit aufgeworfen wurde.

Ich denke, dass der Tag sehr spannend werden kann. Danke für die gute Diskussion!

Auf der Hinfahrt nach Potsdam war ich sehr beschäftigt mit dem Versand einer Edumail-Sonderausgabe, weil heute mein Buch Lerngestaltung weiterdenken im Beltz Verlag erschienen ist. Ich hatte darüber auch zunächst auf LinkedIn gepostet – aber den Beitrag dann direkt danach wieder gelöscht. Ich nehme die Buchveröffentlichung jetzt als ein Experiment, wie gut solch eine Produktverbreitung ohne durch mich angestoßenes Social Media Marketing, sondern nur über meine selbst aufgebauten und verantworteten Kanäle (= Edumail, Fediverse, Blog) funktionieren kann. Hintergrund ist hier auch, dass ich auf Social Media Plattformen doch sehr auf Likes und Kommentare konditioniert bin und dann, wenn direkte Resonanz ausbleibt, sehr grundsätzlich beginne, an mir und meiner Arbeit zu zweifeln. In diesem Sinne ist diese Entscheidung auch ein bisschen Selbstschutz. 🙂


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Reaktionen im Fediverse
Eine Antwort
  1. Danke @nele für die Info über dein neues Werk. Ein Grund mehr für mich hier weiter zu lesen #FediLZ.
    Ach ja, was ich fragen wollte… Wie ging das nochmal mit der #Bridge #fediverse #bluesky ? Du hast doch mal etwas in deinem #Blog geschrieben.
    P.S. sorry der #Like musste sein, hoffe Abhängigkeit bleibt aus.

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