Qualifizierungsmodelle für freie Bildungsmaterialien (OER)

In den kommenden beiden Tagen findet in Berlin ein von Wikimedia organisierter Workshop zum Thema „Qualifizierungsmodelle für OER“ im Rahmen des Projekts "Mapping OER" statt. Ich werde daran teilnehmen und habe vor, insbesondere auf die didaktische Dimension im Rahmen der Qualifizierung einzugehen. Einige Gedanken dazu vorab:

Wenn über Qualifizierungsmodelle für OER diskutiert wird, dann liegt der Fokus häufig auf Fragen des Urheberrechts und zum Teil auch auf den Anforderungen bei der technischen Gestaltung. Beides sind wichtige Punkte, denn ohne eine entsprechende Veröffentlichung mit einer freien Lizenz können Bildungsmaterialien weder weiterverwendet noch gegebenenfalls weiterbearbeitet und angepasst werden. Und fehlende technische Kompetenzen sind immer noch viel zu oft eine Hürde, die potentiell Interessierte davon abhält, sich überhaupt mit dem Themenbereich der offenen Bildung zu beschäftigen. Wenn man sich allerdings allein auf diese beiden Punkte fokussiert, dann ist nicht zu erwarten, dass OER einen didaktischen Mehrwert im Bildungskontext entfalten werden. Aus meiner Sicht liegt jedoch genau hierin ihr größtes Potential.

Ein didaktischer Mehrwert kann bei einer entsprechenden Qualifizierung aus meiner Sicht mithilfe von OER insbesondere in den folgenden Bereichen entstehen:

  • Spezifische und individualisierte Bildungsangebote: Mithilfe von OER kann es deutlich einfacher als bisher möglich sein, OER für die jeweiligen Lernenden spezifisch zu gestalten. Vorkenntnisse und Interesse können besser mit berücksichtigt werden und so ein erfolgreicheres Lernen erreicht werden.
  • Aktualität und Multiperspektivität: Durch ihre zumeist digitale Veröffentlichungsform kann es mithilfe von OER sehr einfach möglich sein, das Web 2.0 als Bildungsraum in Lernszenarien einzubinden. Auf diese Weise kann nicht nur eine große Aktualität sichergestellt werden, sondern es ist Lehrenden auch sehr einfach möglich. Lernende mit unterschiedlichen Perspektiven zu einem bestimmten Thema zu konfrontieren – und sie so darin zu unterstützen, sich ihre eigene Meinung zu erarbeiten.
  • Aktivere Rolle der Lernenden: Durch OER können Lernende in die Situation gebracht werden, Wissen nicht nur durch einen Lehrenden vermittelt zu bekommen, sondern darin unterstützt werden, zu lernen, indem sie für andere Bildungsmaterialien erarbeiten. Mit dieser Form des „Lernens durch Lehren“ übernehmen sie nicht nur Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess, sondern auch für den Lernprozess anderer. Es öffnet die Perspektive, zu solidarischer Bildung und einer Bildungskultur der Freiwilligkeit.

Wenn dieser didaktische Mehrwert zur Umsetzung kommen will, dann bedeutet das, dass Qualifizierungsmodelle auch die didaktische Gestaltung von OER mit umfassen müssen. Eine gute Möglichkeit ist es hierzu, durch praktisches eigenes Handeln den Umgang mit OER zu lernen. So können Lehrende im Rahmen von Qualifizierungsmodellen zu OER beispielsweise dazu aufgefordert werden, eigene OER zu gestalten und zu veröffentlichen. Um die didaktische Perspektive mit einzubeziehen, wird es sich dabei dann nicht nur um isolierte Bildungsressourcen handeln. Vielmehr sollten diese direkt mit didaktischen Anmerkungen versehen werden. Alternativ ist es auch denkbar, OER im Sinne von einem gesamten Lernsetting – inklusive des didaktischen Arrangements – zu veröffentlichen. Zur Weiterverwendung der OER bietet sich vor allem der erste Weg an. Bei der Weiterentwicklung des Materials sollte dann insbesondere auch Wert darauf gelegt werden, die didaktischen Anmerkungen zu ergänzen und weiterzuentwickeln.

Projekts "Mapping OER" statt. Ich werde daran teilnehmen und habe vor, insbesondere auf die didaktische Dimension im Rahmen der Qualifizierung einzugehen. Einige Gedanken dazu vorab:

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