Kristin Narr hat mich heute nach Leipzig eingeladen, um die Leipziger Modellschule kennenzulernen, an der sie als Schulleiterin arbeitet. Ich hatte zuvor schon immer mal wieder von dem Projekt gehört, aber war noch nie vor Ort.
Folgendes fand ich besonders spannend:
- Die LEMO (so die Abkürzung für Leipziger Modellschule) gibt es seit 2021 mit rund 50 Schüler*innen in der ersten Phase. Es soll aber nicht einfach ’nur‘ eine Schule bleiben. Das Ziel ist vielmehr die Entwicklung einer „inklusiven, sozialraumorientierten Bildungslandschaft mit vielfältigen sozialen Funktionen für den Stadtteil“. Erste Schritte dahin sind fast banal, aber eben trotzdem wirkungsvoll. So hat die Schule auf einer Grünfläche vor dem Gelände Fußballtore aufgebaut, die nicht nur von den Schüler*innen in der Pause, sondern auch von den Menschen im Stadtteil genutzt werden können. Weiter ging es mit Container-Räumen, die nicht nur für Werkstatt-Angebote der Schüler*innen genutzt werden können, sondern auch für Initiativen aus den angrenzenden Wohnblöcken.
- Das pädagogische Konzept ist reformpädagogisch geprägt mit viel Freiarbeit. Ganz bewusst werden aber inhaltliche und vor allem methodische Grundlagen vorgegeben. Dadurch, dass die Schüler*innen sehr viel in Projekten lernen, ist es essentiell, dass sie die dazu benötigten Kulturtechniken ab Beginn ihrer Schulzeit lernen.
- Wenn die vorgegebenen Herausforderungen bewältigt sind, können Schüler*innen sich an eigene Projekte setzen. Hierfür hat das Team eine Idee der Maker Days übernommen, bei denen Kinder und Jugendliche zuerst eine Art ‚Bauplan‘ überlegen müssen, bevor sie sich an die Umsetzung ihrer Idee machen. Analog dazu gibt es an der Schule nun eine Art ‚Checkliste‘ vor der Durchführung eines eigenen Projekts, um zu ermöglichen, dass ein Projekt gut geplant und dann auch mit Ernsthaftigkeit angegangen wird. Zu dieser Checkliste gehört zum Beispiel die Formulierung einer guten Forschungsfragen.
Und noch eine Kleinigkeit: An der LEMO wird bewusst nicht von Eltern, sondern von Bezugspersonen gesprochen. Anstelle von Elternabenden gibt es dort also ‚Bezugspersonenabende‘, was erst einmal vielleicht sperrig klingt, aber in der Tat deutlich inklusiver ist, weil es z.B. berücksichtigt, dass manche Schüler*innen in Wohngruppen leben.
Und sonst?
Vor der Schulführung war eine kleine Podcast-Aufzeichnung mit Jöran. Wir haben über das Projekt WebsiteMission gesprochen.

Zweitens freue ich mich sehr, dass das Deutsche Schulportal meinen Kommentar zum Study Mode von ChatGPT aufgegriffen und mir Gelegenheit gegeben hat, das Thema noch einmal ausführlicher darzustellen. Hier geht es zum heute veröffentlichten Kommentar.
Und drittens wurde ebenfalls heute ein Mini-Video mit der Werkstatt der Bundeszentrale für Politische Bildung veröffentlicht. Es wurde am Rande der diesjährigen re:publica aufgezeichnet.
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