Dieser Artikel ist eine Dokumentation von meinem 17. Experiment bei Kreation 2.0 – meiner Kreativitäts-Challenge im Kontext von KI. Ich habe es am 8. Februar 2025 aufgeschrieben.
Idee
Ich habe mich nun schon viel damit auseinander gesetzt, wie ich auf unterschiedliche Art und Weise in direkte Interaktion mit KI-Sprachmodellen gehen und so neue Ideen entwickeln kann. Die Rolle mit KI Lernen vorzubereiten und zu gestalten, geriet dabei etwas in den Hintergrund. Deshalb wollte ich sie heute in den Blick nehmen. Ganz konkret war ich auf der Suche, wie KI bei einer ‚Pädagogik der Navigation‘ unterstützen kann. Das bedeutet: Wie kann ich im Informationsüberfluss als Lerngestalterin erste Impulse und Orientierung an Lernende zu einem Thema geben?
Prozess
Schritt 1: Da ich einen sehr gut gefüllten Blog mit vielfältigen KI-Impulsen habe, war es ein sehr naheliegender Gedanke, diese Impulse für Lernende zugänglicher zu machen. Meine Idee war, dass ich mithilfe von KI jeweils kurze Intro-Texte formulieren lassen könnte. Auf dieser Basis könnten Lernende dann entscheiden, ob sie sich ausführlich mit dem Text beschäftigen wollen.
Schritt 2: Weil es bei immer nicht gut funktioniert, gleich sehr viel Output auf einmal von einem KI-Sprachmodell erhalten zu wollen, habe ich mir einen Schritt-für-Schritt Prompt überlegt. Meine Idee war es, dass ich immer einen Link zu einem Blogbeitrag eingebe – und im Ergebnis eine kurze Zusammenfassung zurück. Die ersten Versuche liefen hierzu eher suboptimal. Ich merkte, dass ich konkreter festlegen musste, wie genau die Zusammenfassung aussehen soll – und vor allem auch, dass das KI-Sprachmodell sich bei der Zusammenfassung wirklich nur auf meine Texte beziehen soll. Das hier war im Ergebnis mein Prompt:
Du bist eine Person, die professionell Inhalte aus dem Internet kuratiert und kennst dich mit Pädagogik im digitalen Wandel aus. In diesem Chat teile ich dir Links zu unterschiedlichen Blogbeiträgen. Wenn du einen Link erhältst, gehst du wie folgt vor:
1. Du liest dir den Blogbeitrag vollständig und in Ruhe durch.
2. Du rekapitulierst für dich die Inhalte, um darauf aufbauend alle wichtigen Aspekte aufgegriffen zu haben.
3. Du schreibst darauf aufbauend eine kurze Ansprache an einen pädagogisch tätigen Menschen, mit der dieser dazu ermutigt wird, sich mit dem Beitrag auseinanderzusetzen und so zu KI zu lernen.
4. Du gibst mir den Text ohne weitere Formatierungen aus!
Beachte diesen Aufbau für die Ansprache:
1. Du startest ohne Begrüßung wie 'Hallo' oder ähnliches.
2. Dein Text soll diese Elemente beinhalten:
2.1 Warum kann der Text für die Person relevant sein - am besten im Sinne von 'Stell dir vor, du machst xyz'?
2.2 Um was geht es in dem Beitrag (= eine sehr gute und kurze Zusammenfassung, mit der die Inhalte vollständig auf den Punkt gebracht werden)? Dabei nennst du auch den Titel des Beitrags.
2.3 Was ist ein Spoiler, der besonders cool ist und Lust zur Beschäftigung macht?
2.4 Was ist eine Ermutigung zum Schluss?
Beachte diese Kriterien:
1. Du duzt die Person.
2. Du schreibst in einfach verständlicher Alltagssprache.
3. Du oroentierst dich so nah wie möglich am geteilten Beitrag und erfindest keine zusätzlichen Inhalte.
Ist dir noch etwas unklar?
Schritt 3: Für das KI-Sprachmodell war alles klar – und so konnte ich mich durch meinen Blog durchscrollen und einen Link nach dem anderen teilen. daraufhin wurde direkt die Zusammenfassung generiert.
Schritt 4: Ich habe mir überlegt, wie ich die einzelnen Zusammenfassungen nun auf möglichst sinnvolle Art und Weise verbreiten kann. Die naheliegendste Version war hier ein Zufallsgenerator. Ich habe dazu eine HTML-Vorlage mit einem KI-Sprachmodell geteilt – und darum gebeten, diesen Zufallsgenerator umsetzen. Das hier war meine HTML-Vorlage, mit der ich vielfach auf Github arbeite:
Jetzt möchte ich all diese Erarbeitungen in ein interaktives Tool bringen. Nutzende sollen dort immer eine von dir geschriebene Ansprache angezeigt bekommen - und dann entscheiden, ob sie dorthin geleitet werden oder eine neue Impuls sehen wollen. Hierist mein HTML-Raster dafür. Bitte stelle das fertig und als zweites die benötigte Javascript Datei. Achte auf Vollständigkeit:
<!DOCTYPE html>
<html lang="de">
<head>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<meta charset="UTF-8">
<link rel="stylesheet" href="css/pico.min.css">
<script src="js/impulse.js" defer></script>
<title>KI-Lernimpulse für dich!</title>
</head>
<body>
<main class="container" id="mainContainer">
<h1>KI-Lerninpulse für Dich!</h1>
<article id="article">
[eine zufällig ausgewählte Ansprache]
</article>
<input type="button" value="Lass mich das lesen!" onclick="[Weiterleitung zur URL]">
<input type="button" value="Interessiert mich (gerade) nicht!" onclick="[Zufallsanzeige eines anderen Impuls]">
</main>
</body>
</html>
Den Rohentwurf hatte ich recht schnell. Danach wurde es super nervig, weil das KI-Sprachmodell mir die zuvor erstellten Zusammenfassungen nie vollständig ausgab: entweder waren nur wenige erhalten, oder sie waren gekürzt …. Ich habe eine gute halbe Stunde Zeit verschwendet, im Chat darüber zu schimpfen. Weil das alles nichts half, habe ich dann irgendwann entnervt aufgegeben und die Copy & Paste Arbeit selbst erledigt. Im Ergebnis entstand ein KI-Impulse-Zufallsgenerator mit meinen Blogbeiträgen. Du kannst ihn hier ausprobieren – und hier ist der Code.
Schritt 5: Den Generator fand ich schon ganz cool. Allerdings dachte ich, dass sich Lernende damit doch wieder einfach nur schnell durch klicken. Ich überlegte, ob ich die KI-Lernimpulse auch haptisch verteilen könnte. Beim Nachdenken darüber hatte ich die Idee, ‚KI-Lernimpulse-Sammelkarten‘ zu gestalten. Jede Person könnte davon dann eine ziehen. Sie sollte schön gestaltet sein, so dass man Lust bekommt, sich damit zu beschäftigen. Und im Sinne von Sammelkarten sollte natürlich ein expliziter Aufruf zum Tauschen und Teilen enthalten sein. Das war wieder etwas Copy & Paste Arbeit. Hier ist nun die Datei mit meinen generierten Sammelkarten.
Schritt 6: Für mehr Wertigkeit wollte ich das Ganze noch mit analoger Ergänzung gestalten. Deshalb habe ich Briefumschläge handgekritzelt, in die ich für meine nächste Veranstaltung je einen KI-Lernimpuls legen kann. Ich hoffe auf diese Weise, dass Lernende neugierig sind, den Briefumschlag öffnen, vielleicht direkt ausprobieren – und dann anderen berichten und die Sammelkarte tauschen. Das könnte besonders gut bei länger angelegten KI-Workshops funktionieren.

Ergebnis und Reflexion
Im Ergebnis ist entstanden:
- Der oben genannte Prompt, mit dem du dir etwas Ähnliches nachbauen kannst – mit deinen Blogbeiträgen oder auch weiteren Online-Ressourcen, die du zum Lernen hilfreich findest.
- Ein Zufallsgenerator als Einstieg in die KI-Blogbeiträge auf meiner Website.
- ‚KI-Lernimpulse-Sammelkarten‘, die ich sicherlich bei vielen Veranstaltungen nutzen und auch noch erweitern kann.
Besonders schön finde ich den Versuch, mehr Wertigkeit durch analoge Kritzelei zu erreichen. Mal sehen, ob diese Idee aufgeht.
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