Ausgewählte Inspirationen zum Weiternutzen vom #OERcamp18 in Hamburg

Nach Bad Wildbad. Leipzig und Hattingen gab es auch beim #OERcamp18 in Hamburg zahlreiche spannende Workshops und Sessions. Die Dokumentationen findet man über den entsprechenden Link im Sessionplan. Aus der Fülle der Anregungen und Ideen habe ich für mich sechs Punkte notiert, die ich unter anderem für zukünftige Fortbildungen aufbereiten und mitnehmen will. Der Fokus liegt auf dem Bildungsbereich Schule. Vielleicht ist die Liste auch für andere interessant und nutzbar!

1. Methodische Ideen für interaktive Lernsettings mit H5P

Die Software H5P war ein wichtiges Thema in Hamburg – und dabei immer auch die Frage: Wie lässt sie sich im Unterricht methodisch sinnvoll nutzen? Die gesammelten Ideen und Anregungen habe ich zum Weiternutzen in meinem Blog zusammengestellt. Wer H5P noch gar nicht kennt, dem empfehle ich den offenen Einstiegskurs bei mooin (Zeitaufwand ca. 10 Stunden). In Hamburg haben wir außerdem einen Podcast mit einem ersten Überblick zu H5P aufgezeichnet. Dieser wird in Kürze in der zugehOERt Reihe der Informationsstelle OER veröffentlicht.

2. ‚Working Out Loud‘ für die Bildung

Als einen interessanten Ansatz zur Förderung einer Kultur des Teilens hat Tanja Jeschke in einer Session die Methode ‚Working Out Loud‘ vorgestellt. Sie stammt ursprünglich aus dem Unternehmensbereich. Die grundsätzliche Idee ist, dass sich Personen (möglichst aus unterschiedlichen Abteilungen) zusammenfinden und sich gemeinsam darin unterstützen, Arbeitsaufgaben zu definieren und umzusetzen. Eine Übertragung in den schulischen Kontext scheint vielversprechend. Die Session ist gut dokumentiert und bietet zahlreiche Links zum Weiterlesen.

3. Mit dem OER-Canvas die Erstellung von OER-Materialien planen

Ein Tipp aus der Session von Henry Freye und Martin Nestler war der OER-Canvas. Es handelt sich dabei um ein Tool, mit dem die Erstellung von OER-Materialien gemeinsam geplant werden kann. Gut nutzbar z.B. im Kollegium, um sich Klarheit darüber zu verschaffen, welche Materialien man erstellen will, wer daran beteiligt ist und wie man sie veröffentlichen will. Die Vorlage samt Erläuterungen ist bei der Informationsstelle OER veröffentlicht.

4. Gute Technik mit Bildungspotential erkunden und einsetzen

Neben juristischen und didaktischen Fragen hat in Hamburg auch die Technik eine wichtige Rolle gespielt: Welche Tools eignen sich zur Erstellung von OER? Welche Tools lassen sich für eine offene Bildung zum Einsatz bringen? Und auch: An was wird gerade entwickelt? Zusammenfassend empfehle ich allen, die das Tool noch nicht kennen, einen Blick auf das Pad HackMD.io zu werfen: Kollaboratives schreiben & präsentieren ist damit gleichermaßen möglich. Es ist keine Registrierung erforderlich. Weitere Informationen finden sich im Pad der Session von Henry Freye.

Für den Reuse-Markt der Möglichkeiten habe ich einige offen nutzbare Browser-Tools für Erkunden und eigenes Gestalten vorgestellt. Die Liste (gerne zum Ergänzen) ist hier veröffentlicht.

Und – für mich mit die spannendste neue Idee: Stian Haklev hat seinen ersten Prototyp für ein sehr vielversprechendes Tool für den Unterricht vorgestellt. Es nennt sich FROG. Mit dem Tool sollen Lernwege online erstellt werden können, die Lernende dann kollaborativ bearbeiten können. Eingespeist werden können unterschiedlichste Aktivitäten und Quellen, z.B. H5P-Inhalte, Social Media, annotierte Websites, Blogbeiträge via RSS … Das Pad der Session – mit einem Link zu Präsentationen des Prototyps – findet sich hier. Stian Havklev kann u.a. via Twitter erreicht werden, falls Interesse besteht, an diesem Tool mitzudenken oder den Prototyp auszuprobieren.

5. Projekt ‚Medienscouts‘ kennenlernen

Eine große Bereicherung beim OERcamp in Hamburg waren die Medienscouts der Theodor-Storm-Schule Husum, die sich in zahlreiche Workshops und Sessions eingebracht und auch eine eigene Session angeboten haben. Es handelt sich dabei um Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft zu ‚Medienscouts‘ ausgebildet wurden – und nun andere Schülerinnen und Schüler und auch Lehrende zu Medienfragen beraten und in der Nutzung unterstützen. Ein ähnliches Projekt gibt es in Rheinland-Pfalz. In der Session versprochen wurde ein ‚How To‘ zur Projektumsetzung in Husum. Einen ersten Einblick bekommt man bis dahin über das Pad der Session.

6. Tools, Plattformen und Informationsquellen recherchieren & teilen

Die Initiative Jointly hat die #OERSammelecke gestartet. Es handelt sich dabei um eine kollaborative Sammlung von so ziemlich allem, was man zu OER zusammentragen kann, z.B. empofehlenswerte Tools, ExpertInnen für bestimmte Themen, wichtige Informationsquellen … Die Sammlung steht allen zum Recherchieren und vor allem auch zum Teilen von eigenen Links offen.

 

Viel Spaß beim Erkunden und Ausprobieren - und vielleicht haben ja noch andere Menschen, die in Hamburg mit dabei waren, ebenfalls Lust ihre 'Zusammenfassungen zum Weiternutzen' zu bloggen.