Lernlabore 2026: Transformationsräume für verändertes Lernen

Pflanzen in einem Gewächshaus

Die Lernlabore 2026 sind ein Angebot von mir an pädagogische Teams in Schulen, Hochschulen, in der Erwachsenenbildung und im zivilgesellschaftlichen Bereich, die Bildung im digitalen Wandel ernsthaft und grundlegend weiter denken wollen. Ein Lernlabor ist dazu ein von mir spezifisch gestalteter Erfahrungs-, Lern- und Erkundungsraum, der online, vor Ort oder hybrid stattfinden kann, flexibel in Hinblick auf die zeitliche Ausgestaltung und Teilnehmendenzahl realisierbar ist und in dem wir gemeinsam reflektieren, praktisch erleben und darauf aufbauend planen können, wie zukunftsgestaltendes Lernen gelingt. Insgesamt kann ich 2026 bis zu 14 Lernlabore anbieten. Mein Vorschlag ist, für die Beauftragung das Budget und die Zeiten regulär bestehender Fortbildungsmöglichkeiten (z.B. Pädagogische Tage an Schulen oder Weiterbildungstage an Hochschulen) zu nutzen.

Warum gibt es die Lernlabore 2026?

Das klassische Muster zahlreicher Fortbildungen im Bildungsbereich folgt einer Reparatur-Logik. Das bedeutet: Pädagogische Teams sind mit einer neuen Herausforderung konfrontiert und fragen dazu dann eine Fortbildung an, mit der sie die Herausforderung bewältigen können. Dieses Vorgehen ist zunächst einmal sehr verständlich. Allerdings arbeiten wir auf diese Weise immer nur reaktiv, was in den meisten Fällen dazu führt, das bestehende System von Bildung zu zementieren, anstatt es zu transformieren. Die neue Herausforderung wird durch die Bearbeitung in der Fortbildung in das Bestehende einverleibt. Wenn wir Bildung in einer sich schnell wandelnden und digital geprägten Gesellschaft aber so gestalten wollen, dass Lernende zu gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit und in diesem Sinne zu Zukünfte-Gestaltung ermächtigt werden, dann reicht solch eine Reparatur nicht aus bzw. ist als System-Zementierung sogar kontraproduktiv.

Wir brauchen stattdessen Räume,

  1. in denen wir neu und anders und vor allem weiter denken können.
  2. in denen wir ganz bewusst einen Schritt aus dem System heraustreten und nicht mehr nur fragen ‚Was ist?‘, sondern vor allem ‚Was könnte sein?‘.
  3. in denen die Ergebnisse der Fortbildung nicht vorab als Lernziele zum Abhaken festgelegt werden, sondern in denen Neues und Unerwartetes entstehen darf.

Genau solche Räume möchte ich mit den Lernlaboren gestalten. Es sollen Räume werden …

  • … für Selbstentwicklung aller Beteiligten und gemeinsames Lernen.
  • … für Impulse mit Fokus auf Zukunftsgestaltung
  • … und für schöpferisch-kreative Ideenentwicklung.

Der Kern der Lernlabore ist dabei stets, dass verändertes Lernen erstmal durch uns selbst als pädagogisch tätige Personen erlebt und gemeinsam reflektiert wird. Dazu gestalte ich den erforderlichen methodischen Rahmen.

Inhaltlich enthalten die Lernlabore immer Überraschungsmomente, da sie ja ganz bewusst nicht ‚passend‘ zur Schließung eines in der Systemlogik der jeweiligen Institution wahrgenommenen Fortbildungsbedürfnisses gestaltet sind, sondern Weiterdenken ermöglichen sollen. Ich bringe hierzu Impulse mit. Außerdem werden zahlreiche inhaltliche Ideen durch den offenen Ansatz auch aus dem gemeinsamen Lernen heraus entstehen.

Beispiel: Lernlabor anstelle einer klassischen KI-Fortbildung

Warum solch eine Lernlabor-Herangehensweise sinnvoll ist und wie man sich solche Überraschungsmomente praktisch vorstellen kann, möchte ich an einem Beispiel erläutern:

Eine klassische Fortbildungsanfrage einer Schule an mich könnte zum Beispiel zum Thema Künstliche Intelligenz sein. Im Kollegium wäre vorab eine Befragung durchgeführt worden. Und die Kolleg*innen hätten in der Mehrheit geantwortet, dass sie konkrete KI-Tools erkunden und lernen wollen, wie sie mit KI im Kontext von Prüfungen umgehen wollen. Würde diese Fortbildung durchgeführt, hätten wir alle gemeinsam ein Pflaster auf das System geklebt, aber nicht wirklich etwas geändert. Das Lernen würde wie bisher fortgesetzt. Es würden eben ein paar KI-Tools zum Einsatz kommen.

Wenn sich das Kollegium der Schule stattdessen zur Beauftragung eines Lernlabors entschließt, dann würden wir vorab ein ausführliches Gespräch darüber führen, wo die Schule gerade steht. Beim Lernlabor würde dann kein Reparatur-Lernen stattfinden. Vielleicht würden wir stattdessen das Konzept von gemeinwohlorientierter Digitalpädagogik erkunden und feststellen, dass wir Mensch-Maschine-Interaktion sehr viel grundsätzlicher betrachten sollten und dazu sehr neue Ideen entwickeln. Oder wir würden zu dem Rahmen der Inner Development Goals (den Selbstentwicklungszielen, um nachhaltige Entwicklung zu erreichen) lernen und darauf aufbauend Ideen entwickeln, wie wir vielleicht gerade im Kontext von KI zu einer menschenzentrierten Bildung, die Selbstentwicklung in den Fokus stellt, gelangen könnten. Solche Themen hätten wir bei der Frage: ‚Was machen wir mit KI an unserer Schule?‘, wenn überhaupt nur gestreift.

Es würde außerdem und vor allem in diesem Prozess einen bewusst gestaltenden Rahmen für ein verändertes Lernen geben und es wäre Raum, um darüber gemeinsam zu reflektieren. Auf diese Weise könnte mit solch einem Lernlabor tatsächlich etwas in Bewegung kommen.

Meine Motivation für das Angebot der Lernlabore

Meine persönliche Hoffnung mit dem Angebot der Lernlabore ist es, auf diese Weise mit meiner Arbeit mehr Wirkung entfalten zu können. Als Freiberuflerin, die inzwischen schon seit mehr als zehn Jahren in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen Fortbildungen gestaltet, habe ich das große Privileg, das System Bildung ziemlich gut zu kennen, ohne zugleich ein sehr eingebundener Teil dieses Systems zu sein.

Diese Situation hat in den letzten Jahren immer mal wieder geknirscht, weil ich überwiegend für die oben skizzierten Reparatur-Fortbildungen angefragt wurde. Ich fand das für alle Beteiligten sehr frustrierend, auf diese Weise an den eigentlichen Herausforderungen vorbei zu arbeiten. Mit dem Angebot von Lernlaboren möchte ich nicht weiter auf Anfragen warten, sondern proaktiv anbieten, was aus meiner Sicht und vor dem Hintergrund meiner vielfältigen Erfahrungen wichtig ist, um Bildung zukunftsgestaltend zu transformieren.

Lernlabore als ein nachhaltiger Ansatz der Transformation

Bei meinen Überlegungen zu den Lernlaboren war mir ein nachhaltiger Transformationsansatz besonders wichtig.

Deshalb sollen die Lernlabore 2026 erstens nicht nur 14 einzelne Fortbildungsangebote sein. Ich möchte auch zwischen den Lernlaboren Verbindungen und Lernprozesse ermöglichen. Mindestens plane ich Anfang 2027 ein großes Lernlabore-Barcamp, bei dem sich Pädagog*innen aus allen Lernlaboren 2026 beteiligen und über die eigene Institution hinaus voneinander lernen können. Weitere Vernetzungsmöglichkeiten können sich im Prozess je nach Interesse und Möglichkeiten aller Beteiligten ergeben.

Zur Nachhaltigkeit gehört für mich zweitens dazu, dass ich – wie bei den meisten meiner Lerngestaltungen – alle Konzepte, Materialien und Learnings offen zur Weiternutzung dokumentiere. Auf diese Weise können die Lernlabore auch über die direkte Durchführung hinaus von anderen Bildungsinstitutionen aufgegriffen und weiter genutzt werden.

Durch solch eine bewusst weiterdenkende Gestaltung und der damit verbundenen Abkehr von einer Reparatur-Logik, durch eine Verbindung zwischen den einzelnen Lernlaboren und durch eine offene und weiternutzbare Dokumentation denke ich, dass sich in der Bildung mit diesem Projekt aller widrigen Umstände zum Trotz zumindest ein bisschen etwas voranbringen lässt.

Wie funktionieren die Lernlabore ganz praktisch?

Das Schöne an den Lernlaboren ist, dass wir mit ihnen über das System hinausdenken können, aber sie trotzdem ausgehend vom jetzigen System gestartet werden können. Dazu braucht es erst einmal nur ein bisschen Neugierde, Zuversicht und Mut als Kollegium oder pädagogisches Team, die ohnehin bestehende Fortbildungszeit und das dafür zur Verfügung stehende Budget für die Beauftragung solch eines Lernlabors einzusetzen.

Die grundsätzliche Frage ist dann für jedes Lernlabor identisch: Wie gelingt uns zukunftsgestaltendes Lernen? Der genaue Rahmen kann für jedes Lernlabor spezifisch besprochen werden.

  • Ein Lernlabor kann mit 15 Personen ganz genauso funktionieren wie mit 250.
  • Ein Lernlabor kann online oder vor Ort stattfinden.
  • Ein Lernlabor kann an einem Tag, an mehreren Tagen oder auch aufgeteilt über mehrere Zeitslots mit asynchronen oder selbstorganisierten Reflexionen zwischendurch gestaltet sein.

Hier können wir gemeinsam ausloten, was sinnvoll und was möglich ist. Bei der genauen inhaltlichen und methodischen Ausgestaltung dürft ihr Vertrauen haben. Es geht ja genau auch darum, diese Offenheit und den Überraschungsmoment zuzulassen.

Was müssen wir machen, wenn wir für unsere Institution ein Lernlabor buchen wollen?

Wie oben beschrieben müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Ihr habt Fortbildungszeit zur Verfügung und könnt bestehende Mittel für Fortbildungen als Budget einsetzen, z.B. Gelder für einen Pädagogischen Tag. (Eine realistische Orientierung sind hier 2.500 bis 5.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer pro Lernlabor mit einer Zeitdauer von 1-3 Tagen, was ich sehr gerne als Pauschalbetrag abrechnen würde, d.h. da ist dann Vorbereitung, Konzeption, Durchführung vor Ort, hybrid oder online, Dokumentation sowie Aufwendungen wie Fahrtkosten oder Unterkunft alles mit enthalten. Institutionen, die wenig Geld haben bzw. nur ein eintägiges Lernlabor durchführen, können den niedrigsten Betrag bezahlen, Institutionen mit mehr Geld einen höheren, so dass das alles am Ende gut passt.)
  2. Ihr seid damit einverstanden, dass die Beteiligung am Lernlabor für alle aus eurem Team freiwillig ist. Anders kann verändertes Lernen, wie ich es mir vorstelle, nicht sinnvoll gestaltet werden.
  3. Ihr unterstützt es, dass das Konzept eures Lernlabors öffentlich dokumentiert wird und seid grundsätzlich offen für ein ‚in Verbindung bleiben‘ auch über das eigentliche Lernlabor bei euch hinaus.

Und: Ihr signalisiert euer Interesse möglichst schnell. Ich kann zeitlich in 2026 maximal 14 Lernlabore konzipieren, gestalten, dokumentieren und durchführen und würde nach der Reihenfolge der Anfragen entscheiden.

Erfahrungsgemäß kommen im Laufe des ersten Quartals des Jahres ansonsten auch viele andere Anfragen. Ich würde meinen Kalender da gerne schon überwiegend mit den Lernlaboren gefüllt haben. Meldet euch deshalb gerne auch erst einmal mit nur unverbindlichem Interesse. Das hilft dann in jedem Fall bei der Planung. Wir können dann in einem direkten Gespräch festlegen, ob und wenn ja wann und wie genau euer Lernlabor realisiert werden könnte.

Für Eure Anfrage könnt ihr direkt das unten stehende Formular nutzen. Oder ihr meldet euch per Mail.

Ich bin gespannt und freue mich!

Anfrage für ein Lernlabor 2026

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Pflanzen in einem Gewächshaus
Lizenz des Beitragsbilds: „Greenhouse Blijdorp Rotterdam 3D“ von wim hoppenbrouwers, Public Domain Mark

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