­čĹë Neun erste Antworten f├╝r bessere Bildung f├╝r alle!
­čÄë Edumail #80 ­čÄë
Edumail Ende April 2024 Online lesen

Hallo und willkommen zur 80. Ausgabe der Edumail! ­čÖé

Die erste Ausgabe habe ich vor rund 6 Jahren am 22. April 2018 verschickt. Lang, lang ist es her - und die Edumail hat sich ├╝ber die Jahre immer wieder ver├Ąndert. Zum Beispiel was den Rhythmus des Versendens oder die inhaltlichen Schwerpunkte betrifft. Das grunds├Ątzliche Ziel ist aber in der ganzen Zeit gleich geblieben:
­čĹë Die Edumail soll Mut machen und dabei unterst├╝tzen, gute Bildung f├╝r alle voranzubringen!

Damit das gelingt, schaue ich nicht vorrangig auf Hindernisse und Schwierigkeiten auf dem Weg zu guter Bildung, sondern darauf, wie es vielleicht trotz alledem gelingen kann. ­čÖé

Passend dazu erh├Ąltst Du heute neun "Wie k├Ânnen wir ...?"-Fragen mit ersten Antworten, die ich darauf im letzten Monat gefunden und zum Weiternutzen aufbereitet habe. Hier ist die ├ťbersicht:

  1. Wie k├Ânnen wir mithilfe von Bildern und Geschichten Ver├Ąnderung in der Bildung voranbringen?
  2. Wie k├Ânnen wir bei Veranstaltungen bei flexibler Ankommenszeit Austausch, Lernen und Vernetzung erm├Âglichen?
  3. Wie k├Ânnen wir Lernende im Kontext der KI-Debatte zu Konstrukteur*innen ihrer Lernprozesse machen?
  4. Wie k├Ânnen wir ganz konkrete Ideen zur Ver├Ąnderung von Lernkultur entwickeln?
  5. Wie k├Ânnen wir uns zusammenschlie├čen, kollaborativ Forderungen und Empfehlungen entwickeln und diese verbreiten?
  6. Wie k├Ânnen wir Lernangebote so beenden, dass sie positiv im Ged├Ąchtnis bleiben?
  7. Wie k├Ânnen wir allen Interessierten einen niederschwelligen Einstieg in Diskussionen rund um zeitgem├Ą├če Bildung erm├Âglichen?
  8. Wie k├Ânnen wir Lernangebote inklusiver gestalten?
  9. Wie k├Ânnen wir Lernen fr├Âhlicher machen?

Suche dir aus, was f├╝r dich relevant ist. Au├čerdem hoffe ich, dass Du auch das Prinzip solcher "Wie k├Ânnen wir ...?"-Fragen f├╝r dich mitnehmen kannst. Denn wenn ich vor Herausforderungen stehe, in denen alles ziemlich verfahren erscheint, habe ich es mir als Routine angew├Âhnt nicht "Oh je, das geht nicht!" zu konstatieren, sondern zu fragen: "Wie k├Ânnte es vielleicht trotz alledem gehen?". Und bis jetzt hat sich auf diese Frage hin jedes Mal mindestens ein kleiner, erster, m├Âglicher Schritt gefunden. ­čÖé

In diesem Sinne w├╝nsche ich dir viel Freude beim Erkunden dieser Edumail!

Herzliche Gr├╝├če

Nele Hirsch | eBildungslabor

1. Wie k├Ânnen wir mithilfe von Bildern und Geschichten Ver├Ąnderung in der Bildung voranbringen?

Viele Vortr├Ąge, die ich im Kontext der Bildung erlebe, sind wenig attraktiv zum Zuh├Âren und bleiben kaum im Ged├Ąchtnis. Vor diesem Hintergrund habe ich mir ├╝berlegt, wie es auch anders gehen kann. Als eine erste Antwort habe ich 'Murmelrunden-Vortr├Ąge' f├╝r mich entdeckt, ├╝ber die ich schon in der letzten Edumail geschrieben habe: Anstelle eines langen Vortrags gibt es mehrere, k├╝rzere Impulse und die Zuh├Ârer*innen haben zwischendrin immer ein paar Minuten Zeit, um sich mit Nebensitzer*innen zu dem Geh├Ârten auszutauschen.

Damit bleibt aber trotzdem die Frage, wie die (wenn auch k├╝rzeren) Impulse gut gestaltet werden k├Ânnen. Dazu entdecke ich mehr und mehr Storytelling f├╝r mich. ├ťbersetzt bedeutetet es einfach so viel wie 'Geschichten erz├Ąhlen' - und wird leider auch im Werbungs- und Influencer-Kontext sehr intensiv verwendet, um bestimmte Produkte zu verkaufen oder Menschen zum Liken eines Social Media Postings zu bewegen. Aus meiner Sicht gibt es aber durchaus auch eine emanzipatorische Form von Storytelling. In diesem Fall regt Storytelling zum Nachdenken an, unterst├╝tzt Perspektivwechsel und Verst├Ąndnis und initiiert Diskussionen.

In meinem Blog habe ich aufgeschrieben, wie ich bei solch einer Art des emanzipatorischen Storytellings vorgehe und welche Art von Geschichten und Bildern f├╝r mich gut funktionieren. 

Zum Blogbeitrag

Wenn du selbst eigene Bilder und Geschichten entwickeln willst, dann hilft dir vielleicht eine von mir entwickelte und getestete Praxisanleitung zum Storytelling, die du am besten mit ein paar Kolleg*innen gemeinsam ausprobierst. Zur Not geht es auch allein. Ihr braucht nur ein bisschen Knete oder Lego und ca. 45 Minuten Zeit.

Zur Anleitung
2. Wie k├Ânnen wir bei Veranstaltungen bei flexibler Ankommenszeit Austausch, Lernen und Vernetzung erm├Âglichen?

Vor gut einer Woche war edunautika in Hamburg - ein Barcamp zu zeitgem├Ą├čer P├Ądagogik im digitalen Wandel. W├Ąhrend bei dieser Veranstaltung am Samstag und Sonntag Barcamp f├╝r das Programm feststand, waren wir f├╝r den Freitagnachmittag auf der Suche nach einem m├Âglichen Programmpunkt, mit dem Teilnehmende gut ankommen, sich mit anderen vernetzen, schon erste spannende Impulse f├╝r sich mitnehmen und sich auf die weitere Veranstaltung einstimmen k├Ânnen. Herausfordernd war hierbei, dass es keine feste Startzeit gab. Je nach Anreise und vorherigen Termine kamen die Teilnehmenden irgendwann im Laufe des Nachmittags an.

Vor diesem Hintergrund haben wir das RIESENSPIEL entwickelt. Es kombiniert Learning Circles und Stationenlernen mit ein bisschen Spielerei. Meiner Einsch├Ątzung nach hat das Spiel bei uns sehr gut funktioniert. Eine Weiternutzung auch in anderen Kontexten kann ich mir deshalb gut vorstellen. In meinem Blog habe ich dazu das Konzept erl├Ąutert und auch alle Materialien zum offenen Weiternutzen verlinkt. 

Konzept und Materialien RIESENSPIEL
3. Wie k├Ânnen wir Lernende im Kontext der KI-Debatte zu Konstrukteur*innen ihrer Lernprozesse machen?

Am letzten Tag der diesj├Ąhrigen edunautika habe ich eine Intensiv-Session zur Frage angeboten: "Geht KI eigentlich auch irgendwie cool?" Dahinter stand ein diffuses Unbehagen, wohin sich die KI-Debatte in der Bildung meiner Wahrnehmung nach immer mehr bewegt: hin zu noch mehr Toolifizierung, noch mehr Vergleichbarkeitsversuchen und noch feinmaschigeren Abfragen und ├ťberpr├╝fungen ...

Das f├╝r mich wichtigste Learning aus der Session war, dass wir gemeinsam die oben genannte Frage formuliert haben. Damit wird deutlich, dass das Ziel guter Bildung im Kontext der KI-Debatte eben gerade nicht sein sollte, die bestehende, sehr auf Input und ├ťberpr├╝fung basierende Bildung zu zementieren, sondern zu einer ver├Ąnderten Bildung zu kommen, in der insbesondere F├Ąhigkeiten und Haltungen wie Lernfreude, Selbstwirksamkeit oder das Entdecken und Voranbringen eigener Anliegen in der Welt entwickelt werden k├Ânnen. Das kann umso besser erlernt werden, je mehr Lernende dabei begleitet werden, selbst Verantwortung f├╝r die Gestaltung ihrer Lernprozesse zu ├╝bernehmen - anstatt ihnen beispielsweise kleinteilig die zu nutzenden Prompts und die anschlie├čenden Reflexionsfragen bei Aufgaben vorzugeben. 

Gemeinsam haben wir in der Session ein erstes Impulspapier zu dieser Frage geschrieben, an dem du gerne weiter denken kannst.

Zum Impulspapier

Um die Impulse zu verbreiten, habe ich dazu ein Zine (= ein analoges Mini-Heftchen, das ganz einfach gedruckt, gefaltet und verteilt werden kann) erstellt. Du findest die Vorlage zum offenen Weiternutzen hier:

Vorlage Mini-Zine
4. Wie k├Ânnen wir ganz konkrete Ideen zur Ver├Ąnderung von Lernkultur entwickeln?

Am vergangenen Freitag war ein Moodle@Schule Tag in Halberstadt. Ich war eingeladen, um ├╝ber Schritte zur Ver├Ąnderung der Lernkultur zu reflektieren. Zun├Ąchst habe ich dazu einen Impuls gestaltet und anschlie├čend einen Workshop.

In meinem Blog habe ich das Konzept des Workshops inklusive der daf├╝r ben├Âtigten Materialien verschriftlicht. Denn erstens hat das Konzept bei uns richtig gut geklappt. Und zweitens kann ich mir hier sehr gut eine Weiternutzung z.B. im Rahmen von P├Ądagogischen Tagen oder anderen Fortbildungen vorstellen. Ich mag an dem Konzept, dass es sehr konkret auf die Entwicklung von direkt umsetzbaren Ideen zielt. Bei uns hatten wir die Ver├Ąnderung der Lernkultur in der Schule im Blick. Das Konzept ist aber sicherlich auch auf andere Bildungsbereiche ├╝bertragbar.

Zum Workshop-Konzept
5. Wie k├Ânnen wir uns zusammenschlie├čen, kollaborativ Forderungen und Empfehlungen f├╝r gute Bildung entwickeln und diese verbreiten?

Auf diese Frage gibt es sicherlich nicht die eine richtige Antwort. Ich konnte in der letzten Zeit aber zwei Projekte mitgestalten, die genau das als Herausforderung hatten. Somit kann ich zumindest die dort gewonnenen Erfahrungen teilen:

Das erste Projekt ist das Forum Offene KI in der P├Ądagogik, das ich gemeinsam mit Kolleginnen der Wikimedia gestaltet habe. Es hatte seinen Ausgangspunkt bei der edunautika 2023, wo eine kleine Gruppe Menschen einen Aufruf f├╝r mehr Offenheit bei KI in der P├Ądagogik verfasst hat. Die Wikimedia hat diesen Aufruf gesehen, aufgegriffen, festgestellt, dass sie mit dem grunds├Ątzlichen Ziel der Offenheit sehr ├╝bereinstimmt - und war vor diesem Hintergrund dazu bereit, den Rahmen f├╝r ein l├Ąngerfristiges Forum zu bieten, in dem aufbauend auf dem ersten Aufschlag konkrete Handlungsempfehlungen und Forderungen an die Politik in Bund und L├Ąndern formuliert werden. Entwickelt wurden diese Forderungen in einem kollaborativen Prozess mit mehreren Schreibwerkst├Ątten und auch viel asynchroner Beteiligung.

Am 14. Mai ab 20 Uhr werden die entwickelten Empfehlungen nun offiziell vorgestellt und mit Politiker*innen diskutiert. Du kannst bei Interesse gerne mit dabei sein - entweder vor Ort bei der Wikimedia in Berlin oder zugeschaltet.

Anmeldung und weitere Informationen

Das zweite Projekt ist deutlich k├╝rzer und fand im Rahmen des OERcamp statt. Das Ziel war hier, gemeinsam mit allen Teilgebenden Handlungsempfehlungen f├╝r bessere OER-Arbeit zu entwickeln. ├ťber das daf├╝r entwickelte Konzept (= eine Beratschlagung mit gut 100 Personen, bei der ein gemeinsames Ergebnis kollaborativ entwickelt werden sollte) habe ich gebloggt.

Zum Blogbeitrag

Die bei der Beratschlagung entwickelten Handlungsempfehlungen findest du hier:

Zu den Empfehlungen

Aus beiden Projekten nehme ich mit:

  • Es ist immer gut, aufzuschreiben, was man sich anders w├╝nschen w├╝rde und wo man Handlungsbedarf sieht - auch wenn manches Mal vielleicht zu Beginn noch nicht klar ist, was dann aus diesem Text entstehen kann.
  • Wenn man es gut gestaltet, dann funktioniert es ganz wunderbar, dass man vielf├Ąltige Perspektiven einbeziehen und kollaborativ etwas entwickeln kann.
  • Es gibt in der Bildungs- und insbesondere auch in der OER-Community sehr viele gro├čartige Menschen mit wunderbaren Ideen ­čÖé
6. Wie k├Ânnen wir Lernangebote so beenden, dass sie positiv im Ged├Ąchtnis bleiben?

Seitdem ich das Buch ÔÇÜThe Art of GatheringÔÇś von Priya Parker gelesen habe, mache ich mir bei der Gestaltung von Lernveranstaltungen mehr Gedanken ├╝ber die konkrete Ausgestaltung und das Drumherum. Wichtig erscheint mir vor allem der Anfang, wenn Menschen zusammenkommen, sich orientieren m├╝ssen und sich als Gruppe kennenlernen. Ebenso ist es aber auch eine Herausforderung, den Abschluss gut zu gestalten, so dass das Lernangebot f├╝r alle positiv im Ged├Ąchtnis bleibt und alle mit viel Schwung, Energie und Ver├Ąnderungsfreude wieder in den Alltag zur├╝ckkehren. Oft sind es hier Kleinigkeiten, die einen Unterschied machen k├Ânnen.

Mit diesen 5 M├Âglichkeiten mache ich gute Erfahrungen und kann sie deshalb zum Nachmachen empfehlen:

  1. Wir machen ein gemeinsames 'Erinnerungsfoto': Am Ende einer Veranstaltung kann man zu einem gemeinsamen Abschlussfoto einladen. Meiner Erfahrung nach wird das oft sehr gerne angenommen und man hat dann als teilnehmende Person sowohl eine visuelle Erinnerungsst├╝tze, mit wem man sich noch vernetzen will, als auch das Gef├╝hl, bei etwas Wichtigem dabei gewesen zu sein. (Nat├╝rlich sollte es allen freigestellt sein, ob sie mit aufs Bild wollen oder nicht. Wer nicht fotografiert werden will, kann z.B. die Menschen, die fotografiert werden, zum Lachen bringen).
  2. Es gibt Geschenke: Geschenke sind immer sch├Ân - und zum Abschluss von Lernveranstaltungen sind besonders symbolische Geschenke toll. Zum Beispiel kann man Traubenzucker o.├Ą. verteilen als St├Ąrkung, um die entwickelten Ideen und Learnings nun auch umzusetzen. Oder man verschenkt kleine Sticker oder Postkarten mit wichtigen Aussagen aus dem Workshop, die man sich dann als Erinnerungsst├╝tze ├╝ber den Schreibtisch h├Ąngen oder auf den Laptop kleben kann (Das klappt besonders gut, wenn man ohnehin Kritzelpr├Ąsentationen gestaltet. Dann hat man viele weiternutzbare Motive). Oder die Teilnehmenden haben im Rahmen de Lernveranstaltung selbst etwas erstellt, das sie dann mitnehmen k├Ânnen ... Die Kosten f├╝r solche Mini-Geschenke sind meist sehr ├╝berschaubar und die Freude daf├╝r oft umso gr├Â├čer.   
  3. Wir singen: Die edunautika endet jedes Mal mit dem gemeinsamen Singen von 'Total Eclipse of the Heart'. Wer noch nie mit gesungen hat, findet das vielleicht erst einmal eher merkw├╝rdig bis gruselig ­čśë. Ich mache allerdings jedes Jahr wieder die Erfahrung, wie sehr das verbindet - und wie oft man den Ohrwurm dann auch noch in den n├Ąchsten Tagen vor sich hin summt und dabei dann an die edunautika zur├╝ckdenkt ­čÖé 
  4. Wir machen eine La Ola Welle: Gerade in gr├Â├čeren Gruppen beende ich Workshops gerne mit einer 'La Ola'-Welle. Das bietet sich besonders dann an, wenn Teilnehmende zum Abschluss ohnehin in einem Kreis oder einer Reihe stehen, weil wir z.B. kollaborativ Ideen entwickelt, sortiert und vorgestellt haben. Die La Ola Welle ist dann ein guter Abschluss, um gemeinsam zu feiern, was man alles erarbeitet hat. (Bei Online-Veranstaltungen geht das ├╝brigens auch, wenn es ein kollaboratives Whiteboard gibt. Jede Person w├Ąhlt sich eine Farbe, platziert sich mit dem Mauszeiger irgendwo an der unteren Linie und dann startet die La Ola Welle auf der linken Seite. Wenn sie bei einem selbst ankommt, kritzelt man mit Schwung nach oben)
  5. Es gibt einen Mini-Preview auf weitere Lernm├Âglichkeiten: Diese Option ist die am wenigsten quatschigste und eignet sich somit auch gut f├╝r eher formalere Lernangebote. Die Idee ist hier, dass das Lernangebot nicht mit der Zusammenfassung des eigentlichen Themas endet, sondern zugleich noch ein Ausblick gegeben wird, was man alles sonst noch Spannendes erkunden oder lernen k├Ânnte. Ich bereite dazu oft 3-5 Links mit einem kurzen Teaser vor.
7. Wie k├Ânnen wir allen Interessierten einen niederschwelligen Einstieg in Diskussionen rund um zeitgem├Ą├če Bildung erm├Âglichen?

Auch auf diese Frage gibt es sicherlich sehr viele m├Âgliche Antworten. Eine meiner Antworten ist mein Podcast 'Drei Minuten-P├Ądagogik', in dem ich oft geh├Ârte Begriffe aus dem Bereich Bildung und Digitalisierung in maximal drei Minuten erkl├Ąre. Die kurzen Episoden stehen unter der Lizenz CC0 1.0. Sie d├╝rfen also gerne ganz offen weitergenutzt werden.

Neu hinzugekommen ist eine Erkl├Ąrung zum Begriff Growth Mindset. Hier anh├Âren:

Zur Episode

Passend zu dieser Haltung eines "Ich traue dir das zu!" mit einem Growth Mindset verweise ich nochmals auf den Podcast Rika forscht, in dem mir meine Tochter in den letzten Monaten ├╝ber ihr Forschungsprojekt erz├Ąhlt, das sie zum Abschluss der Grundschule im Bildungshaus Riesenklein gestaltet hat. Mit der Folge 10 und dem Bericht ├╝ber die Vorstellung ihrer Forschungsergebnisse ist der Podcast nun abgeschlossen. Rikas Fazit in der letzten Folge ist, dass auch andere Schulen schon j├╝ngeren Kindern zutrauen sollen, zu forschen. Denn sie k├Ânnen das! ­čÖé

Wenn du also ein konkretes Anschauungsbeispiel brauchst, um mehr forschendes Lernen auch an deiner Schule zu verankern, dann kannst du den Podcast daf├╝r gerne nutzen.

Zum Podcast Rika forscht!
8. Wie k├Ânnen wir Lernangebote inklusiver gestalten?

Bei der edunautika hat Nadine in einer Session das Playbook for Universal Design vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine (englischsprachige) Darstellung von unterschiedlichen Methoden zum Lernen, die jeweils von Beginn an mitdenken, wie eine inklusive Umsetzung gelingen kann. Dabei werden sowohl m├Âgliche dauerhafte, als auch tempor├Ąre oder situative Einschr├Ąnkungen der Lernenden in den Blick genommen. Im Ergebnis stellt man fest, dass eine inklusive Gestaltung von Lernen allen Beteiligten zugute kommt.

Ich finde das Playbook sehr hilfreich, weil sehr ├╝bersichtlich und praxisorientiert. Vielleicht hilft es auch dir bei der Gestaltung von Lernangeboten.

Zum Playbook

Passend zum Thema Inklusion noch ein sch├Ânes Tool von den Kolleg*innen von KitsBlog, die ohnehin viele hilfreiche, offene Online-Tools zur Verf├╝gung stellen:

Schon l├Ąnger gibt es dort mit QR-Storage eine M├Âglichkeit, sprechende (und damit f├╝r viele zug├Ąnglichere) QR-Codes zu erstellen. Neu hinzugekommen ist nun die Funktion, dass man den Inhalt f├╝r das gew├╝nschte Audio nicht nur als Text eintippen, sondern auch selbst aufzeichnen kann.

Zum QR-Storage
9. Wie k├Ânnen wir Lernen fr├Âhlicher machen?

Um Lernen fr├Âhlicher zu machen, hast du hoffentlich schon bis hierhin in der Edumail viele Anregungen gefunden. Zus├Ątzlich m├Âchte ich dir noch eine digitale und eine analoge Option vorstellen.

Digital lohnt es sich aus meiner Sicht sehr, die Plattform HuggingFace zu erkunden. Es handelt sich dabei um eine Plattform, die sich eigentlich vorrangig an Programmierer*innen richtet, die mit Modellen und Daten zur Entwicklung von generativer k├╝nstlicher Intelligenz experimentieren. Viele dieser Experimente und Versuche werden in so genannten Spaces zum Ausprobieren bereitgestellt - und das kann sehr viel Freude machen. Mich best├Ąrkt ein Besuch auf der Plattform immer wieder aufs Neue darin, wie wunderbar die Kreativit├Ąt in der Internet-Kultur ist und wie viel daraus dank Offenheit und Kollaboration entsteht. Beispielsweise kannst mit Face to all ein Foto von dir in einen bestimmten Style verwandeln oder einen QR-Code mit einem Bild gestalten. Daneben werden zahlreiche offene Modelle vorgestellt und k├Ânnen erprobt werden.

Im analogen Bereich werde ich immer mehr zu einer Freundin des Theaterspielens. Eine sehr niederschwelligen Einstieg bietet zum Beispiel die Methode des Statuentheaters. Hier gestaltet eine Gruppe zun├Ąchst pantomimisch ein Realbild zu einer bestimmten Situation (z.B. Wie sieht Lernen an unserer Schule aus?). Anschlie├čend wird ein Idealbild gestaltet. Die Beteiligten merken sich ihre jeweilige Position sowohl in Realbild als auch im Idealbild - und pantomimisch bewegt sich die Gruppe dann gemeinsam und langsam vom Idealbild zum Realbild. Diese ├ťbung macht nicht nur Freude, sondern st├Â├čt erfahrungsgem├Ą├č auch viele Diskussionen zu Ver├Ąnderungsm├Âglichkeiten an. Probiere sie am besten einfach mal aus! (Sie stammt urspr├╝nglich von Augusto Boal und dem 'Theater der Unterdr├╝ckten'). 

Zum Abschluss:

Weil Freude auch hei├čen kann, sich gemeinsam zu spannenden Veranstaltungen auf den Weg zu machen, hier noch der Verweis auf das relativ neu entwickeltes Open Source Tool HopHub. Du kannst damit eine Veranstaltung anlegen, den Link mit Teilnehmenden teilen und dann k├Ânnen alle dar├╝ber Mitfahrgelegenheiten (in Auto, Bus, Zug, mit dem Fahrrad oder zu Fu├č) anbieten und suchen. Ich habe das Tool selbst noch nicht ausprobiert, aber auf den ersten Blick erscheint es mir sehr sympathisch. Beispielsweise deshalb, weil man es sich selbst installieren kann oder weil, wenn man das Angebot auf der Website nutzt, alle Eintr├Ąge nach der jeweiligen Veranstaltung sehr datenschutzfreundlich direkt wieder automatisch gel├Âscht werden.

Zu HopHub
Tsch├╝├č bis zur n├Ąchsten Edumail ­čĹő

Die n├Ąchste Edumail erh├Ąltst Du wahrscheinlich Ende Mai. Ich freue mich ├╝ber ein paar freie Tage in den n├Ąchsten Wochen - und hoffe, dass auch du Sonne und Fr├╝hling genie├čen kannst. Zum Abschluss des Monats werde ich bei der re:publica in Berlin sein und bin dort gespannt auf viele Treffen und Austausch!

F├╝r R├╝ckmeldungen, Anregungen und nat├╝rlich immer auch Anfragen, wenn du gemeinsam mit mir ein spannendes Bildungsprojekt auf die Beine stellen willst, kannst du mir einfach auf diese Mail antworten.

Herzliche Gr├╝├če und alles Gute

Nele

PS. Weitere Einblicke in meine Arbeit findest du nicht nur in meinem Blog, sondern z.B. auch in meinem Lerntagebuch, in dem ich fast t├Ąglich hinter die Kulissen meiner Arbeit blicke und ├╝ber mein Lehren und Lernen offen reflektiere.

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Nele Hirsch | eBildungslabor

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