So machst du Blogbeiträge mit einem Add-On für KI-Textresonanz aktiv erschließbar

Ein niedliches Tierchen, das durh Handheben Resonanz und Verbindung aufbaut.

Ich habe für meine Website ein kleines Add-On namens ‚Textresonanz‘ entwickelt, das du vielleicht auch in deinem Kontext weiternutzen willst. Es kann immer dann hilfreich sein, wenn du Inhalte im Internet teilst und zu ihrer aktiven Erschließung, Reflexion und Weiterarbeit einladen willst. Außerdem kannst du damit nebenbei unterstützen, dass Nutzende lernen, KI-Sprachmodelle nicht als Abkürzung, sondern als Lernverstärkung zu nutzen. Du kannst dieses Add-On direkt für diesen Beitrag ausprobieren:

Warum finde ich dieses Add-On sinnvoll?

Ich kann es natürlich nicht belegen, aber gehe doch stark davon aus, dass viele Leser*innen des eBildungslabor mit dem Aufkommen von generativen KI-Sprachmodellen meine Texte nicht immer oder nicht ausschließlich direkt und in Gänze lesen, sondern sich häufig auch KI-Unterstützung mit dazu holen. So wie KI-Sprachmodelle angelegt sind, ist solch eine intuitive KI-Nutzung meistens in der Form: ‚Fasse mir diesen Text zusammen!‘ Dann wird der Text mal mehr, mal weniger gut kurz zusammengefasst ausgegeben.

An dieser Praxis ist erst einmal nichts verkehrt. Denn in der Tat lässt sich durch solch ein Vorgehen relativ schnell erkennen, ob der Text für mich gerade spannend ist. Denn ich erhalte darüber erst einmal einen komprimierten Überblick.

Zugleich gibt es aber noch so viel mehr Möglichkeiten zur KI-Interaktion mit Texten. Und vor allem spannendere, weil sie eine deutlich aktivere Erschließung von Texten ermöglichen. Mit dem Add-On möchte ich dazu ermutigen, genau solche weiteren Möglichkeiten auszuprobieren.

Ich verbinde damit eine doppelte Hoffnung:

  1. Auf einer inhaltlichen Ebene freue ich mich, wenn an meinen Texten weitergedacht und weitergearbeitet wird. Dazu können KI-Sprachmodelle gute Resonanzmaschinen sein.
  2. Auf einer medienpädagogischen Ebene möchte ich zu neuen, aktiven und kontraintuitiven Texterschließungsformen in Interaktion mit KI ermutigen und befähigen.

Nebenbei will ich die verwendeten KI-Interaktionen auch ein bisschen optimieren, denn ein Blogbeitrag ist für Menschen anders geschrieben als für Maschinen. Ich stelle deshalb im Rahmen des Add-Ons zugleich eine maschinenoptimierte Version des jeweiligen Textes zur Verfügung.

Ganz bewusst gebe ich kein festes KI-Sprachmodell vor (oder integriere ein solches direkt auf meiner Seite), weil ich eine dezentrale und selbstbestimmte KI-Nutzung als einen großen Wert empfinde. Alle können und sollten also die KI-Sprachmodelle nutzen, die sie als hilfreiche Werkzeuge empfinden. Und sehr gerne natürlich auch immer wieder mit unterschiedlichen Modellen experimentieren.

Was beinhaltet das Add-On genau?

Wie du oben sehen kannst, umfasst das Add-On eine aufklappbare Box, die zu einer KI-Interaktion einlädt. Darin befinden sich 5 vorformulierte Einladungen zu einer KI-Interaktion:

  • Erkläre mir den Inhalt des Textes einfach und prägnant!
  • Warum könnte dieser Beitrag für mich spannend sein?
  • Was spricht gegen die Thesen dieses Beitrags?
  • Gib mir drei Fragen für einen Austausch über den Beitrag!
  • Was wäre ein konkreter Schritt, den ich aufbauend auf diesem Beitrag angehen könnte?

Zusätzlich gibt es ein Eingabefeld, in das Nutzende eine eigene Idee eintragen können.

Wenn eine Person einen dieser Buttons anklickt, wird ein Prompt kopiert, der passend zur jeweiligen Auswahl eine gut formulierte Anweisung an ein KI-Sprachmodell inklusive einer KI-optimierten Fassung des Textes beinhaltet. Dieser Prompt kann dann in ein KI-Sprachmodell eingegeben werden, um sich darüber in Interaktion zu begeben.

In allen Prompts ist die Vorgabe enthalten, dass – falls dem genutzten Sprachmodell bekannt – der Kontext der nutzenden Person einbezogen werden soll. Wenn Nutzende diese Prompts in KI-Sprachmodellen verwenden, die sie mit eigenem Kontext eingerichtet haben (z.B. über Custom Instructions), wird diese Aufforderung besonders gut erfüllt werden können.

Dieser Ansatz macht für mich auch direkt den Clou dieses Add-Ons aus. Denn ich gebe meinen Inhalt auf diese Weise frei und ermögliche Weiterdenken. Wer die Prompts nutzt, wird je nach eigenem Kontext und genutztem Sprachmodell immer wieder andere Ausgaben bekommen.

Vor diesem Hintergrund führt das Add-On sogar dazu, dass es selbst für mich spannend ist, mich auf diese Weise in Resonanz mit meinen eigenen Texten zu begeben. :-)

Wie funktioniert das Add-On technisch?

Die zur Verfügung gestellten Prompts und auch die KI-optimierte Textfassung zum jeweiligen Beitrag sind KI-generiert. Das passiert nicht auf meiner Website, sondern im Vorfeld. Ich füge in den Beitrag dann einen ziemlich langen HTML-Code ein, der dann auf die oben sichtbare Art und Weise dargestellt wird. Er beinhaltet die Funktion, dass hinter jedem Button ein Text (= der vorbereitete Prompt) hinterlegt ist, der mit Klick auf den Button kopiert wird. Bei der eigenen Angabe ist es ein Text mit einer Lücke, in der die Eingabe der nutzenden Person ergänzt wird.

Damit ich diese Erstellung nicht für jeden Blogbeitrag neu prompten muss, habe ich mir dazu einen sogenannten ‚Skill‘ in Claude Code (einem KI-gestützten Terminal-Werkzeug) angelegt. Das ist eine Routine-Anweisung, die ich im Terminal aktivieren kann und dann entweder auf eine URL auf meiner Website (wenn ich das Add-On zu einem bereits veröffentlichten Beitrag ergänzen will) oder zu einem Text auf meinem Rechner (wenn ich den Blogbeitrag gerade neu schreibe) verweisen kann.

Praktisch funktioniert das über KI-Nutzung in meinem Terminal, wo ich (nachdem ich den Skill abgespeichert habe) jetzt nur noch den Befehl /text-interaktion eingeben muss (= das ist der Name, den ich für diesen Skill festgelegt habe). Dann werden die entsprechenden Inhalte KI-generiert und ich kann sie in einem Blogbeitrag platzieren. Ich habe den Skill so angelegt, dass die KI-generierte Zusammenfassung zunächst vor der Weiterarbeit von mir gegengecheckt wird, so dass ich hier bei Bedarf noch Änderungen vornehmen kann, falls eine aus meiner Sicht nicht passende Zusammenfassung konfabuliert wird.

Ich habe den Skill für meinen Blog im eBildungslabor geschrieben, so dass er nicht direkt weiternutzbar ist. Du kannst ihn dir aber mit wenig Aufwand auf deinen Kontext hin anpassen. Und vielleicht interessiert dich ja auch erst einmal einfach nur, wie solch ein Skill aussieht.

Skill ansehen
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name: text-interaktion
description: Erstellt kopierbare KI-Prompts zur Interaktion mit einem Blogbeitrag und speichert sie als WordPress-HTML
argument-hint: "[ordner-oder-url]"
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Erstelle kopierbare Prompts, mit denen Nutzende einen Blogbeitrag von Nele Hirsch (eBildungslabor) in einem beliebigen KI-Sprachmodell weiter erschließen können.

## Schritt 1: Text einlesen

- Falls eine URL angegeben wurde: Inhalt der URL mit WebFetch abrufen und den Beitragstext extrahieren.
- Falls ein Ordner oder eine Datei angegeben wurde: Text aus der Datei lesen.
- Falls nichts angegeben: im aktuellen Ordner nach Textdateien suchen.
- Den Beitragstitel und den Beitragsnamen (Slug) ermitteln.

## Schritt 2: Maschinenoptimierte Textfassung erstellen

Erstelle aus dem Originaltext eine komprimierte, strukturierte Fassung, die für die Verarbeitung durch Sprachmodelle optimiert ist. Verwende dieses Format:

TITEL: [Titel des Beitrags]
QUELLE: Blogbeitrag von Nele Hirsch, eBildungslabor

HAUPTTHESE: [Zentrale Aussage in 1-2 Sätzen]

KERNPUNKTE:
1. [Erstes zentrales Argument/Punkt]
2. [Zweites zentrales Argument/Punkt]
3. [Drittes, falls vorhanden]

BEISPIELE/BELEGE: [Genannte Beispiele, Daten oder Belege, kompakt zusammengefasst]

FAZIT: [Schlussgedanke des Textes in 1-2 Sätzen]

Regeln für die maschinenoptimierte Fassung:
- Maximal 500 Wörter
- Keine Füllwörter, keine rhetorischen Figuren
- Fachbegriffe beibehalten, aber jedes Argument auf den Kern reduzieren
- Originalgetreu im Inhalt, komprimiert in der Form
- Keine eigenen Interpretationen oder Wertungen hinzufügen
- Neles Formulierungen wo möglich nutzen

## Schritt 3: Fünf kopierbare Prompts formulieren

Jeder Prompt ist ein vollständiger, kopierbarer Text, der ohne Anpassung in ein beliebiges KI-Sprachmodell eingefügt werden kann. Jeder Prompt folgt diesem Aufbau:

Der folgende Text ist ein Blogbeitrag von Nele Hirsch aus dem eBildungslabor.

[Maschinenoptimierte Textfassung aus Schritt 2]

Deine Aufgabe: [Spezifische Aufgabenstellung]

Die fünf Aufgabenstellungen (in dieser Reihenfolge):

1. Einfach und prägnant
Button-Beschriftung: "Erkläre mir den Inhalt des Textes einfach und prägnant!"
Aufgabenstellung: "Stelle zuerst in 1-2 Sätzen den Inhalt dieses Beitrags dar. Fasse dann den Kerngedanken in maximal 3 einfachen Sätzen zusammen. Verwende keine Fachbegriffe. Schreibe so, dass Menschen ohne Vorwissen den Text verstehen. Falls dir mein Kontext z.B. aus vorherigen Interaktionen mit dir bekannt ist, passe die Erklärung entsprechend an."

2. Warum spannend
Button-Beschriftung: "Warum könnte dieser Beitrag für mich spannend sein?"
Aufgabenstellung: "Stelle zuerst in 1-2 Sätzen den Kontext dieses Beitrags dar. Benenne dann genau einen Aspekt, warum dieser Text relevant oder spannend sein könnte. Maximal 2 Sätze. Falls dir mein Kontext z.B. aus vorherigen Interaktionen bekannt ist, stelle eine direkte Verbindung her."

3. Gegenposition
Button-Beschriftung: "Was spricht gegen die Thesen dieses Beitrags?"
Aufgabenstellung: "Stelle zuerst in 1-2 Sätzen die zentrale These dieses Beitrags dar. Formuliere dann genau ein fundiertes Gegenargument dazu. Maximal 4 Sätze. Argumentiere sachlich und nachvollziehbar. Falls dir mein Kontext z.B. aus vorherigen Interaktionen bekannt ist, beziehe diesen in das Gegenargument mit ein."

4. Austausch-Fragen
Button-Beschriftung: "Gib mir drei Fragen für einen Austausch über den Beitrag!"
Aufgabenstellung: "Formuliere genau 3 Fragen für einen Austausch im Team oder in einer Gruppe. Jede Frage beginnt mit einem konkreten Bezug zum Text. Darauf folgt eine offene Transferfrage, die einlädt, den Inhalt auf den eigenen Kontext zu beziehen. Falls dir mein Kontext z.B. aus vorherigen Interaktionen bekannt ist, passe die Fragen entsprechend an."

5. Konkreter Schritt
Button-Beschriftung: "Was wäre ein konkreter Schritt, den ich aufbauend auf diesem Beitrag angehen könnte?"
Aufgabenstellung: "Stelle zuerst in 1-2 Sätzen den Kontext dieses Beitrags dar. Schlage dann genau eine konkrete, umsetzbare Handlung vor, die sich aus diesem Text für die eigene Praxis ableiten lässt. Maximal 3 Sätze, handlungsorientiert formuliert. Falls dir mein Kontext z.B. aus vorherigen Interaktionen bekannt ist, stelle eine Verbindung her, wie diese Handlung in meinem Arbeitsalltag aussehen könnte."

Eigene Interaktion (Freitext-Eingabe):
Unterhalb der fünf Buttons gibt es ein Eingabefeld für eigene Interaktionen mit Platzhaltertext und einem Button "Generierten Prompt kopieren".

## Schritt 4: WordPress-HTML erstellen und speichern

Das HTML besteht aus einem einzigen <!-- wp:html -->-Block. Im HTML-Quellcode steht nur ein leeres <div> und ein <script>. Das gesamte sichtbare UI (Kasten, Details-Element, Einleitungstext, Buttons, CSS) wird per JavaScript erzeugt.

Warum alles per JavaScript:
- ActivityPub/Social Media: Script wird gestripped, nichts Sichtbares bleibt.
- WordPress-Stabilität: Minimaler HTML-Teil kann nicht zerstört werden.
- Button-Styles: Eigener Style-Block für Kontur-Buttons und Kasten.

## Schritt 5: Ergebnis zeigen

Ausgabe im Terminal: Welcher Text verarbeitet wurde, wo die HTML-Datei gespeichert wurde.

Fazit

Ich habe die KI-Interaktion jetzt testweise bei einigen früheren Blogbeiträgen eingefügt. Du kannst gerne damit erkunden:

Und vielleicht hast du ja auch Lust, deinen eigenen Blog oder andere Online-Inhalte von dir mit solch einem Add-On zu erweitern.


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