Da ich in Halle (Saale) nur eine Viertelstunde mit der S-Bahn von der Messe Leipzig entfernt wohne, habe ich das heute genutzt und mir die Buchmesse angeschaut. Mein Interesse war vor allem, was dort zu Bildung diskutiert wird und welche Entwicklungen es zu KI gibt.
Insgesamt fand ich das Programm eher ernüchternd. Vor allem die Angebote zu KI für pädagogisch tätige Menschen erschienen mir sehr auf Vereinfachungs- und Effizienzlogik zu setzen. Ich fand es ganz hilfreich, das mal mitzubekommen, weil das nachvollziehbarer macht, mit welchem Blick auf KI Teilnehmende dann oft zu mir in Fortbildungen kommen.
Als großes Thema habe ich ansonsten die Debatte um Social Media Verbote erlebt. Interessant und für mich gut anknüpfbar fand ich dazu die Darstellungen von Nina Kolleck, die mit Bob Blume gemeinsam auf einem Podium zu diesem Thema war.
Ihre Position habe ich wie folgt verstanden:
- Wir Menschen haben in großes Bedürfnis nach Verbundenheit und Beziehung mit anderen.
- Dieses Bedürfnis haben Big Tech Plattformen erkannt und versuchen es, für ihre Interesse verwertbar zu machen.
- Ergebnis sind ‚flüchtige‘ digitale Beziehungen, die uns an die Plattformen binden, aber sozial nicht erfüllen.
- Ein Social Media Verbot (bzw. eine Verschiebung von Altersgrenzen und auch das nur bei wenigen Plattformen) ist in dieser Situation ein Ablenkungsmanöver. Egal, ob mit 14 oder mit 16 oder auch noch älter sind solche Mechanismen schädlich. Es müsste deshalb durchgesetzt werden, was auf EU-Ebene längst vereinbart ist, dass solche schädlichen Algorithmen verboten werden. (Der Vergleich mit Alkohol oder Zigaretten sei nicht stimmig, weil Social Media keine Substanz ist, die durch Verzehr Gehirnzellen abtötet.)
Ihr dazu neu erschienes Buch heißt „Der Kampf in den Köpfen. Wie TikTok, Instagram & Co unsere Kinder manipulieren“. Aufgrund des doch sehr reißerischen Titels hätte ich es mir ohne die heutige Podiumsdiskussion wahrscheinlich nicht näher angeschaut. Jetzt bin ich neugierig darauf, es zu lesen.
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