Drei Techniken und Tools zum kreativen Schreiben im virtuellen Raum

Veröffentlicht am 7.3.2019

Das Internet ermöglicht neue Formen des kreativen Schreibens. In diesem Blogbeitrag stelle ich drei Techniken sowie mögliche Tools vor. Alle Techniken haben gemeinsam, dass sie einen Zugang zu Sprache und Texterstellung ermöglichen, der auf den Potentialen des virtuellen Raums basiert. Die Tools sind sie so ausgewählt, dass ein einfacher Einsatz im Unterricht möglich ist. Insbesondere besteht kein Bedarf, etwas zu installieren oder sich anzumelden.

BlackOutPoetry (Versteckte Verse)

Als ‘Blackoutpoetry’ bezeichnet man die Technik, bei einem bestehenden Text große Teile schwarz einzufärben/ zu übermalen. Die übrig gebliebenen Worte/ Sätze ergeben dann eine neue Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wird die Technik im Deutschen zum Teil auch als ‘Versteckte Verse’ bezeichnet. Der Reiz bei Blackoutpoetry im virtuellen Raum liegt vor allem daran, dass es sehr einfach ist unterschiedliche ‘Basis-Texten’ online zu recherchieren und unterschiedliche Varianten von versteckten Versen erstellt werden können. Darüber hinaus ist es auch möglich, dass Schülerinnen und Schüler eigene Texte schreiben - und dann Mitschülerinnen und Mitschüler ‘versteckte Verse’ daraus erstellen.

Zur Umsetzung kann das Glitch-Tool ‘Versteckte Verse’ genutzt werden. Man kann hier entweder einen der drei Beispiels-Texte (Artikel des Grundgesetzes, Die Leiden des jungen Werther, Hänsel und Gretel) auswählen oder einen eigenen Text hochladen. Anschließend werden all die Worte angetippt, die man behalten will. Mit Auswahl des Buttons ‘Einfärben’ wird der ganze Rest virtuell übermalt. Das entstandene Kunstwerk kann als Bild herunter geladen und geteilt werden.

Experimentelle Ergänzung: Sehr spannend wird Blackoutpoetry, wenn sie zufallsgeneriert wird. Hierzu kann jede beliebige Website besucht und dann eingefärbt werden. Der kreative Prozess beinhaltet dann erstens die Internetrecherche nach den gewünschten Webseiten. Zweitens die Auseinandersetzung mit den entstehenden ‘Versteckten Versen’ im Zuge einer beliebig häufigen Wiederholung des zufallsgenerierten Überschreibungsprozesses. Für englischsprachige Webseiten hat Max Kremins hierzu ein Bookmarket erstellt, das direkt eingesetzt werden kann. Ich habe eine erste Minimal-Anpassung für deutschsprachige Webseiten begonnen und freue mich, wenn Menschen daran weiterdenken möchten.

Zufallsgenerierungen als Schreibanlass

Bereits bei Blackoutpoetry haben wir ein zufallsgeneriertes Tool als eine Möglichkeit der Umsetzung dieser Technik kennen gelernt. Zufallsgeneratoren können darüber hinaus auch als Schreibanlass genutzt werden. Diese Technik eignet sich auch gut für den Fremdsprachenunterricht.

Zur Umsetzung können unter anderem die folgenden Tools genutzt werden:

Interaktive Geschichten

Interaktive Geschichten sind in einer Form geschrieben, dass Nutzerinnen und Nutzer den Verlauf der Geschichte mitbestimmen können. Unter anderem ist es möglich, mehrere Optionen zur Auswahl zu geben. Je nachdem, welche Option ausgewählt wird, wird die Geschichte auf eine andere Art und Weise fortgesetzt. Das Schreiben von interaktiven Geschichten erfordert einiges an Konzeptionsarbeit: Welche Optionen soll es geben? Was soll dann jeweils passieren? Wie lassen sich Geschichtenstränge später nochmals miteinander verknüpfen.

Zur Umsetzung können insbesondere die folgenden Tools genutzt werden:

In diesem Screencast-Tutorial erkläre ich Dir kurz, wie Texturewriter genau funktioniert.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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