SPLOT.IO: Lernen durch Ausprobieren und aktives Gestalten

Veröffentlicht am 21.5.2019

Bereits im letzten Jahr habe ich zu Splots gebloggt. Kurz zusammen gefasst handelt es sich bei einem Splot (= Smallest Possible Learning Online Tool) um ein möglichst einfaches, webbasiertes Tool, das es Nutzenden ohne eigene Registrierung oder Anmeldung ermöglicht, etwas im Internet zu gestalten, zu veröffentlichen und mit anderen zu teilen.

Splots als alternatives Learning Management System

Die Idee eines Splot (und der Begriff) stammt von Alan Levine. Im engeren Sinne baut ein Splot auf der Software Wordpress auf: diese wird dahingehend modifiziert, dass dort Beiträge ohne Anmeldung gepostet oder Herausforderungen bearbeitet und Lösungen geteilt werden können. Der Splot kann dann als eine Art alternatives Learning Management System fungieren. Der Unterschied zu einem traditionellen System ist erstens die Offenheit und zweitens der Fokus auf aktive Gestaltung.

Das ‘Vorzeige-Projekt’ eines Splots ist der offene Online Kurs ‘DS106 - Daily Create’. An diesem ‘Kurs’ kann man sich ‘einfach so’ beteiligen: aus der Datenbank Herausforderungen suchen, diese bearbeiten sowie seine Ergebnisse teilen.

Relevanz und mögliche Nutzung von Splots für zeitgemäße Bildung

Bei meinem heutigen Besuch in der Multimediawerkstatt in Frankfurt/ Main habe ich solch ein Splot als eine Möglichkeit eingesetzt, um Lernen und Lehren im offenen Netz durch Ausprobieren sowie aktives Gestalten und Teilen zu erkunden. Ich habe dazu 10 Herausforderungen via einer Splot-Plattform geteilt. Alle Herausforderungen beinhalteten ein Mini-Lern-Projekt im virtuellen Raum sowie häufig die Verwendung eines dazu passenden Tools. Teilnehmende konnten sich daran ausprobieren und ihre Ergebnisse dort (ohne Namensnennung und anonym) veröffentlichen.

Im Gegensatz zum Teilen in einem Pad oder einem anderen für einen Workshop eingerichteten Sammelort, hat solch eine übergreifende Splot-Plattform aus meiner Sicht mehrere Vorteile:

Splot.io: 'Meine' Splot-Website zur Umsetzung

Für die Umsetzung dieses Konzepts habe ich die Website Splot.io entwickelt. Es handelt sich dabei um eine leicht modifizierte Version des Splots aus dem Daily Create Kurs. Realisiert ist sie auf Basis der Open Source Software Drupal. Hierüber konnte ich die Herausforderungen teilen und die Teilnehmenden konnten sie auf der Plattform bearbeiten und ihre Ergebnisse veröffentlichen.

Ein erster Blick auf die eingereichten Antworten und auch die Diskussion zum Abschluss zeigte, dass das Konzept sehr gut aufgeht. Die Teilnehmende haben vieles ausprobiert und kennen gelernt. Spannend wird nun, inwieweit das Angebot auch in anderen Kontexten genutzt und der Workshop in diesem Sinne geöffnet wird.

Zur Weiterentwicklung der Website kann ich mir gut vorstellen, dass Herausforderungen nicht nur bearbeitet, sondern auch von allen Interessierten geteilt werden können. Zusätzlich könnte die Option geboten werden, diese dann thematisch für Veranstaltungen zu gruppieren (d.h. eine Art 'Playlist' einzurichten für einen bestimmten Kurs oder Workshop.

Auch unabhängig von diesen grundsätzlicheren Planungen bist Du herzlich eingeladen, Dich an den heute veröffentlichten zehn ersten Herausforderungen auf Splot.io zu versuchen: Sie reichen von 'Mini-Websites erstellen', über 'Memes aus einem Link generieren' bis hin zu 'Forsetzungsbilder kritzeln' - und immer lässt sich das Ergebnis direkt teilen. Hier kannst Du starten.

Präsentation aus Frankfurt

Meine Präsentation zum Einstieg in den heutigen Workshop findest Du auf Github Pages (zum Remix in meinem Github Account)

teilen twittern