#12: Mit KI kuratieren

Dieser Artikel ist eine Dokumentation von meinem zwölften Experiment bei Kreation 2.0 – meiner Kreativitäts-Challenge im Kontext von KI. Ich habe es am 7. Januar 2025 durchgeführt.


Idee

Das heutige Experiment entsprang direkt einer beruflichen Herausforderung: Ich bin dabei einen Online-Lernraum zum Thema Wissenstransfer zu gestalten. Hier stand ich vor der Frage, ob und wenn ja wie sich das durch eine kluge Mensch-Maschine-Interaktion bewältigen lässt.

Prozess

Schritt 1: Bereits bei früheren Kurserstellungen habe ich auf KI-Tools zurückgegriffen, um am Ende von Lerneinheiten Selbstüberprüfungen zu erstellen. Das brachte immer sehr gute Ergebnisse. Ansonsten war ich bei KI-Nutzung bisher immer zögerlich. Schließlich werde ich für die Gestaltung des Lernraums bezahlt – und dann soll das Ganze ja nicht nur irgendein KI-Quatsch sein.

Schritt 2: Ich habe mir überlegt, ob ich den Lernraum zugleich effizienter, aber nicht qualitativ schlechter gestalten kann, indem ich die Gestaltung eher als Kuratierung, denn als eine eigene Entwicklung von Inhalten auffasse. Das trifft es in der Tat auch viel besser, denn ich erfinde ja nicht neu, was Wissenstransfer ist, sondern stelle die relevanten Bereiche für die jeweilige Zielgruppe in einer übersichtlichen und prägnanten Form zusammen.

Schritt 3: Mit diesem Umdenken im Kopf hatte ich das für mich passende Tool gefunden: die Canvas-Funktion von ChatGPT. Hier kann ich so vorgehen, dass ich zunächst einen Stichpunkte-Zettel zum Ausformulieren teilen und dann den generierten Text Schritt für Schritt durchgehe. Spannend fand ich die Erfahrung, dass sich tatsächlich auch mit einer Maschine kollaborativ schreiben lässt: Sowohl der Bot, als auch ich können Passagen kommentieren und dann überarbeiten. Wir können überall ebenso Änderungen vorschlagen oder direkt umschreiben. Zum Ende hin gibt es dann noch einprogrammierte Funktionen wie z.B. den Feinschliff.

Ergebnis und Reflexion

Ich habe heute zwei von fünf geplanten Lerneinheiten (nur die Texte, noch nicht die Videos und die mediale Gestaltung) geschafft. Ich weiß nicht, ob ich also wirklich sehr viel schneller war, als wenn ich einfach direkt alles selbst geschrieben hätte. Der Ansatz scheint mir aber mehr auf Remix zu setzen, was ich grundsätzlich positiv finde. So konnte ich sehr viele bereits geschriebene Einzeltexte von mir dazu kopieren – und immer kommentieren, das in der Struktur entsprechend anzupassen.

Ich finde es spannend, wie sich auf diese Weise die Aufgabe der Kurs-Erstellung verändern wird. Für mich nehme ich erst einmal mit, dass es unterschiedliche Formen von Inhaltsproduktion gibt. Ich habe bisher insbesondere mit Kuratierung und Bloggen im Kontext von KI experimentiert – und beide Formen erfordern eine sehr unterschiedliche KI-Nutzung.


Update 13 Januar 2026: Ich habe diese Form der Erstellung noch einmal sehr über den Haufen geworfen und dazu reflektiert. Im Ergebnis hat mich diese Form der Erstellung nicht zufrieden gemacht. Siehe dazu mein Eintrag in meinem Lerntagebuch.


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