Getestet: ONCOO

André Hermes hat in seinem Schuljahres-Einstiegs-Newsletter auf das Tool ONCOO hingewiesen. Es handelt sich dabei der Beschreibung nach um eine Website, mit der sich kooperative Lernmethoden mithilfe digitaler Unterstützung im Unterricht einfacher organisieren und durchführen lassen. Ich habe einen genaueren Blick auf das Tool geworfen und stelle es im folgenden im Überblick vor.

Was kann ich mit ONCOO machen?

Insgesamt bietet ONCOO fünf Online-Tools, mithilfe derer bekannte Kollaborationsmethoden aus dem Präsenzunterricht mit digitaler Unterstützung einfacher organisiert und durchgeführt werden können. Dazu wird jeweils eine Methode Online von Seiten der lehrenden/ moderierenden Person gestartet. Die Lernenden beteiligen sich dann via Tablet/ Smartphone/ Laptop daran. Erforderlich ist dazu nur ein Internetzugang.

An Tools gibt es aktuell die folgenden zur Auswahl:

  • Kartenabfrage: Die Lehrperson startet eine ‚virtuelle Pinnwand‘; die Lernenden können Karten beschriften und zur virtuellen Pinnwand senden. Gemeinsam können die Karten dann auch noch sortiert und strukturiert werden.
  • Helfer-System: Dieses Tool ist im wesentlichen eine Namensanzeige, die in einer Lerngruppe dabei unterstützen kann, dass sich Lernende untereinander helfen können. Lernende geben an, wenn sie mit einer bestimmten Aufgabe fertig sind. Sie werden dann als ‚Helfer-Personen‘ angezeigt. Wer bei der Bearbeitung stockt, kann diese um Hilfe fragen.
  • Lerntempoduett: Lernende starten hier mit einer Einzelaufgabe und zeigen an, wenn sie diese fertig bearbeitet haben. Anschließend werden sie mit einer weiteren lernenden Person zusammen gebracht, um die Lösung abzugleichen/ gemeinsam weiter daran zu arbeiten.
  • Placemat: Hinter diesem Tool verbirgt sich die Tischdeckchen-Methode, bei der SchülerInnen wie in einer Art Gruppenpuzzle ihre Lernergebnisse zusammentragen. Im Rahmen von Oncoo wird hierzu eine Zeitangabe für die erste Think-Phase und die anschließende Gruppen-Phase ermöglicht. Die Lernenden geben erst einzeln ihre Lösungen ein, dann bekommen sie ihre Partnerinnen und Partner angezeigt und arbeiten mit diesen an einer Gruppenlösung. Im Plenum können sowohl Einzel- als auch Gruppenlösungen angezeigt werden.
  • Zielscheibe: Mit diesem Tool wird eine virtuelle Zielscheibe für unterschiedliche Fedback-Aspekte gestaltet. Diese können individuell eingetragen werden. Die Schülerinnen und Schüler markieren mit einem virtuellen Klebepunkt, wie sehr bei den einzelnen Aspekten aus ihrer Sicht ins Schwarze getroffen wurde.

Worin liegen die Vorteile von ONCOO?

Der große Pluspunkt von ONCOO liegt zunächst darin, dass mit dem Tool ein Thema aufgegriffen wird, das bei anderen Online-Tools oft vernachlässigt wird: das kollaborative Arbeiten. Sehr gut ist zudem, dass das Tool sehr simpel und datensparsam funktioniert: Man muss sich weder registrieren, noch irgend etwas installieren. Statt dessen wird einfach die Website geöffnet und gestartet.

Kritisch lässt sich anmerken, dass ONCOO an sich keinen Unterschied macht zu den damit verknüpften analogen Methoden. Der Mehrwert liegt für mich insbesondere darin, dass mit dem Tool die analogen Methoden einfacher gemacht werden: Man benötigt keine Karteikarten, keine Pinnwand, keine langen Abstimmungsprozesse zur Gruppeneinteilung …

Für viele Schulen werden die technischen Notwendigkeiten noch ein Ausschlusskriterium sein: Man benötigt einen Zugang zum Internet und die SchülerInnen benötigen eigene Geräte. Gerade aber z.B. für BYOD Klassen lässt sich mit ONCOO sicherlich sehr gut arbeiten. Da nur ein sehr geringes Datenvolumen benötigt wird, können Schülerinnen und Schüler ONCOO auch nutzen, wenn ihr Highspeed-Datenvolumen aufgebraucht ist.

Wie nutze ich ONCOO praktisch?

Ich habe ein kurzes Sreencast-Tutorial erstellt, mit dem man sich Schritt für Schritt ansehen kann, wie ONCOO funktioniert. Am besten testet man ONCOO vor dem erstens Einsatz im Unterricht mit sich selbst aus, z.B. indem man auf einem Rechner/ Laptop als Lehrperson ein eigenes ONCOO startet (Dazu einfach auf das gelbe Kommunikationssymbol drücken). Anschließend wählt man das gewünschte ONCOO aus, gibt optional weitere Angaben ein /z.B. zur Anzahl der Lernenden) und bekommt dann direkt einen Code angezeigt. Mit Klick auf ‚Los geht‘s‘ wird das ONCOO gestartet und auf dem Bildschirm angezeigt. Auf dem Smartphone kann man nun ONCOO.de öffnen, den erhaltenen Code eingeben und als Schüler eintreten. Die Aktivitäten vom Smartphone werden dann direkt auf dem Laptop angezeigt.

In der Klasse kann man ein neues Oncoo direkt starten, Schülerinnen und Schüler den Code weitergeben - und schon kann es losgehen mit dem kooperativen Arbeiten mit digitaler Unterstützung.