Konferenz 'LearningCities' der Körber Stiftung

Am 21. und 22. Juni fand in Hamburg die von der Körber-Stiftung organisierte Konferenz ‚Learning Cities. Bildung im digitalen Zeitalter als Chance und Herausforderung‘ statt. In diesem Blogbeitrag berichte ich über Themen und Diskussionen der Konferenz und fasse meine persönlichen Schlussfolgerungen für weitere Aktivitäten zum Thema ‚Dritter Ort‘ aus pädagogischer Perspektive zusammen.

Wer war da?

Die Konferenz war sehr vielfältig besucht. Die große Mehrheit der Teilnehmenden ordnete sich selbst dem Bildungsbereich zu. Institutionell umfasste dies allerdings Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen, weitere Initiativen der Erwachsenenbildung und auch pädagogisch Aktive in Bibliotheken und außerschulischer Jugendbildung. Hinzu kamen weitere Bibliotheksmitarbeitende, Personen aus der Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie aus kommunaler Politik und Verwaltung. Diese diverse Zusammensetzung machte insbesondere den Reiz der Veranstaltung auf. Denn auf diese Weise war es möglich, aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema ‚Dritter Ort‘ zu blicken.

Was wurde präsentiert und vorgestellt?

Die Keynote bei der Konferenz hielt Markku Markkula, Erster Vizepräsident des Europäischen Ausschusses der Regionen aus der finnischen Stadt Espoo, der ‚intelligentesten Kommune der Welt‘. Anschließend stellten sich vier Bildungsprojekte aus Deutschland vor, die durch Vernetzung und innovative Angebote neue Wege gehen:

  • das Projekt SenseBox: ein DIY Bausatz für die Messung von Umweltdaten
  • die HackerSchool: ein außerschulisches Angebot fürs Coding, das IT Fackkräfte und Jugendliche zusammenbringt.
  • die Ernst Reuter Schule in Karlsruhe: eine Schule, der die Gestaltung des Raums und Öffnung in die Umgebung ein zentrales Anliegen ist.
  • und die Hamburger Bücherhallen: eine Bibliothek, die viel mehr bietet, als Bücher ausleihen, z.B. auch eine 'Bibliothek der Dinge' und zahlreiche Bildungsangebote.

Am zweiten Tag stellten sich beispielhaft vier Regionen/ Kommunen vor: d

  • das Verschwörhaus in Ulm: ein Experimentierlabor mitten in der Stadt und offenen für alle in einer ehemaligen Sparkassenzentrale (mein Lieblingsprojekt bei der Konferenz!)
  • der Kreis Lippe, der sich mit einer Bildungsgenossenschaft und regionaler Förderstruktur für Bildung von einer strukturschwachen zu einer innovativen Region entwickelt.
  • die Stadt Köln, die mehrere Bildungsakteure vernetzt und gemeinsam voranbringt
  • und die offene Bibliothek in Amsterdam, die als ein Vorzeigeprojekt für einen Dritten Ort gesehen werden kann.

Im Rahmen von Workshops konnten die Präsentationen vertieft werden.

Was ist im Rückblick insbesondere bemerkenswert?

  • Die vorgestellten Praxisprojekte sind fast alle im Rahmen eines sehr offenen Prozesses mit Experimentiermodus auf allen Seiten entstanden. Anders ausgedrückt: Es gibt nicht den einen richtigen Weg, um etwas aufzubauen.
  • Als zentrale Idee für Bildungsentwicklung mithilfe von Dritten Orten kann der Weg hin zu mehr Vernetzung und Offenheit gesehen werden. Im Rahmen der Keynote wurde z.B. das Konzept ‚School as a service‘ vorgestellt, das eine räumliche und pädagogische Öffnung von Schulen vorsieht. Weiterhin gibt es einen zentralen Ort, an dem man zusammenkommt, reflektiert und sich austauscht. Die Lernprozesse selbst finden dann aber auch in der Umgebung statt – etwa in Museen, in Bibliotheken, in Forschungseinrichtungen ...
  • Es gibt noch keine Klarheit, was genau gemeint ist, wenn von ‚Dritten Orten‘ gesprochen wird. Das bedeutet zugleich, dass es noch viel Potential für Austausch und voneinander lernen gibt.

Nächste Schritte

Mithilfe der Ergebnisse der Konferenz lässt sich das Thema ‚Dritter Ort‘ aus pädagogischer Perspektive gut weiterdenken. Entscheidend ist aus meiner Sicht vor allem eine Herangehensweise, die nicht nur auf Gestaltung des Lernraums setzt, sondern auch eine Entwicklung/ Veränderung der Lehr-Lernsettings beinhaltet. Diese kann insbesondere durch Öffnung und Vernetzung angestoßen werden.

Der Twitter Hashtag der Veranstaltung lautete #learningcities18. Hier finden sich zahlreiche weitere Informationen und Eindrücke.